St. Pauli-Verteidiger Louis Oppie wirkt frustriert

Schwierige Lage: Lpuis Oppie kommt bei St. Pauli nicht richtig in Schwung, zuletzt wurde er immerhin wieder eingewechselt. Foto: WITTERS

Ist Oppie „zu verkopft“? St. Paulis Millionen-Transfer über seine Reservistenrolle

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Seine Rückkehr auf den Rasen hat sich Louis Oppie sicher anders vorgestellt und die Tatsache, dass der FC St. Pauli die jüngsten beiden Spiele, in denen er nach Wochen des reinen Reservistendaseins mal wieder zum Einsatz gekommen war, verloren hat, macht es nahezu unmöglich, von einer positiven Entwicklung zu sprechen oder Freude zu zeigen. Längst ist klar, dass seine Debütsaison im Trikot der Braun-Weißen nicht nach Wunsch verläuft – weder für ihn selbst, noch für seinen Verein, der nicht gerade wenig investiert hat in seine Verpflichtung. Was läuft schief?

Der Spieltag hatte eigentlich richtig gut angefangen – schon mit der Busfahrt zum Stadion, an dem die Mannschaft von der Fanszene frenetisch und mit reichlich Anfeuerung und auch Feuer empfangen worden war. „Ich saß hinten mit Jacko im Bus und wir hatten beide Gänsehaut“, berichtete der Linksverteidiger vom Erlebnis an der Seite von Kapitän Irvine. „Es ist immer schön zu sehen, dass die Fans vor allem in so einer Situation hinter einem stehen. Nach so einer Ankunft hätten wir gerne zusammen mit den Sieg gefeiert, aber es ist trotzdem unglaublich gewesen.“

Louis Oppie mit kurzen Einsätzen nach langer Spielpause

Unglaublich unbefriedigend waren die vergangenen Wochen für ihn. An den ersten elf Spieltagen noch Startelf-Spieler, ist Oppies Rolle seitdem sukzessive kleiner geworden. Dem 0:0 im Derby am Millerntor am 19. Spieltag (23. Januar), seinem letzten Einsatz von Beginn an, folgten sieben Partien, in denen er ohne jede Spielminute auf der Bank saß. Ausnahme in dieser Zeit: ein Einsatz von Beginn an im Pokal-Viertelfinale in Leverkusen (0:3) am 3. Februar, bei dem der gebürtige Berliner jedoch schon zur Halbzeit ausgewechselt worden war.

Louis Oppie im Hamburger Derby gegen HSV-Profi Fábio Vieira WITTERS
Zäh wie hier zwischen Louis Oppie und Fábio Vieira ist es im zweiten Durchgang.
Louis Oppie im Hamburger Derby gegen HSV-Profi Fábio Vieira

Bei den Niederlagen in Mönchengladbach (0:2) und nun gegen Freiburg (1:2) war der Linksfuß, den St. Pauli im Sommer für mehr als zwei Millionen Euro Ablöse von Arminia Bielefeld verpflichtet hatte, jeweils für die letzten rund 25 Minuten eingewechselt worden – und jeweils für Lars Ritzka, der nach der ursprünglichen Planung eigentlich Back-up von Oppie sein sollte und nicht umgekehrt, aber aktuell aus Sicht von Trainer Alexander Blessin die stabilere Wahl ist.

Schwieriger Start ins Jahr, dann den Anschluss verloren

Seine Situation führt Oppie auch auf den widrigen Start ins neue Jahr zurück. Aufgrund einer Muskelprellung im Oberschenkel hatte er Trainingseinheiten und auch das Testspiel gegen Werder Bremen verpasst. „Ich war nach der Winterpause raus nach einer kleinen Verletzung und dann haben die anderen das auch einfach gut gemacht , muss man so sagen“, blickt der 23-Jährige zurück. „Und jetzt geht es darum, die Chancen zu nutzen, einfach im Training Gas zu geben und wenn meine Chance kommt, dann zu versuchen, das Beste draus zu machen und positiv zu denken.“

Es war aber auch gegen Freiburg zu sehen, dass Oppie Schwierigkeiten hatte, ins Spiel zu finden und die erhofften Akzente zu setzen. Eine Bewerbung für mehr war das nicht, wobei in der zweiten Hälfte der zweiten Halbzeit kaum ein St. Paulianer hatte überzeugen können.

„Sehr ehrgeizig, aber nicht zu verkopft“

Bei St. Pauli ist zu hören, dass sich der ambitionierte Oppie manchmal das Leben selbst schwermacht und sich im Weg steht bei dem Versuch, alles richtig und nur keine Fehler zu machen, stattdessen aber verkopft und verkrampft und sich deshalb bislang noch nicht freispielen und sein großes Potenzial abrufen konnte.

Ein in erster Linie mentales Problem also? „Ich würde nicht sagen, dass ich zu verkopft bin“, entgegnet Oppie. „Ja, ich bin sehr ehrgeizig, aber ich weiß, was ich kann, ich weiß, woran ich arbeiten muss und das würde ich nicht als zu verkopft beschreiben.“

Oppie will in der Länderspielpause überzeugen

Die Länderspielpause begreift er „auf jeden Fall“ als Chance, sich im Training und auch einem geplanten internen Testspiel anzubieten. „Das ist jede Woche das Ziel, egal ob Länderspielpause oder nicht. Jede Woche ist eine neue Chance, eine neue Trainingswoche. Ich versuche, das Beste draus zu machen.“ Oppie braucht die kleinen Schritte, um voranzukommen und dann endlich richtig durchzustarten bei St. Pauli – möglicherweise aber erst in der kommenden Saison und noch ebenso ungewiss: in welcher Liga.

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