Gleich zwei Neue: Wagner und Voll machen St. Paulis Weg in der Bundesliga deutlich
Sie nehmen sich alle Zeit, die es benötigt – aber natürlich nicht, ohne Dinge entscheidend voranzutreiben. Und so präsentierten die Verantwortlichen des FC St. Pauli am Donnerstag gleich Neuzugänge im Doppelpack. Ein Duo, das repräsentativ dafür steht, welchen Weg man auf dem Kiez auch in der 1. Liga beschreiten will.
Der erste Spieltag in der Beletage ist noch schiere Ewigkeiten hin, sogar bis zum ersten Training dauert es noch mehr als einen Monat. Und trotzdem hat der FC St. Pauli schon den ersten Sieg eingefahren: Beim Werben um Robert Wagner stach der Kiezklub unter anderem Mitaufsteiger Holstein Kiel aus. Und was man aus Freiburg so vom Mittelfeldspieler hört, der in der Vorsaison an Greuther Fürth ausgeliehen war, ist mit vielversprechend noch dezent beschrieben.
St. Pauli-Zugang Wagner gilt als riesengroßes Talent
Im Breisgau hatte man schon die Verpflichtung von Philipp Treu vor einem Jahr als absolut gelungenen Schachzug interpretiert, den Wagner-Deal indes schätzt man dort noch einmal eine Klasse höher ein. Schon jetzt steht fest, dass der 20-Jährige nur in der kommenden Saison Braun-Weiß tragen wird, weil er danach in den Freiburger Planungen eine fixe Rolle spielt. Um den physisch enorm präsenten Mittelfeldmann, der vom Bruder des neuen SCF-Coach Julian Schuster, Robert Schuster, beraten wird, hat sich Fabian Hürzeler explizit bemüht. Das hatte bei Treu einst Eindruck gemacht und kam auch bei Wagner gut an.
„Die Gespräche mit den Verantwortlichen waren sehr offen und vertrauensvoll, so dass ich früh von diesem Schritt überzeugt war“, wird Wagner, von dem es heißt, dass er auch menschlich hervorragend passen würde, in der offiziellen Pressemitteilung zitiert. „Für mich ist das eine tolle Möglichkeit, mich bei einem ambitionierten Verein mit einer Spielidee, die gut zu mir passt, weiterzuentwickeln.“ Klar, dass auch Sportchef Andreas Bornemann („Wir trauen ihm zu, sich schnell bei uns zurechtzufinden und in der kommenden Saison eine gute Rolle zu spielen“) und eben Hürzeler hocherfreut waren.
Nach Wagner präsentierte St. Pauli Neuzugang Ben Voll
„Robert ist sehr ballsicher, bietet sich aktiv als Anspielstation an und verfügt über einen gewissen Zug zum Tor, wo er selbst gefährlich abschließen oder seine Mitspieler einsetzen kann“, schwärmte der Trainer. „Dazu hat er aber auch Stärken im Spiel gegen den Ball, wo er viel unterwegs ist, Zweikämpfe führt und Bälle erobert.“ Und: Wagner ist immer noch entwicklungsfähig, jung und hungrig.
Attribute, die auch Zugang Nummer zwei für sich vereinen kann. Nur wenige Stunde nach Wagner gab der FC St. Pauli in Ben Voll die Verpflichtung eines neuen Keepers bekannt. Der 23-Jährige kommt von Drittligist Fortuna Köln, wo er von Ex-St. Pauli-Coach Olaf Janßen trainiert wurde. Der 1,95-Meter-Mann ist beidfüßig, gilt als mitspielender Torwart mit herausragenden Reflexen und stark in Eins-gegen-eins-Duellen mit Defiziten in der Strafraumbeherrschung. Voll wird sich hinter Stammkeeper Nikola Vasilj einreihen, dürfte aber in ein offenes Duell um die Nummer zwei mit Sascha Burchert gehen.
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Auserzählt ist St. Paulis Ausrichtung, es auch in den kommenden Jahren mit zwar noch relativ jungen, aber extrem talentierten und ehrgeizigen Spielern zu versuchen, damit aber noch lange nicht. Weiterhin Thema ist und bleibt Aljoscha Kemlein (19, Union Berlin), daran ändert auch die Wagner-Leihe nichts, weil der Freiburger zwar auf der Sechs spielen kann, aber in offensiverer Ausrichtung stärker eingeschätzt wird. Und dann ist da ja noch Scott Banks. Auch an einem Verbleib des zuletzt von Crystal Palace ausgeliehenen Schotten hat der Kiezklub großes Interesse.