FC St. Pauli

Göttlich kritisiert Infantino-Pläne: St. Pauli-Boss appelliert an die Verbände

Oke Göttlich hält den FC St. Pauli Peace Prize im Millerntor-Stadion vor dem Bundesliga-Spiel gegen Mainz 05.
St. Pauli-Präsident Oke Göttlich hat zum FIFA-Vorstoß Stellung bezogen.

Oke Göttlich kritisierte die FIFA-WM bereits im Vorfeld. Seine Boykott-Diskussion wurde vom DFB abgewiegelt. Nun bezieht der St. Pauli-Boss in der aktuellen Debatte über den Ausverkauf des Fußballs Stellung.

Er forderte früh, über den Boykott zu diskutieren, der jetzt angedroht wird: DFB-Vizepräsident Oke Göttlich hat den entschiedenen Widerstand der UEFA gegen die Investorenpläne von FIFA-Boss Gianni Infantino gelobt. Gleichzeitig hofft der Präsident des FC St. Pauli auf einen generellen Strukturwandel in den Verbänden.

„Die Fußball-Verbände – egal, ob FIFA oder UEFA, aber auch die nationalen Verbände müssen sich endlich um gute Governance-Strukturen bemühen, damit so ein Auswuchs in Zukunft eingedämmt werden kann“, sagte Göttlich dem NDR.

Heftige Kritik an Infantino

Die FIFA hatte mitgeteilt, mit dem potenziellen Verkauf eines Teils ihrer kommerziellen Rechte etwa an der WM eine Milliardensumme einspielen zu wollen. Für die Umsetzung will die FIFA das Tochterunternehmen FIFA Forward Enterprise (FFE) gründen. Neben der UEFA, die sogar mit einem WM-Boykott droht, hatten auch der für Nord- und Mittelamerika sowie die Karibik zuständigen Concacaf und der asiatische Fußballdachverband AFC die Pläne von Infantino heftig kritisiert.

Göttlich will auch über Menschenrechte reden

Göttlich hätte sich einen solchen Widerstand bereits vor der XXL-WM in den USA, Kanada und Mexiko gewünscht. „Das Zeichen, das hier gesetzt wird, ist richtig und wichtig und hätte eventuell schon vor Monaten gesetzt werden müssen“, sagte Göttlich. „Ich würde mir wünschen, dass dies auch in Fragen der Menschenrechte vor großen Veranstaltungen geschieht. Und nicht nur, wenn es um die kommerziellen Auswüchse der FIFA und ihres allmächtigen Präsidenten Gianni Infantino geht.“


Bereits im Januar hatte Göttlich in einem MOPO-Interview angesichts des Zustands des Fußball-Weltverbands sowie der politischen Zustände im Co-Gastgeberland USA die Diskussion um einen WM-Boykott angeregt. Seine DFB-Vorstandskollegen kanzelten ihn damals ab - mit beredtem Schweigen zu den Verhältnissen reiste der deutsche Tross nach dem Aus im Sechzehntelfinale nach Hause.

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