FC St. Pauli
„Jeder muss laut sein“: Wird Neuzugang Hrgota bei St. Pauli zum Blitz-Kapitän?
Gleich zum Start seiner St. Pauli-Zeit trifft Branimir Hrgota auf seinen Ex-Klub Fürth. Womöglich wird er dabei sogar die Regenbogenbinde tragen. Was der Schwede dazu sagt.
Fünf Tage, drei Trainingseinheiten und mindestens eine dicke Entscheidung stehen noch aus, ehe St. Pauli seine Zweitliga-Saison gegen Greuther Fürth eröffnet. Für einen wird es eine dreifach besondere Partie. Branimir Hrgota feiert nicht nur den Saisonauftakt und seine Pflichtspiel-Prämiere für den Kiezklub, sondern trifft zum Start auch noch direkt auf seinen langjährigen Ex-Klub. Vielleicht könnte auch noch eine vierte Besonderheit hinzu kommen. Ausgeschlossen scheint zumindest nicht, dass der Schwede zum Blitz-Kapitän ernannt wird.
Nach der vorletzten öffentlichen Trainingseinheit von St. Pauli war das mediale Interesse groß, die Chance zu ergreifen und mit Neuzugang Hgrota zu sprechen. Schließlich ist er ein wahrer Fürth-Kenner, spielte dort für rund sieben Jahre und trifft kurioserweise mit seinem neuen Klub direkt zum Start auf seine langjährige Liebe.
Hrgota über schnelles Aufeinandertreffen mit Fürth: „War schon lustig“
„Das kommt wahrscheinlich die nächsten Tage“, beantwortete der Kreativspieler die Frage nach möglichen Sticheleien zwischen ihm und ehemaligen Teamkollegen. „Ich werde diese Woche schon noch ein paar Nachrichten bekommen“, ist er sich sicher. „Es war eine sehr, sehr schöne Zeit. Meine Kinder sind da aufgewachsen, aber Fußball ist so, wie Fußball ist. Jetzt bin ich hier in Hamburg und ich freue mich auf die Zeit hier.“
Über die Kuriosität, dass es sofort zum Aufeinandertreffen mit Fürth kommt, musste er auch schmunzeln. Zumal der Spielplan nur kurz nach dem ersten Kontakt mit dem Kiezklub veröffentlich worden war. „Das war schon lustig“, gab er zu. „Vielleicht ist es auch gut, das direkt wegzuhaben.“ So dürfte außerdem sein Insider-Wissen noch in aller Frische im Gedächtnis liegen. „Ich werde den Jungs schon meine Sachen mitgeben, dass die auch wissen, was die anderen Jungs immer machen auf dem Platz“, verriet der Fürth-Insider.
St. Pauli-Neuzugang Hrgota: „Da muss jeder laut sein“
Er freue sich auf sein erstes ausverkauftes Pflichtspiel als Kiezkicker am Millerntor. Am Sonntag wird er dann mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in der Startelf stehen und die Aufgabe haben, mit all seiner Erfahrung und Kreativität zu helfen. Und vielleicht bekommt er bis dahin sogar eine noch größere Rolle zugewiesen. Schließlich steht wenige Tage vor Saisonstart nach wie vor noch die Frage aus, wer das Team am Sonntagmittag um 13.30 Uhr als Kapitän auf den Rasen führen wird.
„Ich glaube, jeder muss das Team führen und von jedem einzelnen vor sich oder hinter sich immer das Beste fordern“, äußerte sich Hrgota in diesem Kontext zunächst zum generellen Teamgefüge. Man brauche nicht nur einen Lautsprecher im Team, sondern mehrere. „Das ist ein Sport, in dem man viel kommunizieren muss. Da muss jeder laut sein. Vielleicht gibt es Spieler, die ein bisschen lauter sind auf dem Platz, aber wir werden es brauchen, dass jeder laut ist und kommuniziert.“
Rapp hat bei St. Pauli noch keinen Kapitän erkoren
Bislang hat Cheftrainer Marcel Rapp noch keine Entscheidung über die Ämter von Kapitän und Co-Kapitän getroffen. Zu Beginn seiner Amtszeit stellte er klar, dass er sich dafür bewusst Zeit nehmen und erst mal jeden Spieler kennenlernen wolle. Dabei bezog er sich speziell auf die WM-Fahrer, die er mittlerweile auch in Person zu Gesicht bekam. Gleichzeitig stellte Rapp klar, dass es kein Selbstläufer sei, dass Jackson Irvine als Kapitän aus der vergangenen Saison erneut den Zuschlag für die Binde erhalten würde.
In den Testspielen setzte Rapp bei der Kapitänswahl noch auf diejenigen Profis, die am längsten bei St. Pauli unter Vertrag stehen. Demnach trugen David Nemeth, Adam Dzwigala und Lars Ritzka die bekannte Regenbogen-Binde um den Arm.
Aus Fürther Zeiten weiß Hrgota, wie man als Kapitän auftritt und ein Team führt. Auf die Frage, ob Rapp auch schon mit Hrgota gesprochen habe, antwortet der erfahrene Zweitliga-Mann: „Das müssen Sie den Trainer fragen.“ Während Irvine eine lange Zeit der Vorbereitung fehlte (so auch beim Training am Dienstag), konnte sich Hrgota zumindest bereits mit all seiner Erfahrung präsentieren.
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