FC St. Pauli
„Hin und her“: Der Status von St. Pauli und Jackson Irvine nach Kritik und Rüffel
Nach dem Abstieg hatten Äußerungen von Jackson Irvine für Ärger beim FC St. Pauli gesorgt. Jetzt ist der Kapitän weit weg bei der WM. Wie steht es um das Verhältnis?
Der FC St. Pauli und sein geliebter Kiez sind gerade ganz weit weg für Jackson Irvine. Das liegt daran, dass der Kapitän der Kiezkicker selbst gerade ganz weit weg ist, körperlich und mit seinen Gedanken. Natürlich hat er erfahren, dass sein Verein mit Marcel Rapp einen neuen Trainer bekommen hat, aber Irvines Fokus gilt den letzten Trainingstagen mit der australischen Nationalmannschaft im WM-Quartier im kalifornischen Oakland vor dem ersten WM-Gruppenspiel gegen die Türkei am kommenden Sonntag.
Die Tatsache, dass Irvine dennoch Thema war bei der offiziellen Präsentation des neuen St. Pauli-Trainers Marcel Rapp am Montag, hatte nichts mit der Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada zu tun, sondern mit dem Statement das Kapitäns direkt nach dem Abstieg und einem öffentlichen Rüffel von Sportchef Andreas Bornemann zwei Tage später.
Rapp entscheidet über die Kapitänsfrage
Dicke Luft? Nur ein inhaltlicher Dissens? Und vor allem: alles ausgeräumt und bereinigt vor dem Abflug von Irvine in die USA? Grund genug, nachzuhaken beim Sportchef, wie es um das Verhältnis und das Standing des Kapitäns bestellt ist.
Jetzt ist er bei der WM und die Entscheidung, Kapitän oder nicht, liegt ausschließlich beim Trainer.
Auf die Frage, ob es in der Zwischenzeit nochmal ein Gespräch gegeben habe und ob feststehe, dass Irvine in der kommenden Saison als Kapitän im St. Pauli-Trikot auflaufe, stellte Bornemann noch einmal klar, dass ihm allein die „Einlassungen“ des Mittelfeldspielers unmittelbar nach dem Saisonfinale gegen Wolfsburg „nicht gefallen“ hatten und er dies deshalb klargestellt hatte.
Irvine kassierte einen Rüffel von Bornemann
In der Folge habe es „kurzen Austausch mit Sprachnachrichten, die hin und her gingen“ gegeben. „Es war alles in bester Ordnung“, versichert der Sportchef. „Jetzt ist er bei der WM und diese Fragestellung, Kapitän oder nicht“, die sei Sache des Trainers, also von Rapp. „Die Entscheidung liegt ausschließlich bei ihm.“
Gut möglich, dass Rapp im Zuge der Neuausrichtung der Mannschaft auch die Hierarchie verändert und die Kapitänsrolle neu verteilt. Das wäre bei einem Trainerwechsel nicht untypisch, zumal der neue Coach auch entscheiden muss, welche Rolle der 33-jährige Irvine künftig sportlich spielen kann oder soll.
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Irvine hatte direkt nach der 1:3-Niederlage und dem Abstieg im TV-Interview gesagt, dass die Spieler die Verantwortung übernehmen und sich hinterfragen müssen, aber dies auf „allen Ebenen“ des Vereins passieren müsse. „Ich hoffe, dass jeder andere im Klub das auch tut und auf deren eigene Rollen schaut, in dem, wo wir jetzt stehen“.
Für Bornemann ging das zu weit und stellte eine Überschreitung des Kompetenzbereichs eines Kapitäns dar. „Es ist nicht die Aufgabe des Kapitäns, zu sagen, der Verein solle sich mal bitte auf allen Ebenen hinterfragen.“ Ein klarer Rüffel. Und damit erledigt? Das wird sich spätestens zeigen, wenn die Weltmeisterschaft für das australische Team vorbei und auch der anschließende Urlaub beendet ist.
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