Hauke Wahl blockt Mainzer Hollerbach

Hauke Wahl und Co. bekamen gegen Mainz (l. Hollerbach) immer einen Fuß dazwischen. Foto: WITTERS

„Hätte ich das Spiel im TV geschaut…“: St. Pauli-Profi mit Klartext nach Nullnummer

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Es war die Art Fußballspiel, für die der Begriff Abnutzungskampf einst erfunden worden ist – und der FC St. Pauli hielt den Anforderungen stand: Beim eigentlich zum Siegen verdammten Schlusslicht Mainz 05 erreichten die Kiezkicker vor 33.000 Fans ein torloses Remis, bleiben vier Zähler vor dem FSV und gehen mit vier Partien ohne Niederlage am Stück in die kurze Weihnachtspause.

Um die an diesem Nachmittag zur Nebensache gewordenen Attraktivitätsstufe der insgesamt 96 Minuten zu beschreiben, braucht es nur die Worte von Hauke Wahl. „Hätte ich das Spiel im Fernsehen geschaut, ich hätte nach zehn Minuten ausgeschaltet“, sagte der einmal mehr tadelsfreie Abwehrchef-Vertreter des gesperrten Eric Smith. „Aber man muss auch ehrlich sein: Beide Mannschaften sind in keiner guten Situation, beide wollten nicht verlieren.“

St. Pauli liefert beherzten Kampf in Mainz

Dazu kamen dann noch die Platzverhältnisse. Der Untergrund war erst am Donnerstagabend beim Conference-League-Spiel der 05er gegen Samsunspor (2:0) malträtiert worden und war zum einen entsprechend uneben, zum anderen extrem seifig. „Man konnte einfach wegrutschen, und der Ball ist komisch gesprungen“, urteilte auch Nikola Vasilj. „Das war auch ein Grund, warum es 90 Minuten Kampf waren.“

FSV-Boss Christian Heidel lobt St. Pauli

Ebendiesen absolvierten die Hamburger allerdings mit Inbrunst und Bravour. Den ersten und einzigen Schuss aufs Tor gab es durch Armindo Sieb in der zweiten Minute der Nachspielzeit, ansonsten ließen die Gäste nichts zu. Das fand selbst der Mainzer Sportvorstand Christian Heidel beachtlich. „St. Pauli hat das top verteidigt“, lobte er. „Ich habe es selten erlebt, dass es auf beiden Seiten überhaupt keine Torchance gibt.“

Jackson Irvine hat die einzige Kiezklub-Chance

Das war tatsächlich so. Denn so stabil der Kiezklub gegen den Ball unterwegs war, so harmlos war er vor des Gegners Gehäuse. Einzig erwähnenswerte Szene war ein zu zentral und zu lasch abgegebener Schuss von Jackson Irvine nach 36 Minuten, den FSV-Keeper Daniel Batz locker parieren konnte. Aber das war egal in diesem für neutrale Fans vermutlich gruseligen Kick, der aufseiten der Gäste jedoch aus nachvollziehbaren Gründen viele zufriedenstellte.

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Zum Beispiel den Torwart. „Der Punkt ist absolut okay“, urteilte Nikola Vasilj. „Ich glaube, dass es wichtig für uns ist, dass wir endlich zu null gespielt haben nach so langer Zeit und ja, in solchen Spielen, wenn man nicht gewinnen kann, muss man den einen Punkt mitnehmen. Es war wichtig, defensiv stabil zu bleiben und dass wir drei Spiele ungeschlagen sind, mit fünf Punkten.“ Für St. Pauli gehe es darum, auf diesem Level zu bleiben.

St. Pauli-Trainer Blessin mit dem Remis zufrieden

Und auch Trainer Alexander Blessin war erwartungsgemäß alles andere als unzufrieden. „Es war zu erwarten, dass es ein Spiel mit wenigen Chancen werden würde. Wir können mit dem Unentschieden gut leben“, bilanzierte er und wirkte ein Stück weit erleichtert: „Vier Spiele ohne Niederlage, jetzt auch noch ein Clean Sheet – das fühlt sich einfach gut an.“ Und dieses Gefühl wird – und das war die Zielsetzung von Karol Mets („Der Plan war, die Null zu halten und dafür zu kämpfen“) und Co. – die braun-weißen Festtage bestimmen. „Ich glaube, wir können sehr zufrieden sein, wie wir die Dinge gewendet haben nach der Niederlagenserie“, sagte Nikola Vasilj. „Aber wir wissen auch, dass es noch ein weiter Weg ist.“

St. Paulis Karol Mets blickt schon nach vorne

Den werden die Hamburger ab dem neuen Jahr zu beschreiten versuchen. „Wir haben gezeigt, dass wir gut genug sind, um Punkte mitzunehmen in dieser Liga und dass wir in diese Liga gehören“, sagte Karol Mets. „Das ist auch, was wir in der zweiten Saisonhälfte zeigen wollen, nur ohne so ein Tief. Der einzige Weg ist nach oben.“

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