James Sands vom FC St. Pauli

Unklare Perspektive: James Sands fehlt St. Pauli verletzungsbedingt bis Saisonende - dann endet auch sein Leih-Vertrag. Foto: IMAGO/Steinsiek.ch

„Gespräche führen“: Ändert die Sands-Verletzung seine St. Pauli-Zukunft?

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Die Liste der Kiezkicker, die im Laufe dieser Saison bereits ausgefallen sind, ist lang, worauf die Kiezkicker bislang mit beachtlicher Resilienz reagiert haben und selbst unter widrigsten Umständen Erfolgserlebnisse haben erzielen können. Nicht jeder Ausfall hat die Mannschaft gleichermaßen schwer getroffen. Das frühzeitige Saison-Aus von James Sands zählt zu den gravierendsten Verlusten, hat weitreichende Konsequenzen und wirft Fragen auf.

Das erheblich verletzte Sprunggelenk ist erfolgreich operiert worden, jetzt steht Heilung und Regeneration auf dem Programm – das gilt für die am 8. März beim 0:0 gegen Frankfurt erlittenen Verletzung und auch für die lädierte Sportlerseele, denn das vorzeitige Saisonende sowie der damit geplatzte Traum von einer WM-Teilnahme mit dem US-Nationalteam schmerzen den Mittelfeldmann.

Warum James Sands‘ Ausfall so „bitter“ für St. Pauli ist

„Es ist sehr, sehr bitter für ihn und auch schade für uns, dass seine Saison frühzeitig beendet ist“, sagt St. Pauli-Sportchef Andreas Bornemann, der die Wichtigkeit des Sechsers als Stabilisator des braun-weißen Spiels wie folgt beschreibt: „Jimmy ist einer dieser Spieler, die am meisten auffallen, wenn sie nicht auf dem Platz stehen, weil man dann erst richtig ihre Wichtigkeit erkennt.“ Enorme Wertschätzung und zugleich Wissen um den sportlichen Verlust.

Die Frage, die sich zwangsläufig stellt: war das Unglücks-Spiel des Abräumers gegen Frankfurt zugleich sein letzter Einsatz im Trikot des FC St. Pauli? Die MOPO fragt beim Sportchef nach.

Leihe von Sands endet im Sommer: Zurück nach New York?

„Fakt ist, dass die Leihe im Sommer endet“, sagt Bornemann. „Ob es eine Möglichkeit gibt, darüber hinaus zusammenzuarbeiten, ist noch überhaupt nicht zu sagen. Natürlich spielt dabei auch die Liga-Zugehörigkeit eine Rolle. Wir müssen abwarten, wie es weitergeht und sich entwickelt.“

Das lässt eine Tür offen und klingt zumindest nicht danach als sei eine Rückkehr von Sands zum New York City FC beschlossene Sache oder ausdrücklicher und endgültiger Wunsch des Spielers, der in dieser Saison eine Stammkraft (24 Spiele, ein Tor) war und sich weiterentwickelt hat. Sands hat es auch nicht eilig, in seine Heimat zurückzukehren. Der Vollprofi will in der heißen Phase des Klassenkampfs möglichst nah bei der Mannschaft sein.

„Er absolviert seine Reha bis mindestens zum Saisonende in Hamburg“, erklärt Bornemann. „Jimmy fühlt sich wohl hier – in der Mannschaft, im Verein und auch in der Liga.“

Reha in Hamburg, Bornemann will „Gespräche führen“

St. Pauli dürfte jedenfalls nichts unversucht lassen, Sands über die Saison hinaus an Bord zu behalten, sollte sich eine Möglichkeit bieten, die wirtschaftlich realisierbar ist und der Spieler überhaupt wollen. Zur Erinnerung: Im Januar 2025 hatte der Kiezklub Sands vom New York City FC ausgeliehen, doch dieser verletzte sich nach sieben Einsätzen schwer am Sprunggelenk – Saisonaus. Im Sommer wurde der Leihvertrag verlängert, wofür der Klassenerhalt die Bedingung war. Jetzt befinden sich Sands und St. Pauli in einer sehr ähnlichen Situation.

„Priorität hat, dass er wieder fit wird und da bekommt er von uns die nötige Ruhe und auch Unterstützung“, stellt Bornemann klar, „aber wir werden sicherlich das ein oder andere Gespräch führen.“ Die entscheidende Frage ist, wie und wo Sands seine Zukunft sieht und wie sein US-Klub mit ihm plant. Da er erneut aus einer schweren Verletzung kommt, könnte er die gewohnte Umgebung als Beste für den Weg zum Comeback und dann zu alter Stärke erachten.

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Ob Sands den erneuten Klassenerhalt der Kiezkicker zur Bedingung macht, um überhaupt ernsthaft einen Verbleib in Erwägung zu ziehen, bleibt abzuwarten. Aus einer monatelangen Verletzungspause heraus bei einem neuen Klub (selbst wenn es der alte ist) zu starten, ist eine nicht zu unterschätzende Hypothek für einen Spieler, dessen Möglichkeiten für einen Transfer zu einem dritten Verein nach einer monatelangen Verletzungspause ebenfalls nicht die besten sein dürften. Auch deshalb darf nicht ausgeschlossen werden, dass Sands sogar bereit sein könnte, notfalls für St. Pauli in Liga zwei wieder anzugreifen.

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