Tomoya Ando hat es bei St. Pauli schnell zum Stammspieler geschafft.

Tomoya Ando hat es bei St. Pauli schnell zum Stammspieler geschafft. Foto: WITTERS

Karten für Werder und ein kurioser Spitzname: Warum Ando bei St. Pauli „Danger“ heißt

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Ein paar Wochen da und kaum mehr aus der Abwehrkette wegzudenken: Der japanische Verteidiger Tomoya Ando startet beim FC St. Pauli durch. Obwohl (oder gerade weil?) seine Mitspieler bei ihm an Gefahr denken.

Tomoya Ando: Haare schwarz und weiß der Schnee. Kontrast im Winter.

Mit diesen Zeilen in der Form des traditionellen japanischen Haiku-Gedichts ließe sich der 27-Jährige beschreiben, der am Neujahrstag zum FC St. Pauli stieß und nach kürzester Eingewöhnung bereits fünf Bundesliga-Einsätze auf seinem Konto hat.

Gutes Umfeld und Englisch-Unterricht

Es hört sich aber auch wie ein kleines Märchen an: 2022 spielte er noch in der dritten, 2024 in der zweiten japanischen Liga. Dann machte er sich beim Erstligisten Fukuoka einen Namen – und jetzt verteidigt er regelmäßig in der Bundesliga. Eine neue Spielklasse auf einem anderen Kontinent, mehr Kontrast geht kaum. Ando ist offenbar in der Lage, sich rasch an neue Herausforderungen anzupassen.

„Ich habe ein gutes Umfeld, das mich immer unterstützt hat“, verrät er mit Unterstützung von St. Paulis Dolmetscher-Zeugwart Kenta Kambara: „So konnte ich die Sprünge bewältigen.“ An zwei Tagen in der Woche lernt Ando Englisch, um sich auf dem Platz noch besser zu verständigen. „Die anderen Spieler sind sehr geduldig und sprechen langsam, damit ich sie gut verstehen kann“, erklärt er.

Metcalfe nennt ihn „Gefahr“

Connor Metcalfe verpasste ihm den kuriosen Spitznamen „Danger“ – „Gefahr“ also, die St. Pauli ja eigentlich eher nicht droht, wenn Ando konsequent zum Ball geht und die Situation zumeist bereinigt. „Warum ich den Spitznamen habe, weiß ich auch nicht“, lächelt der dreimalige Nationalspieler, der die Nordamerika-WM im Sommer im Blick hat: „Das hängt von meiner Leistung ab, ich muss Gas geben.“

Zum Beispiel gegen Werder Bremen am Sonntag, wenn die Kiezkicker sich mit einem Sieg auf Relegationsplatz 16 schieben können. „Es ist ein wichtiges Spiel im Abstiegskampf“, weiß Ando, sagt aber auch: „Es gibt keinen besonderen Druck, ich muss mich auf jedes Spiel konzentrieren.“

Familie und Freunde schauen nachts zu

Bisher ist er damit gut gefahren, wie auch einige seiner Landsleute trotz unwirtlicher Bundesliga-Anstoßzeiten mitbekommen. Wenn St. Pauli und Bremen aufeinandertreffen, ist es in Japan tiefe Nacht. „Meine Familie und Freunde schauen alle meine Spiele“, berichtet Ando: „Ich gehe davon aus, auch das gegen Bremen.“

Ein anderer Landsmann ist gerade auf ihn zugekommen: Werders japanischer Verteidiger Yukinari Sugawara bat um zwei Karten für die Sonntagspartie am Millerntor. „Wir kennen uns aus der Jugend-Nationalmannschaft, seit wir 19 sind“, erzählt Ando: „Erst im November haben wir uns in der A-Nationalmannschaft gesehen.“

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Beim 2:0 gegen Ghana im Spiel um den Kirin-Cup wurden damals beide eingewechselt. Am Sonntag spricht einiges dafür, dass sie zum frühestmöglichen Zeitpunkt um 17.30 Uhr auf dem Platz stehen werden. Dann mit gegensätzlichen Interessen.

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