FC St. Pauli
„Ich habe sehr viel gelernt“: Kaars spricht über seinen Neustart bei St. Pauli
Er ist noch nicht einmal ein ganzes Jahr beim FC St. Pauli und hat trotzdem schon so viel mitmachen dürfen und müssen. Jetzt greift Martijn Kaars wieder mit voller Wucht an und blickt optimistisch nach vorne.
So ein Fußballerleben nimmt manchmal so schnell so viel Fahrt auf, dass man als Protagonist gar nicht mehr weiß, wo hinten und vorn ist. Ähnlich erging es Martijn Kaars in seiner ersten Saison beim FC St. Pauli, die für den Niederländer traumhaft begann, dann aber mit ganz wenigen Ausnahmen von Vollbremsungen geprägt war. Jetzt greift der Offensivmann wieder mit Vollgas an.
Die Anzahl der Einsätze konnte sich durchaus sehen lassen. 29 Erstliga-Partien hat Martijn Kaars in der vergangenen Spielzeit absolviert, 14 davon in der Startelf, 15 als Joker. Und doch kann der 27-Jährige nicht zufrieden sein, nicht nur wegen des Abstiegs mit dem Kiezklub. Dass er letztlich nur drei Treffer erzielt hatte, und im Schnitt 449 Minuten pro Tor brauchte, ist nicht im Sinne eines Goalgetters, wie er es zuvor beim 1. FC Magdeburg gewesen war. Nicht unterschlagen sei an dieser Stelle sein Treffer im DFB-Pokal.
Der Sprung in die Bundesliga war für Martijn Kaars bei St. Pauli schwer
„Ich habe sehr viel gelernt“, sagt Kaars im Gespräch mit der MOPO rückblickend auf seine Debüt-Saison auf dem Kiez. „Wir haben anders gespielt als in Magdeburg, die Bundesliga hat ein anderes Niveau.“ Und die Ausrichtung war bedeutend weniger nach vorn ausgerichtet. Viele andere Sachen habe er kennengelernt, „auch defensiv“, befand Kaars.
Das kann er alles mitnehmen für seinen weiteren Weg, doch der wird schlussendlich jetzt wieder deutlich ähnlicher seiner letzten Zweitliga-Saison, als er in 33 Begegnungen für Magdeburg 19 Buden anhäufen konnte und sechs weitere aufgelegt hatte. Unter Marcel Rapp geht die Post wieder mehr nach vorn ab, was Kaars natürlich in die Karten spielt.
„Ob mit zwei, drei, vier oder fünf Stürmern, das ist mir eigentlich egal“, sagte er. Die Formation sei nicht wichtig für ihn, es sind mehr die Prinzipien. „Dass wir offensiver spielen, ist auch ein Prinzip, das wir zeigen wollen“, erklärte er. „Das ist natürlich gut für die Offensivspieler.“ In einem Kader, in einer Mannschaft, die zudem noch neue Hierarchien entwickeln muss.
Die Formation ist Kiezkicker Martijn Kaars egal, das Spielprinzip nicht
Mit einem Martijn Kaars, der mehr Verantwortung schultert? „Ja, das denke ich schon“, sagt er, verwies aber auch auf die Qualitäten zweier Neuzugänge. „Marcus Mathisen ist auch schon 30 Jahre alt, hat hinten in der Kette eine große Übersicht, ist ein sehr guter Spieler“, erklärte er über den alten Magdeburger Weggefährten. Selbiges gelte zudem natürlich auch für Branimir Hrgota: „Er hat so viel Erfahrung, spielt schon sehr lange in Deutschland.“
All das sei wichtig, denn: „Mit Hauke Wahl, Niko Vasilj und Karol Mets haben wir drei unserer Leader verloren. Jetzt müssen wir zeigen, dass wir auch Leidenschaft haben und die Mannschaft leiten können.“ Und er glaube, das geschehe bereits. „Das finde ich sehr gut bis jetzt. Die Kultur in der Mannschaft passt, die Stimmung in der Gruppe ist auch sehr positiv. Ich denke, wir sind auf einem guten Weg.“
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