„Habe diesen Müll satt!“ St. Paulis Metcalfe feuert gegen respektlose Amerikaner
Es brodelt, es knistert und es wird krachen. Die weltweite Fußballgemeinde kann sich auf einen richtig heißen Tanz gefasst machen. Auf dem Papier ist es nur ein Vorrundenspiel, aber wenn WM-Gastgeber USA und Australien am 2. Spieltag der Gruppe D am 19. Juni in Seattle aufeinandertreffen, dann wird es zur Sache gehen. Seit Monaten gibt es Beef. Jetzt ist St. Pauli-Profi Connor Metcalfe kurz vor Beginn des Mega-Turniers auf amerikanischem Boden der Kragen geplatzt. Was ist passiert?
Die Rivalität hat sich in Rekordzeit hochgeschaukelt. Seit geraumer Zeit gibt es immer wieder Kommentare von amerikanischen Fußball-Experten und Ex-Profis, die der australischen Mannschaft mit den beiden Kiezkickern Metcalfe und Jackson Irvine die Klasse absprechen oder von einem Selbstläufer für das US-Team beim Aufeinandertreffen bei der Weltmeisterschaft sprechen.
FC St. Pauli: Connor Metcalfe kontert US-Experten
„Ich habe all das Zeug in den US-Medien über unsere Chancen gesehen, und ehrlich gesagt, habe ich es einfach satt. Das ist so viel Müll. All dieses Gerede – lasst uns einfach auf das Spiel spielen“, sagte Metcalfe bei einer Pressekonferenz der „Socceroos“ vor der WM-Generalprobe gegen die Schweiz in San Diego (1:1) am Samstag, bei dem der Mittelfeldmann zur zweiten Halbzeit eingewechselt wurde und mit einem perfekten Pass den Ausgleich seiner Mannschaft vorbereitete.
In den Tagen vor dem letzten Test hatte die amerikanische Fußball-Kultfigur Alexi Lalas Australiens Auswahl als „in jeder Hinsicht durchschnittliche Mannschaft“ bezeichnet, die nur erfolgreich sei, weil sie „in ihrer Region in Asien“ spiele und nicht gegen richtig starke Konkurrenz. Zuvor hatte schon der ehemalige US-Nationalspieler und TV-Experte Mike Grella das Gruppenspiel gegen Australien als Selbstläufer bezeichnet und geunkt: „Wenn die USA nicht Australien schlagen können, dann können sie gleich zu Hause bleiben.“
Irvine und Co. „durchschnittlich“, Popovic findet es „lustig“
Irvine, Metcalfe & Co., die mit dem FC St. Pauli aus der Bundesliga abgestiegen sind und nun mit Marcel Rapp einen neuen Vereins-Trainer bekommen haben, gelten im Gastgeberland gemeinhin als schwächster Gegner des US-Teams in der Gruppe D nach Paraguay und der Türkei. Der frühere US-Stürmerstar Landon Donovan prophezeit, dass Australien die Vorrunde als Letzter der Gruppe beendet. Er spottete unlängst, dass es dann heißen werde: „Danke fürs Kommen, Aussies und Euer selbstgefälliger Coach. Ihr könnt Euer Quantas-Flugzeug besteigen und nach Hause fliegen.“
Socceroos-Coach Tony Popovic nimmt es mit Humor. „Ich finde das lustig“, sagt er zu den Kommentaren über sein Team und die Chancen. Er genieße das sogar. Seine Mannschaft werde die Antwort auf dem Rasen geben. „Ich erwarte, dass sie laut und deutlich ausfallen wird.“ Die australische Fußballlegende Mark Schwarzer, mittlerweile als TV-Experte tätig, sieht es genauso: „Mir ist egal, was sie sagen. Der beste Weg, sie zum Schweigen zu bringen, ist, sie zu besiegen.“
Vorgeschichte: Hartes Duell von Australien und den USA
Spannungen gibt es aber auch zwischen den aktuellen Teams beider Länder. Ein Testspiel-Duell im Oktober, das die gastgebenden US-Boys mit 2:1 gewonnen hatten, war zu einer sehr harten und hitzigen Angelegenheit ausgeartet, bei der 26 (!) Fouls gepfiffen worden waren. Nach einem rüden Einsteigen des australischen Verteidigers Jason Geria an US-Star Christian Pulisic, der daraufhin verletzt ausgewechselt werden musste, war Pulisics Mitspieler Chris Richards auf Geria losgegangen und es wäre beinahe zu einer körperlichen Auseinandersetzung gekommen. Nach dem Spiel beschwerte sich die US-Delegation über die angeblich überharte Spielweise der Australier.
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„Es war hitzig, es war hart“, blickt Metcalfe auf das Duell im Herbst zurück und prognostiziert für den erneuten Showdown auf der großen WM-Bühne: „Und es wird wahrscheinlich wieder genauso sein.“