Drei St. Paulianer gegen Unions Leite

Jackson Irvine, Mathias Pereira Lage und Mathias Rasmussen holten mit St. Pauli einen Punkt bei Union Berlin (hier Diogo Leite). Foto: imago/Nordphoto

„Hilft uns auf jeden Fall“: St. Pauli besteht bei Union Berlin

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Nein, sie waren nicht zufrieden mit sich und der eigenen Leistung, aber das durfte an diesem Ostersonntagnachmittag gerne mal die zweite Geige spielen. Denn schließlich haben die Profis des FC St. Pauli beim 1. FC Union Berlin einen vielleicht glücklichen, am Ende aber vermutlich enorm wichtigen Punkt geholt beim 1:1 (1:0) an der Alten Försterei. „Wenn man das Spiel im Ganzen sieht, kann man auf jeden Fall damit leben“, bilanzierte Hauke Wahl.

Dass er als Aushilfsabwehrchef für den verletzt fehlenden Eric Smith nach intensiven 95 Minuten nicht über Nackenstarre zu klagen hatte, war bewundernswert. Dass der Untergrund in Köpenick ausbaufähig grün und gut ist, spielt deswegen keine Rolle, weil Union nahezu ausschließlich weit über der Grasnarbe agiert. Im Minutentakt segelten Wahl und Co. die hohen Bälle um die Ohren, zudem begannen die Hausherren vergleichsweise offensiv ausgerichtet.

Mathias Pereira Lage bringt St. Pauli in Führung

„Union hat uns am Anfang viel gestresst“, erklärte Wahl, „und über das gesamte Spiel gesehen finde ich, dass wir in bestimmten Zonen zu wenig Bälle gewonnen haben.“ Nur in einer Phase der ersten Hälfte bekam St. Pauli mal Kontrolle über die Nummer, hatte das Spielgerät, kam zu Stafetten – und zur Führung. Nachdem Karol Mets eine gute Eckenvariante noch ungenutzt gelassen hatte (22.), nagelte Mathias Pereira Lage das Runde nach einem abgewehrten Freistoß aus 18 Metern volley und mit 118 km/h in die Maschen. Ein Sahne-Ding!

St. Pauli kassiert kurz nach der Pause das 1:1

Davor und danach stand vor allem Nikola Vasilj im Mittelpunkt. Der frisch gebackene WM-Fahrer parierte mehrfach großartig, beim Ausgleich durch einen Kopfball von Andrej Ilic nach einem Eckball (52.) aber war er dann machtlos. „Wir wussten um ihre Stärken nach Einwürfen und Ecken, fast alle haben wir gut verteidigt. Nur die eine eben nicht“, analysierte Trainer Alexander Blessin, während Hauke Wahl anmerkte: „Man muss auch einfach manchmal die Qualität eines Gegners anerkennen. Das war ein super Eckball, der genau in unseren Zwischenraum gekommen ist, ein super Einlauf und ein guter Kopfball. Deswegen ein bisschen ärgerlich, aber einfach gut gemacht.“

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Mehr tat sich in Sachen Treffer nicht, weil Vasilj seinen einzigen, dafür aber gravierenden Patzer in Form eines Fehlpasses vor dem eigenen Strafraum mit Paraden gegen András Schäfer und Oliver Burke wieder wettmachte (67.). Union drückte zwar, machte St. Pauli mit dem unangenehmen Spielstil (Wahl: „Einfache Mittel bedeutet nicht, dass es ein katastrophaler Fußball ist, sondern die muss man auch erst mal als Mannschaft gut machen“) das Leben schwer. Aber der Kiezklub rettete den Zähler über die Ziellinie.

Jackson Irvine fehlt St. Pauli gegen die Bayern

Und das in den letzten zwei Minuten in Unterzahl, weil Kapitän Jackson Irvine Gelb-Rot sah (90.+3), was wiederum den sonst so bedachten Co-Trainer Peter Nemeth derart aus dem Sattel hob, dass er von Referee Tobias Welz (Wiesbaden) glatt Rot unter die Nase gehalten bekam. Das bedeutet, dass beide am kommenden Samstag gegen die Bayern fehlen werden, beeinflusste das erste Fazit von Alexander Blessin aber nicht. „Den Zähler nehmen wir mit“, sagte er. „Zufrieden wäre das falsche Wort, aber der Punkt hilft uns auf jeden Fall.“

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