FC St. Pauli

Große Wut auf deutschen Schiri: Metcalfe und Irvine früher zurück bei St. Pauli?

Referee Felix Zwayer spricht mit Alessandro Circati beim WM-Spiel USA gegen Australien in Seattle.
Schiedsrichter Felix Zwayer erklärt Alessandro Circati seine Entscheidung – doch die Australier konnten im Spiel gegen die USA nicht alle nachvollziehen.

Australisches St. Pauli-Duo muss ums Weiterkommen bangen. Mitspieler kritisiert deutschen Schiedsrichter Zwayer massiv. Gegen Paraguay sollte ein Punkt her.

So schön der Anfang, so schwach die Fortsetzung. Nach ihrem 2:0-Auftaktsieg gegen die Türkei verloren die Australier ihre zweite WM-Partie mit 0:2 gegen die USA. Trainer Tony Popovic steht in der Kritik, weil er die Kiezkicker Jackson Irvine und Connor Metcalfe beide auf der Bank schmoren ließ. Der größte australische Ärger konzentrierte sich aber auf den deutschen Spielleiter Felix Zwayer.

„Der Schiedsrichter hat einen richtig miesen Tag gehabt“, schimpfte Jungstar Nestory Irankunda: „Es waren zwei Mannschaften auf dem Platz, aber er hat jeden strittigen Ball den USA gegeben.“ Auch Coach Popovic bemängelte eine fehlende Linie bei Zwayer, der manchmal sehr schnell Freistöße gegeben und manchmal trotz Fouls nicht eingegriffen habe: „Das Spiel war nicht überhart, aber seine Entscheidungen waren nicht schlüssig.“

Der Schiedsrichter hat einen richtig miesen Tag gehabt.

Nestory Irankunda


Dabei stand Popovic wegen seiner Aufstellung selbst in der Kritik. Irankunda, der den ersten Treffer zum Sieg gegen die Türkei erzielt hatte, saß zunächst nur auf der Bank – ebenso wie St. Paulis Metcalfe, der den 2:0-Endstand markiert hatte. Ohne seine beiden Torschützen trat Australien eine Halbzeit lang viel zu zaghaft auf und lag zur Pause bereits 0:2 im Rückstand. 

Metcalfe bringt den Glauben zurück

Erst als Metcalfe und Irankunda zur zweiten Hälfte den Platz betraten, wurde es besser. Der Glaube war zurück, das Anschlusstor gelang den Socceroos allerdings nicht mehr – auch weil Zwayers Pfeife stumm blieb, als Metcalfe in der 62. Minute im US-Strafraum umgerannt wurde. Aus Sicht der Australier eine dieser 50:50-Entscheidungen, die ihnen zu oft proamerikanisch ausfielen. 

Metcalfe war jedenfalls ein belebendes Element, die australische Redaktion des „Guardian“ gab dem 26-Jährigen als einzigem Australier sieben von zehn möglichen Punkten – was einerseits für St. Paulis Mittelfeldspieler, andererseits aber auch gegen seine schlechter benoteten Mitspieler (St. Pauli-Kollege Irvine kam für die Schlussviertelstunde) sprach. Nachdem er gegen die Türkei das historisch erste Tor eines St. Paulianers bei einer WM-Endrunde erzielt hatte, gab es sogar acht Punkte für den Anfang des Jahres noch verletzten Metcalfe.

Australien trifft auf Paraguay

Die US-Pleite verhinderte die vorzeitige Qualifikation Australiens für die K.o.-Phase. Auch weil Metcalfe zu spät ins Spiel kam, könnte er jetzt früher zurück beim FC St. Pauli sein. Einige Stunden nach St. Paulis Trainingsauftakt am 25. Juni spielen die „Socceroos“ in der Nacht zum Freitag gegen Paraguay um einen Platz in der Runde der letzten 32.

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Ein Unentschieden reicht Metcalfe und Co. bereits für ein Sechzehntelfinale gegen Ägypten, Belgien, Iran oder Neuseeland. Bei einer Niederlage gegen die Südamerikaner müsste gerechnet werden, ob Australien zu den acht besten Gruppendritten gehört – oder Metcalfe wie auch Irvine frühzeitig zur Sommervorbereitung an die Kollaustraße stoßen könnte.

„Mit der zweiten Hälfte gegen die USA war ich richtig zufrieden“, zog Trainer Popovic Bilanz. Vielleicht ein Indiz, dass Metcalfe gegen Paraguay wieder von Anfang an auf dem Platz stehen und dazu beitragen wird, seine Vereinskollegen noch nicht so schnell wieder zu treffen.


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