Jackson Irvine in dicker Winterjacke mit suchendem Blick nach der Niederlage gegen Union Berlin

Jackson Irvine durfte gegen Union erstmalig wieder von Beginn an ran. Foto: IMAGO/Justus Stegemann

„Hoffentlich kann ich stärker werden“: Irvine ist zurück und spricht auch wieder

kommentar icon
arrow down

Die Premiere hatte er sich sicher anders vorgestellt. Zumindest erhofft. Am Ende des ersten Saisonspiels in der Startelf von St. Pauli-Kapitän Jackson Irvine stand die achte Niederlage in Serie seiner Mannschaft. Seine Rückkehr beim 0:1 (0:1) gegen Union Berlin konnte nicht die erhoffte Wende bringen, aber sie war ein Anfang, auf den man aufbauen kann. Fand auch Irvine selbst. Beim einzigen Tor an einem deprimierenden Fußballabend hatte der Australier allerdings nicht gut ausgesehen. Dafür stand er nach dem Spiel erstmals seit Wochen Rede und Antwort.

Wieder keine Punkte, wieder kein Tor im eigenen Stadion und das reichte dem Gegner, um zu gewinnen und den Kiezkickern „ein weiteres hartes Ergebnis“ zu bescheren, wie Irvine bilanzierte. Auf die Frage, was seiner Mannschaft gefehlt hatte, um zu punkten: „Ein bisschen Selbstvertrauen, ein bisschen der Glaube, ein bisschen Glück, ein bisschen von allem.“

Jackson Irvine in der Startelf mit Fujita und Sands

In einer Partie, die das Publikum nicht nur aufgrund der eisigen Temperaturen auf eine harte Probe gestellt hatte, weil sie sich auch auf der Attraktivitäts-Skala über weite Strecken im Null-Bereich bewegt hatte, was allerdings auch erklärbar war angesichts der prekären Lage, „lief dann alles auf eine Szene hinaus, eine Standard, ein Einwurf“, befand Irvine, der mit James Sands und Joel Chima Fujita im zentralen Mittelfeld gespielt hatte.

Bei besagtem Einwurf war der Ball nach einem gewonnenen Kopfball der Berliner im Strafraum der Kiezkicker zu Rani Khedira, der im Sechzehner viel zu viel Platz hatte, um erst Mitspieler Ilic anzuschießen und dann im zweiten Versuch die Pille zielsicher und unhaltbar in die Maschen zu wuchten. In dieser Szene rückte Irvine zu spät auf den Torschützen raus, um ihn entscheidend zu stören. Kein krasser Fehler, aber er sah auch nicht gut dabei aus, wenngleich ihm weder Mitspieler noch der Trainer einen Vorwurf machen wollten.

Irvine nach einer Stunde raus: „Es war stabil“

Nach einer guten Stunde hatte Irvine Feierabend. „Man hat gesehen, dass dann auch die Kräfte ein bisschen schwinden“, begründete Coach Alexander Blessin später die Auswechslung des australischen Nationalspielers (64.). Mit der Einwechslung von Danel Sinani wollte er zugleich „nochmal in spielerisches Element reinbringen“, erklärte er.

Irvine selbst war mit seinem ersten Spiel für St. Pauli von Beginn an seit Mitte April zufrieden. „Ich war präsent im Spiel, war in den Zweikämpfen“, resümierte der Mittelfeldmann, der im jüngsten Länderspielfenster mit Einsätzen für Australien wichtige Spielpraxis gesammelt hatte, und merkte kritisch an: „Ich war nicht ganz so viel im Strafraum, wie ich es mir gewünscht hätte. Insgesamt war es stabil. Hoffentlich kann ich in den nächsten Wochen stärker werden.“

Eric Smith lobt den Kapitän: „Er ist sehr gut darin“

Das hoffen auch die Mitspieler und Fans. Abwehrchef Eric Smith hatte schon einen positiven Effekt festgestellt. „Er ist unser Kapitän, wir haben ihn vermisst. Man hat gesehen, dass wir viel stabiler waren“, befand der Schwede. „Der Bereich vor unseren Verteidigern war ein wenig unser Problem, die Gegner kamen zu leicht dorthin. Mit seiner Erfahrung und seinem Spielverständnis ist er sehr gut darin, diesen Raum dichtzumachen.“ Nur eben in der einen entscheidenden Szene des Union-Spiels nicht.

Das könnte Sie auch interessieren: St. Pauli-Noten: Nur einer enttäuscht komplett, aber insgesamt war es zu wenig

Trotz der schwarzen Serie und der anhaltenden Talfahrt gibt sich der Kapitän kämpferisch. „Der einzige Weg ist der nach vorne, daran zu glauben, Gas zu geben, einander zu unterstützen. Wir sehen das ja in jedem Training. Wir haben es zu Beginn der Saison gesehen. Wir müssen einen Weg finden, da wieder hinzukommen. Es gilt, die Niederlagenserie nicht zu sehr zum Ballast werden zu lassen. „Der richtige Umgang damit ist, nicht zu viel in die Vergangenheit zu schauen. Was passiert ist, ist passiert. Und nächste Woche ist die nächste Chance, ein Fußballspiel zu gewinnen. So müssen wir da herangehen.“ Allerdings geht es gegen Bayern München…

Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp
test