FC St. Pauli

Kapitän, Formation, Taktik: So plant Rapp nach seiner ersten St. Pauli-Woche

Marcel Rapp gibt am Spielfeldrand Anweisungen beim Testspiel FC St. Pauli gegen Altona 93 in Hamburg.
Marcel Rapp stand im Testspiel gegen Altona 93 das erste Mal als St. Pauli-Chefcoach an der Seitenlinie.

Marcel Rapp skizziert nach seiner ersten Woche beim FC St. Pauli seine Pläne zu Kapitänsfrage, Formation und Taktik in der 2. Liga.

Die erste richtige Arbeitswoche von Marcel Rapp als Cheftrainer des FC St. Pauli neigt sich dem Ende entgegen. Fünf Trainings und ein Testspiel hat Rapp bereits in den Knochen. Nach dem ersten Test äußerte sich der Coach über einige Pläne für die Zukunft. Demnach hat Jackson Irvine längst kein Exklusivrecht auf den Posten des Kapitäns.

Vom strömenden Regen ließ sich Rapp trotz kurzer Hose beim 6:2-Testspielsieg gegen Altona 93 nicht beirren. Vielmehr habe der Regen dem Rasen an der Adolf-Jäger-Kampfbahn sogar gut getan, bedankte sich Rapp bei den spendierfreudigen Regenwolken. Anschließend widmete er sich den vermeintlich wichtigeren Themen, die ihn in den kommenden Wochen vermehrt beschäftigen werden. So zum Beispiel der Frage, wer die Kiezkicker in der Zweiten Liga mit der Kapitänsbinde auf den Platz führen würde. 

Gegen Altona waren Nemeth und Dzwigala die Kapitäne

Gegen den AFC waren das noch David Nemeth in der ersten Halbzeit sowie Adam Dzwigala in der zweiten. Das habe jedoch keinerlei Aussagekraft für die Zukunft. „Das sind die, die am längsten da sind, die im Mannschaftsrat waren, das ist ist die einzige Aussagekraft“, erklärte Rapp die Übergangslösung, die auch noch für die kommenden Wochen vorhergesehen sei. Nemeth sprach nach dem Test derweil davon, mehr Verantwortung übernehmen zu wollen.

Für das weitere Vorgehen plane Rapp so vorzugehen, wie er es zuvor auch machte. „In Vergangenheit war es so, dass ich den Kapitän bestimmt habe und die Jungs den Mannschaftsrat gewählt haben“, so der Trainer. Dafür müsse er aber „die Gruppe erstmal kennenlernen“. Den bisherigen Kapitän Irvine, der noch mit Australien bei der WM verweilt und im Anschluss aller Voraussicht nach einen zusätzlichen Urlaub bekommen wird, kann Rapp zunächst ohnehin nicht näher kennenlernen. Für den mittlerweile ausgeschiedenen Eric Smith gilt dasselbe, wobei im Falle des Schweden erstmal abgewartet werden muss, ob er überhaupt weiterhin als Kiezkicker auflaufen wird.

Marcel Rapp bespricht mit St.-Pauli-Spielern die Taktik an der Seitenlinie in Hamburg.
Marcel Rapp gab im ersten Testspiel viele Anweisungen.

Gegen Altona ließ Rapp beide Halbzeiten im 3-5-2 spielen, wobei Scott Banks seine Rolle als Achter sehr offensiv anging und die Formation fast zu einem 3-4-3 umstrukturierte. Die gewählte Formation habe derweil noch keine Aussagekraft. „Wir haben einfach die Spieler auf ihre vermeintlichen Positionen gestellt, wo sie sich am wohlsten fühlen, aber das hat gar nichts zu sagen“, so Rapp. Auch die Frage, wer in Zukunft den zentralen Innenverteidiger geben werde, sei noch nicht beantwortet. Gegen Altona waren es Nemeth und Neuzugang Marcus Mathisen, „die können beide alles spielen“.

Rapp legt großen Wert auf die Taktik

Rapp habe in der ersten Woche viel Zeit für das Einstudieren von taktischen Elementen verwendet, verriet Nemeth. Es ging viel darum, „wie wir das hinten lösen wollen und natürlich auch, wie wir hinter die Kette kommen wollen. Ich glaube wir waren allgemein immer eine Mannschaft, die gerne den Ball hat“, so der Innenverteidiger.

Mathisen sprach von einer nicht allzu komplizierten Eingewöhnungsphase für ihn, weil er einen ähnlichen Stil wie Rapp bevorzuge. „Wir wollen intensiv spielen, wir wollen pressen, wir wollen schnell spielen, schnell vor die erste Linie kommen und Flanken hereinbringen. Wir haben gute Stürmer, also wollen wir die so gut wie möglich nutzen, aber generell einfach mit sehr viel Energie und Tempo die Spiele kontrollieren und dominieren“, so Mathisen.

Klar ist derweil auch, dass sich noch einiges im Taktischen wie auch im Personellen ändern wird. Schließlich fehlten beim ersten Test mit Ben Voll (krank), Tomoya Ando (persönliche Gründe), Manolis Saliakas (Trainingsrückstände), Jannik Robatsch (Sprunggelenksprobleme) und den drei WM-Fahrern Eric Smith, Connor Metcalfe und Jackson Irvine noch mehrere potenzielle Stammspieler.

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