„Ich habe mich unter Kontrolle“: Wie Blessin die drohende Sperre verhindern will
Es wird hart, spannend, womöglich dramatisch und auf jeden Fall emotional. Der Saisonendspurt dürfte dem FC St. Pauli alles abverlangen. Nicht nur maximalen Einsatz, sondern auch Disziplin. Diesbezüglich sind nicht nur die Spieler gefordert, sondern auch der Trainer ist in der Pflicht.
Bei aller Leidenschaft und allem Feuer muss Alexander Blessin möglichst in jedem Moment einen kühlen Kopf bewahren oder hochkochende Emotionen ganz schnell wieder auf eine niedrigere Stufe schalten, um seiner Mannschaft nicht zu schaden.
Schon drei Karten: Blessin droht eine Gelb-Sperre
Drei Gelbe Karten hat der Coach in dieser Saison bereits auf dem Konto. Bei der vierten Verwarnung setzt es für Trainer ein Spiel Sperre. Ein Szenario, das die Kiezkicker in einem Saisonendspurt, in dem vieles, wenn nicht gar alles für eine direkte Rettung passen muss, ganz und gar nicht gebrauchen können. Weiß auch Blessin.
„Das werde ich schon hinkriegen“, gibt sich der 52-Jährige vor dem ersten Spiel nach der Länderspielpause am Ostersonntag bei Union Berlin (15.30 Uhr) zuversichtlich und entspannt. In der nun beginnenden entscheidenden Phase des Klassenkampfes müsse man „auch mit Emotionen dabei sein, und im richtigen Augenblick dann auch wieder runterzufahren. Das ist natürlich die Aufgabe, die ich mir dann selber stelle.“
St. Pauli-Trainer bekam nach Freiburg-Spiel Geldstrafe
Wie will er ruhiger werden als zuletzt in hitzigen Momenten des Spiels oder angesichts vermeintlicher Fehlentscheidungen des Schiedsrichters?
„Ich muss ab und zu mal innehalten und noch öfters vielleicht zur Wasserflasche greifen“, sagt Blessin, der sich den Flaschen-Trick schon in der Vorsaison angewöhnt hat. Zuletzt war es ihm allerdings nicht gelungen, seine Emotionen ausreichend im Zaum zu halten.
Beim jüngsten Heimspiel gegen Freiburg hatte der 52-Jährige Gelb wegen Meckerns gesehen und war nachträglich vom DFB zu einer satten Geldstrafe in Höhe von 10.000 Euro verdonnert worden, weil er in seinem Ärger über einige Schiedsrichterentscheidungen öffentlich die Unparteilichkeit von Referee Florian Badstübner infrage gestellt hatte („Wir haben gegen zwölf Mann gespielt“). Das hatte er schon bei der Pressekonferenz nach dem Spiel als Fehler und „nicht so clever“ bezeichnet, was ihn jedoch nicht vor Sanktionen bewahrte.
Blessin vor Liga-Endspurt: „Ich habe mich unter Kontrolle“
„In dem Moment muss man ein bisschen in sich gehen und genau überlegen, was man sagt“, blickt Blessin, der nur zwei Wochen vor dem Freiburg-Spiel in der Partie gegen Frankfurt (0:0) verwarnt worden war, auf die Situation zurück und zugleich nach vorn. „Aus der Emotion lässt man sich ab und zu locken, aber ich denke, ich habe mich da unter Kontrolle und werde diese Hürde, die vor mir steht mit diesen sieben Spielen, auch nehmen.“
In der Vorsaison hatte Blessin aufgrund einer vierten Gelben Karte ein Spiel von der Tribüne aus verfolgen müssen (0:2 in Mainz). Das will er sich und seiner Mannschaft in dieser Spielzeit unbedingt ersparen. Insgesamt 690 Minuten plus Nachspielzeit stehen in der regulären Saison aus. Nicht noch einmal Gelb zu sehen, wird zu Blessins Extra-Challenge im Endspurt.
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