Hard-Kohr! St. Pauli gegen Bundesliga-Rekordrüpel: „Es wird knallen“
In Zeiten von Social Media sollte man sich mit populistischen Urteilen über Menschen tunlichst zurückhalten. Dominik Kohr ist genug um die Ohren geflogen in den vergangenen Wochen, wobei es natürlich auch so ist, dass der Mainzer Defensivmann erheblich selbst dazu beigetragen hat. Am Sonntag gegen den FC St. Pauli wird das 31-jährige Raubein nach abgelaufener Sperre wieder spielen dürfen.
Die Szene hatte die Gemüter erhitzt – aus nachvollziehbaren Gründen. Kohr selbst zeigte sich später „erschrocken“ über sein brutales Foul an Hoffenheims Youngster Max Moerstedt, das glücklicherweise keine schwere Verletzung, aber natürlich eine Rote Karte nach sich zog. Es war bereits der neunte Platzverweis seiner Bundesliga-Karriere – ein neuer Rekord. Dazu kommen noch stolze 14 Gelbsperren. Den Spitznamen „Hard-Kohr“ hat er sich über die Jahre also redlich verdient.
Olaf Thon forderte drastische Sperre für Wiederholungstäter Kohr
Und wenn der Ruf erst ruiniert ist, muss man nicht auf die Gnade der Öffentlichkeit hoffen. Nach dem finsteren Kohr-Foul an Moerstedt hatte sich unter anderem 1990-Weltmeister Olaf Thon zu Wort gemeldet – mit einer drastischen Forderung. „Ich finde, es ist an der Zeit, ein Exempel zu statuieren“, schrieb die Schalke-Legende in ihrer Kolumne im „Kicker“ und betonte: „In diesem außergewöhnlichen Fall halte ich eine Sperre von bis zu zwölf Wochen für den Mainzer Verteidiger absolut für angemessen.“

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Auch St. Pauli hat schon seine unliebsamen Erfahrungen mit dem gebürtigen Trierer gemacht. In der vergangenen Saison hatte Kohr Elias Saad am Millerntor ins Krankenhaus getreten – beim Stand von 3:0 für den FSV und in der letzten Spielminute. Der jetzige Augsburger zog sich eine schwere Bänderverletzung zu, musste operiert werden und fiel lange aus.
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Generell ist Kohr so etwas wie die Speerspitze einer Mannschaft, die generell keine Kinder von Traurigkeit beherbergt. 38 Gelbe Karten, vier Rote und vier Gelb-Rote lassen darauf schließen, dass sich St. Pauli auf eine Menge Physis einstellen muss.
Blessin: „Wir werden dagegenhalten“
Doch bange machen gilt nicht, das stellte auch Karol Mets, seines Zeichens ebenfalls ein knallharter Zweikämpfer, heraus. „Ich weiß, dass sie eine körperbetonte, aggressive Mannschaft sind, und wir müssen dem unbedingt standhalten“, erklärte der mit allen Wassern gewaschene Rekord-Nationalspieler Estlands: „Für uns wird es hauptsächlich darum gehen, ihre Physis in Bezug auf ihre Gelben Karten und was sie sonst noch tun zu kontern.“
Trainer Alexander Blessin sagte am Freitag zur Gangart von Kohr und Co.: „Es wird nochmal intensiver werden als gegen Heidenheim. In der Summe wird es knallen. Wir werden dagegenhalten – mit allen fairen Mitteln.“
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