„Ich oute mich gerne“: Blessin mit besonderen Worten über Bayern
Vorfreude statt Bammel. Im Klassenkampf geht der FC St. Pauli hochmotiviert in das Bundesliga-Topspiel gegen Bayern München am Samstagabend (18.30 Uhr) am Millerntor. Mit dem klaren Ziel, den favorisierten Rekordmeister maximal zu fordern, möglichst zu ärgern und dem mit Stars gespickten Spitzenreiter zwischen dessen beiden Königsklassen-Duellen mit Real Madrid vielleicht sogar ein Bein zu stellen und Punkte zu klauen. Trainer Alexander Blessin gibt das braun-weiße Motto vor: „Wir haben Bock auf Bayern!“ Für ihn selbst gilt das übrigens auch ganz generell …
Die Chance ist klein. Das ist nicht Pessimismus, sondern Realismus. „Von zehn Spielen gegen uns werden sie im Normalfall zehn gewinnen“, schätzt St. Pauli-Trainer Alexander Blessin die Kräfteverhältnisse und Wahrscheinlichkeit einer Überraschung ein. Die Hoffnung ist also, dass Bayern „vielleicht mal einen schlechten Tag“ hat und dieser Tag zufällig der 11. April 2026 ist. „Wenn sich die Möglichkeit bietet, wollen wir da sein, bereit sein, zustechen.“ Sein Team brauche „Mut“, um den Gästen „weh zu tun“.
Alexander Blessin schaut „gerne“ Spiele des FC Bayern
Wie gut die Bayern sind, die der Coach der Kiezkicker „momentan mit die beste Mannschaft der Welt“ nennt, war am Dienstag im Viertelfinal-Hinspiel in Madrid zu sehen, das der überragende Keeper Manuel Neuer und Co. mit 2:1 gewannen und sich eine hervorragende Ausgangsbasis für das Rückspiel am kommenden Mittwoch in der Allianz Arena schufen.
Eine Pflicht war es für Blessin, sich die Partie im Bernabéu-Stadion live im TV anzuschauen, als Gegnerstudium, aber es war auch eine Freude. „Ich muss ganz ehrlich sagen: Ich gucke mir die Spiele von Bayern wirklich gerne an. Da oute ich mich gerne.“ Was den 52-Jährigen am hochklassigen und erfolgreichen Fußball der Mannschaft von Vincent Kompany besonders begeistert: „Wie diese Individualisten zuhauf als Mannschaft agieren, diese Paarung von individueller Qualität und mannschaftlicher Geschlossenheit und wie jeder echt Vollgas gibt – da macht es einfach Spaß, ihnen zuzugucken.“
St. Pauli: drei Niederlagen gegen Bayern, aber dreimal gut
Eine Lobeshymne. Aus dem Mund eines gebürtigen Stuttgarters, der in seiner Jugend VfB-Fan war und später für den VfB spielte, will das angesichts der traditionellen und gefühlt uralten Rivalität beider Traditionsklubs und ihrer Fans schon was heißen. Blessin ist Fußballlehrer mit einem überwiegend analytischen Blick, aber er ist auch Fußballfan, nicht eines Vereins, sondern des Spiels, und der Fußball, den die Bayern spielen, begeistert.
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Beeindruckend gut hat St. Pauli in den bisherigen Duellen dagegengehalten. „Im Hinspiel haben wir es lange herausragend gut gemacht“, erinnert Blessin an die sehr unglückliche 1:3-Niederlage in München, bei der die mutig und leidenschaftlich spielenden und kämpfenden Hamburger nach 1:0-Führung erst spät in der Nachspielzeit die beiden Tore, die einen Punktgewinn verhinderten, kassiert hatten. In der Vorsaison hatte es knappe 0:1 und 2:3-Niederlagen gegeben. Trotz dreier Niederlagen hat sich St. Pauli seit dem Aufstieg gegen Bayern teuer verkauft, auch wenn man sich davon – um es im Fußballjargon zu sagen – nichts kaufen kann.
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