FC St. Pauli

„Gut für uns“: Die WM-Chance von Irvine und Metcalfe – und ihre Zukunft bei St. Pauli

Jackson Irvine ist stolz auf die australische Mannschaft, die nun erstmals ein K.o.-Spiel bei einer WM gewinnen will.

Zwei Kiezkicker auf der großen WM-Bühne: Jackson Irvine und Connor Metcalfe wollen mit Australien ins Achtelfinale und Geschichte schreiben. Was bedeutet das für den FC St. Pauli und wie geht es mit dem Duo weiter? Die MOPO hat beim Sportchef nachgefragt.

Aller guten Dinge sind… vier?! St. Paulis Australier Jackson Irvine und Connor Metcalfe sind bei der Weltmeisterschaft auf einer historischen Mission. Noch nie haben die „Socceroos“ ein K.o.-Spiel einer WM gewonnen. Das soll am Freitag erstmals gelingen, wenn das Team aus Down Under im Sechzehntelfinale auf Ägypten trifft. Spielt das braun-weiße Duo überhaupt? Was ein Weiterkommen für den Kiezklub bedeutet und wie es für Irvine und Metcalfe nach der Rückkehr bei St. Pauli weitergeht.

Für St. Pauli-Fans, die Kiezkicker bei der WM sehen und mitfiebern wollen, heißt es: rauf auf die Sofa-Tribüne! Zur deutschen Prime Time um 20 Uhr wird die Partie im riesigen Dallas Stadium im texanischen Arlington angepfiffen (live im ZDF und bei MagentaTV).

Natürlich schauen auch die sportliche Führung des Kiezklubs und viele Teamkollegen ganz genau hin.

Australien will gegen Ägypten ins WM-Achtelfinale

„Wir drücken ihnen fest die Daumen“, sagt Sportchef Andreas Bornemann im Gespräch mit der MOPO. „Gegen Ägypten hat Australien eine realistische Chance, ins Achtelfinale einzuziehen.“ Er hat die bisherigen Auftritte der Auswahl vom fünften Kontinent aufmerksam verfolgt. „Die Australier sind mit einem guten Teamspirit unterwegs, wofür sie ja bekannt sind.“

Connor Metcalfe jubelt nach dem Tor für Australien gegen die Türkei im WM-Spiel in Vancouver.
Connor Metcalfe jubelt nach dem Tor für Australien gegen die Türkei im WM-Spiel in Vancouver.

Gut unterwegs ist bislang auch Metcalfe bei seiner ersten WM. Der 26-Jährige hat die Gruppenspiele gegen die Türkei (2:0) und Paraguay (0:0) in der Startelf und über die volle Spielzeit bestritten, war im zweiten Vorrundenspiel gegen die USA (0:2) etwas überraschend erst zur zweiten Halbzeit eingewechselt worden. Sein vorläufiges Highlight: das zweite und damit auch entscheidende Tor gegen die Türkei.

Connor hat der Mannschaft bei seinen Einsätzen immer etwas gegeben und war sehr präsent.

Andreas Bornemann

„Connor hat der Mannschaft bei seinen Einsätzen immer etwas gegeben und war sehr präsent“, findet Bornemann als Betrachter aus der Ferne. „Jacko hat nach und nach mehr Spielzeit bekommen und es gut gemacht. Er war gegen Paraguay gut im Spiel wirkte griffig.“

Irvine zunächst in der Jokerrolle

Irvine war in den ersten beiden WM-Spielen jeweils erst in der Schlussphase eingewechselt worden, hatte gegen Paraguay dann erstmals von Beginn an im zentralen Mittelfeld gespielt und war erst in der 84. Minute ausgewechselt und durch Paul Okon-Engstler (21) ersetzt worden, der in den vorangegangenen Partien gegen die Türkei und die USA den Startelf-Vorzug erhalten hatte.

„Es ist ein großer Erfolg, unsere Gruppe als Zweiter beendet zu haben. Darauf können wir stolz sein“, zog Irvine nach der Vorrunde Zwischenbilanz und lobt die „großartige Mannschaft“ seines Heimatlandes. „Jetzt wollen wir das erste australische Team sein, das ein Knockout-Spiel bei einer WM gewinnt.“ 2022 in Katar hatten sich die „Socceroos“ im Achtelfinale dem späteren Weltmeister Argentinien mit 1:2 beugen müssen.

Im erweiterten Teilnehmerfeld und dem Sechzehntelfinale soll gegen die Ägypter um Superstar Mohamed Salah (zuletzt FC Liverpool) und Ex-St. Paulianer Omar Marmoush (Manchester City) nun der historische Schritt gelingen.

Weiterkommen hätte Konsequenzen für St. Pauli

Jetzt wollen wir das erste australische Team sein, das ein Knockout-Spiel bei einer WM gewinnt.

Jackson Irvine

Das hätte auch für St. Pauli Konsequenzen. „Je weiter sie kommen, desto später werden sie wieder bei uns sein“, weiß Bornemann um die Nachteile, „aber andererseits ist es auch positiv, weil sie bei der WM erfolgreich waren und mit positiver Energie zurückkommen dürften.“ Der Sportchef sieht eher die Vorteile. „Es ist gut für uns, wenn sie spielen und gut performen.“

Auch finanziell übrigens. Je länger eine Nationalmannschaft im WM-Turnier ist, desto mehr Prämien zahlt die FIFA an die nationalen Verbände aus, die wiederum Abstellungsgebühren für die Spieler an deren Vereine zahlt.

Die zeitliche Regelung des Kiezklubs für seine WM-Fahrer sieht vor, dass die Spieler ab dem Ausscheiden aus dem Turnier rund drei Wochen Urlaub bekommen, bevor sie sich wieder auf dem Trainingsgelände an der Kollaustraße einfinden und in die längst laufende Saisonvorbereitung einsteigen sollen. Das ist der Plan.

Entwicklungen, die diesen Plan ändern, sind nicht ausgeschlossen. Insbesondere Metcalfe wünscht sich nach einer Saison, in der er nur selten zum Zuge gekommen ist, deutlich mehr Spielzeit. Es ist zu klären, ob er diese unter dem neuen Trainer Marcel Rapp erhalten und eine wichtigere Rolle spielen kann, oder aber trotz eines noch bis 2027 laufenden Vertrages einen Wechsel zu einem anderen Verein anstrebt.

Irvine will bei St. Pauli bleiben – Metcalfe-Zukunft offen

„Wenn sie nach der WM und ihrem Urlaub zurückkommen, wird es sicherlich das ein oder andere Gespräch geben, wie es weitergeht“, sagt Bornemann zu dem Thema. Von Metcalfe gibt es bezüglich seiner Zukunft bislang keinerlei offizielle Statements, von Irvine dagegen schon.

„Jacko hat sich ja klar bekannt nach dem letzten Saisonspiel“, erinnert Bornemann an die Worte des Kapitäns nach dem Wolfburg-Spiel, dass er auch nach dem Abstieg an Bord bleiben wolle. Zwar hatte der Kapitän mit einigen Äußerungen nach dem Saisonfinale für Verstimmung bei der Vereinsführung gesorgt und war von Bornemann öffentlich gerüffelt worden, aber das Verhältnis sei „in Ordnung“, wie der Sportchef erst kürzlich bei der Vorstellung von Rapp betont hatte.

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