FC St. Pauli

Haras erste Tore: Mehr als nur ein doppeltes Lebenszeichen?

Taichi Hara trifft im Test gegen Altona für den FC St. Pauli.
Taichi Hara erzielte in dieser Szene sein erstes Tor für den FC St. Pauli.

Es ist selten, dass beim FC St. Pauli Winter-Zugänge gar nicht funktionieren. Bei Taichi Hara war das in der vergangenen Saison so, doch der Japaner setzte zum Vorbereitungsstart gleich mal Ausrufezeichen.

Ihn als großes Fragezeichen im Kader des FC St. Pauli zu bezeichnen, trifft die Sache wohl am besten. Groß, weil der Stürmer immerhin 191 Zentimeter misst. Fragezeichen, weil der im vergangenen Winter verpflichtete Japaner bislang noch komplett hinter jeder Erwartung zurückgeblieben war. Doch das scheint sich pünktlich zur neuen Saison zu ändern.

Klar, man darf es nicht überzeichnen. Es war das erste Testspiel, der Gegner zwar ein guter, aber eben „nur“ ein Oberligist. Dennoch: Die zwei Tore, die dem Mittelstürmer gelangen, muss man jetzt auch nicht der Rubrik Zufall zuordnen. Vielmehr machte Taichi Hara das, was ihm die Verantwortlichen des Kiezklubs nahegelegt hatten: die Zurückhaltung aufgeben.

Taichi Haras Debüt-Tor für St. Pauli war ein Hingucker

Nur etwas mehr als drei Minuten hatte es nach seiner Einwechslung an der Adolf-Jäger-Kampfbahn gedauert, bis der 27-Jährige erstmals überhaupt im St. Pauli-Trikot jubeln durfte. Und das Tor war ein Hingucker! Zum einen wegen des maßgenauen Zuspiels von Landsmann Joel Chima Fujita. Aber auch und vor allem, weil Hara den Ball auf nassem Geläuf mit dem ersten Kontakt am Keeper vorbei legte, um dann eiskalt vollstrecken zu können.

Selbst St. Paulis Trainer Marcel Rapp wusste wenig über Taichi Hara

„Man sieht ja schon, dass er eine feine Technik hat und einen ordentlichen Abschluss“, lobte Trainer Marcel Rapp seinen Schützling, von dem er bisher auch nur herzlich wenig wusste. „Ich muss mich erstmal reinfuchsen, weil ich auch nicht so viele Bilder gesehen habe von ihm, weil er nicht so viel gespielt hat“, räumte der 47-Jährige ein und umschrieb dadurch die Fakten noch sehr blümerant. Insgesamt genau 35 Minuten waren für Hara nach fünf Einwechslungen (vier Mal Bundesliga, ein Mal DFB-Pokal) zusammengekommen in der Vorsaison.

Zu einer Hilfe war er nicht geworden. Anders als Landsmann Tomoya Ando, anders als so viele andere Profis, die Sportchef Andreas Bornemann jeweils zwischen den Jahren geholt hatte. Karol Mets, Elias Saad, Dapo Afolayan, Noah Weißhaupt, Siebe van der Heyden - sie alle und noch einige mehr hatten prompt gezündet, bei Hara soll das nun nachträglich der Fall werden. Und das, was er in Altona gezeigt hat, war nicht nur wegen seiner beiden Treffer - auch die Bude zum Endstand ging auf sein Konto - mehr als nur ein doppeltes Lebenszeichen.

Haras Doppelpack als Basis für den Durchbruch bei St. Pauli?

Das gilt es nun zu untermauern. „Jetzt müssen wir halt schauen, wie wir ihn integrieren, aber auch wie er sich integriert in die Art und Weise, wie wir spielen“, befand Trainer Rapp und ergänzte: „Ich glaube, die zwei Tore sind positiv und tragen dazu bei, dass es gut wird.“


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