„Ich platze! Das ist kein Fußball!“ Ex-St. Pauli-Talent redet sich in Rage
Das einstige St. Pauli-Talent Bentley Baxter Bahn hatte am Sonntag eigentlich Grund zum Feiern. Dem Kapitän von Drittligist Alemannia Aachen gelang mit seiner Mannschaft in der 100. Spielminute der 2:2-Ausgleichstreffer gegen Hansa Rostock. Im Interview nach dem Spiel trat Bahn jedoch wütend vor das Mikrofon.
Es war ein hektisches Spiel, geprägt von Schiedsrichterentscheidungen. In der 10. Minute gab es eine glatte Rote Karte nach einem vermeintlichen Handspiel von Aachen-Verteidiger Wiebe. Trotzdem gelang Aachen in Unterzahl der Führungstreffer durch Loune. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte dann ein umstrittener Handelfmeter für Rostock, den Fatkic zum zwischenzeitlichen 1:1 verwandelte.
Auch in der zweiten Halbzeit wurde die Nachspielzeit zum Drama. Erst das 2:1 für Rostock durch Gürleyen in der 95. Minute, dann der erneute Ausgleich durch Ademi in der 100. Minute, was auch der Endstand bleiben sollte.
Bahn: „Da müssen wir jetzt mal drüber sprechen“
Der gebürtige Hamburger Bentley Baxter Bahn spielte in der Jugend für den HSV und wechselte dann zum FC St. Pauli, wo er von 2013 bis 2015 spielte und als großes Talent galt. In seiner Zeit beim Kiezklub machte er mit 19 Torbeteiligungen aus 28 Spielen in der Zweitvertretung der Kiezkicker auf sich aufmerksam. Für die Profimannschaft absolvierte er lediglich drei Spiele.
Für ihn im Fokus nach dem Spiel: Schiedsrichter Daniel Bartnitzki. „Aus meiner Sicht absolut kein Elfmeter. Aus meiner Sicht absolut keine Rote Karte. Und dann waren noch ein paar Dinge, da müssen wir jetzt mal drüber sprechen“, sagte Aachens Kapitän Bahn bei MagentaSport, bevor er sich knapp drei Minuten lang in Rage redete.
„Das ist kein Fußball“: Aachen-Kapitän fordert Hilfsmittel für Schiedsrichter
„Ich platze. Also bei aller Liebe, was hat das mit Hand zu tun“, sagte der Ex-Hamburger über die vermeintlichen Fehlentscheidungen.
Der 33-Jährige forderte, „dass man zumindest ein iPad dastehen hat, damit man nicht jede Woche über solche Fehlentscheidungen reden muss.“ Die Entscheidungen hätten das Spiel komplett kaputtgemacht. „Das ist kein Fußball“, sagte Bahn wütend.
Er schlug vor, dass der Vierte Offizielle als Videoschiedsrichter fungieren könnte: „Der hat sowieso nicht allzu viel zu tun“, so der 33-Jährige, „iPad angucken und nochmal drüberschauen. Die Zeit müssen wir uns nehmen, ganz einfach.“
Bahn zeigt Verständnis für den Schiedsrichter, aber…
Das ehemalige St. Pauli-Talent fand trotz des Frusts verständnisvolle Worte für den Schiedsrichter. Zufrieden war er jedoch nicht. „Klar, für den geht’s auch schnell. Der macht’s mit Sicherheit auch nicht mit Absicht, aber dann gebt ihm doch einfach Hilfsmittel. Lassen wir den Schiri in Ruhe. Der ist selber sauer, wenn er das sieht, weil er weiß: Das waren zwei krasse Fehlentscheidungen“, so Bahn weiter.
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„Wir putzen den Mund ab“, sagte der 33-Jährige abschließend. Das müssen die Aachener auch. Denn mit 20 Punkten stehen sie nur zwei Punkte vor einem direkten Abstiegsplatz, und mit Viktoria Köln und dem TSV Havelse stehen vor der Winterpause noch zwei wichtige Partien im Kampf um die Klasse an.
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