Heftiges Friedl-Foul mit Folgen: Wie es um St. Pauli-Kapitän Irvine steht
Es war eine Szene, bei der gefühlt das ganze prall gefüllte und vor Emotionen beinahe berstende Millerntor-Stadion den Atem anhielt. Das übel aussehende Foul an St. Pauli-Kapitän Jackson Irvine, der sich seit Wochen mit Schmerzen im Fuß durchbeißt, um die Kiezkicker im Klassenkampf anzuführen, und im hohen Tempo von Werder-Kapitän Marco Friedl umgesenst worden war, sorgte auf dem Rasen für hitzige Szenen. Nach der Aktion und einer längeren Behandlungspause humpelte Irvine und wurde Minuten später ausgewechselt. Wie blickt der Leader nach dem umjubelten 2:1-Sieg auf die heftige Aktion?
Am Montagmorgen war kein Irvine auf dem Trainingsplatz des FC St. Pauli an der Kollaustraße zu sehen. Nicht ungewöhnlich, denn die Startelf-Spieler absolvieren ihre regenerative Einheit stets im Inneren des Funktionsgebäudes. Insofern sind noch keine Rückschlüsse zu ziehen, wie der Australier das kräftezehrende, umkämpfte und teilweise hart geführte Keller-Duell gegen Bremen überstanden hat.
Nur Gelb? Das rüde Foul von Friedl an Jackson Irvine
Dass Irvine nach Spielen nicht rund läuft, ist mittlerweile Normalität. Das Sprunggelenk schmerzt, wobei alle Beteiligten und Verantwortlichen betonen, dass der 32-Jährige nicht mit einer Verletzung aufläuft und es auch kein Risiko einer Verschlimmerung gibt. Ein sensibler Bereich ist der linke Fuß dennoch.

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Das erklärt den Schrecken und das kollektive Bangen, nachdem Friedl in der 75. Minute – fünf Minuten nach dem 2:1-Führungstreffer durch Joel Chima Fujita – den in Richtung Werder-Tor stürmenden Irvine weggerätscht hatte, ohne den Ball zu treffen. Irvine segelte ob des hohen Tempos spektakulär durch die Luft, blieb danach lange am Boden und wurde dort behandelt. Friedl, der sich bei der Aktion selbst wehgetan hatte, kam mit Gelb davon. Dunkel-Gelb.
Irvine: „Er hat sich dabei selbst auch wehgetan“
Auf das heftig aussehende Foul des Österreichers angesprochen, musste Irvine in der Interview-Zone schmunzeln. „Ich habe ein bisschen mehr daraus gemacht“, sagte er und meinte die Zeit der Behandlung. Und er verriet einen Dialog mit Friedl: „Er hat mir gesagt, dass er sich selbst auch dabei wehgetan hat. Es war Schienbein gegen Schienbein.“ Die Gelbe Karte sei angemessen gewesen, fand der Mittelfeldmann, auch die Kriterien einer Notbremse waren nicht erfüllt. „Ich denke nicht, dass es Rot war“, sagte Irvine und nahm das Foul sportlich: „Das ist einfach Teil des Spiels.“ Als Sieger lässt es sich logischerweise leichter über den Dingen stehen.
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Dass Irvine nach dem Foul länger brauchte, um sich behandeln zu lassen und wieder aufzurappeln, hatte auch etwas mit Gespür für die Situation und Cleverness zu tun, die neben seinem Einsatz und seiner Energie wichtig sind. das betonte auch Trainer Alexander Blessin nach der intensiven Partie: „Jacko war in der zweiten Halbzeit sehr gut drin, hat viele Zweikämpfe gewonnen, ist in der Dynamik geblieben und zieht dann wichtige Fouls, die uns helfen, runterzukommen, durchzuschnaufen und dann wieder den nächsten Angriff zu starten.“
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Irvine hatte nicht geschauspielert, aber die Unterbrechung nach der zweifellos rüden Attacke ausgiebig genutzt, um sich selbst und auch den Mitspielern eine kleine Pause zu verschaffen. Fünf Minuten später wurde er unter Ovationen ausgewechselt. Mehr als einen blauen Fleck am Schienbein dürfte er nicht davongetragen haben.
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