St. Pauli-Profi Danel Sinani gegen Marco Friedl von Werder Bremen

Auf Augenhöhe unterwegs: Bremens Marco Friedl (l.) und Danel Sinani vom FC St. Pauli Foto: WITTERS

„In diesem Stadion kann alles passieren“: Beendet St. Pauli die bittere Werder-Serie?

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Die Stimmung war außerordentlich gut. Trotz der prekären Tabellensituation und gleichwohl ein „Sechs-, Neun- oder Zwölf-Punkte-Spiel, wie ihr es auch nennen mögt“ (Alex Blessin auf der Pressekonferenz) gegen Werder Bremen ansteht. Bei aller Ernsthaftigkeit und Intensität wurde beim Training des FC St. Pauli unter der Woche auch viel gelacht, ein gutes Zeichen und nicht selbstverständlich.

Zumal dann nicht, wenn man es mit den Braun-Weißen hält und auf den Wahrheitsgehalt von Statistiken schwört. Menschen dieses Schlags sollten besser nicht weiterlesen und sich wohl auch den Weg ins Stadion schenken am Sonntag – jedenfalls auf den ersten Blick. Denn der verheißt gar nichts Gutes.

St. Pauli mit schwer ausbaufähiger Werder-Bilanz

So groß die Sympathien für den Klub von der Weser auf St. Pauli-Seite auch sind, so dick die Freundschaft beider Fanlager auch ist – rein von der sportlichen Warte her betrachtet ist die Ausbeute aus Hamburger Warte irgendwas zwischen schwer ausbaufähig und desaströs. Den letzten Bundesliga-Sieg gegen Grün-Weiß feierte man vor schlanken 49 Jahren, im heimischen Wohnzimmer gab es ein 3:1. So weit, so gut, alles Weitere aber ist eher abschreckend.


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18 weitere Vergleiche gab es seit 1977 zwischen den beiden Vereinen in der Bundesliga, die fünf erreichten Unentschieden waren jeweils das höchste der Gefühle. Gegen keinen anderen Erstligisten muss der Kiezklub so lange auf einen Dreier in der Beletage warten wie gegen Werder, auch im einzigen gemeinsamen Zweitliga-Jahr gab es lediglich zwei 1:1. Es gibt also nicht viel, das Hoffnung macht außer der Tatsache, dass mit jedem weiteren Spiel die Wahrscheinlichkeit auf ein Ende der Misere prozentual steigt.

Am Millerntor gab es für Thioune nur einen Feiergrund

Das heißt: Ganz so düster ist es dann auch wieder nicht, und das liegt am neuen Bremer Coach. Daniel Thioune ist trotz solcher Sätze wie „St. Pauli ist St. Pauli, der HSV ist Hamburg“ aus seinen Zeiten beim Stadtrivalen gefühlt ein angenehmer Zeitgenosse, und seine persönliche Bilanz am Millerntor ist da aus braun-weißer Sicht eher zuträglich.

Sechsmal gastierte der 51-Jährige an der Elbe, sein einziger Sieg ist statistisch gar keiner, weil nach Elfmeterschießen erzielt. Das war im DFB-Pokal-Viertelfinale vor ziemlich exakt zwei Jahren mit Fortuna Düsseldorf. Sein erster Auftritt, damals noch in Diensten des VfL Osnabrück, ging zwar mit 1:3 in die Binsen (1. März 2020), aber immerhin gelang seiner Elf seinerzeit ein Treffer. Das klappte im Anschluss weder mit dem HSV (0:1) noch mit Düsseldorf (0:2, 0:0, 0:0) bis zum erwähnten Pokal-Krimi, der nach 90 Minuten 1:1 und nach 120 2:2 gestanden hatte.

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Zahlen, die der Hamburger Fangemeinde also auch Hoffnung machen können, dass die Sieglos-Serie gegen Werder keinen 50. Geburtstag wird feiern können. „In diesem Stadion“, hatte Thioune auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gesagt, „kann alles passieren.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

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