FC St. Pauli

Gespräch mit Rapp: Irvine deutet St. Pauli-Tendenz an und hofft auf WM-Minuten

Jackson Irvine im Australien-Outfit bei der WM 2026
Jackson Irvine bei der WM in den USA.

Mit Connor Metcalfe und Australien kämpft Jackson Irvine zurzeit bei der WM ums Weiterkommen. In einem Interview sprach er darüber und seine Zukunft bei St. Pauli.

Er hatte es schon unmittelbar nach dem Abpfiff des letzten Saisonspiels gegen den VfL Wolfsburg gesagt. Der Bundesliga-Abstieg sei gleichbedeutend mit dem Ende eines Weges, hatte es Jackson Irvine beschrieben und den Abschied vieler Kollegen angedeutet. Er sollte diesbezüglich richtig liegen – aber geht es eigentlich mit ihm und dem FC St. Pauli weiter? Dass er bleiben wollen würde, hatte er im Mai angedeutet. Und jetzt, rund fünf Wochen später? In einem „Sky“-Interview bezog er Stellung.

Viel Zeit zum Verarbeiten war ihm und Connor Metcalfe nicht geblieben. „Wir sind am Samstag abgestiegen und am Dienstagmorgen zur Nationalmannschaft geflogen“, erinnerte sich Irvine. „Am Sonntag waren wir noch am Trainingsgelände an der Kollaustraße, um Mannschaft und Staff zu treffen. Am Montag war frei, Dienstag ging der Flug.“ Aber bei den Socceroos zu sein, die positive Energie dieser Gruppe zu spüren, habe sehr geholfen, „dieses Gefühl in etwas anderes umzulenken und sich auf das vorzubereiten, was als Nächstes kommt“.

St. Paulis Jackson Irvine kommt bei der WM bisher von der Bank

Und das war und ist nichts Geringeres als die WM, in der es für Australien den 2:0-Auftaktsieg gegen die Türkei und die folgende 0:2-Niederlage gegen Gastgeber USA gegeben hatte, jeweils mit Irvine als spät eingewechseltem Joker. „Das war die Entscheidung des Trainers“, erklärte der 33-Jährige. „Mathew Ryan und ich gehören wahrscheinlich zu den erfahrensten Spielern im Kader. Aber der Trainer hat sich für zwei junge Spieler entschieden, und sie haben es in beiden Spielen hervorragend gemacht.“ Er selbst sei lange genug im Fußball, um zu wissen: Bei einem Turnier braucht man eine geschlossene Gruppe. „Man braucht jeden Spieler“, sagte Irvine. „Im Moment gehört diese Position anderen Spielern, und ich habe eine andere Rolle. Ich versuche, der Mannschaft auf jede Weise zu helfen.“

Jackson Irvine mit großem Lob für St. Pauli-Kollege Connor Metcalfe

Deutlich aktiver durfte da schon Connor Metcalfe sein. Gegen die Türkei stand er in der Startelf und erzielte das emotional umjubelte Tor zum Endstand, gegen die USA kam er nach der Pause und brachte spürbar frischen Wind. „Sein Einfluss ist ähnlich wie bei St. Pauli“, erläuterte Irvine. „Er ist einer der beliebtesten Spieler im Team, eine fantastische Persönlichkeit. Aber er bringt auch große Qualität mit. Er ist dynamisch, spielt mit viel Power, hat einen sehr guten Schuss und ist körperlich stark. Im ersten Spiel war er hervorragend, im zweiten kam er zur Halbzeit und war wieder sehr wichtig. Er war bislang ein großer Faktor für uns und wird es auch bleiben. Ich wäre nicht überrascht, wenn er gegen Paraguay wieder in der Startelf steht.“

Da reicht Australien bereits ein Remis zum Erreichen der K.o.-Runde. „Das große Ziel vor diesem Turnier war, ein K.o.-Spiel zu gewinnen. Das ist der nächste Schritt für uns als Nationalmannschaft, deshalb muss genau das unser Anspruch sein“, forderte Irvine und lobte: „Wir haben eine junge Truppe, die Spieler sind furchtlos. Sie spielen mit totalem Selbstvertrauen und großer Freiheit.“


Ich fühle mich im Moment so gut wie seit Monaten nicht mehr.

Jackson Irvine

Ein Zustand, der für den Kapitän des FC St. Pauli in der vergangenen Saison quasi nie zustandekommen konnte, weil es sportlich bescheiden lief und er mit den Folgen seines Fußbruchs zu kämpfen hatte. „Ich fühle mich im Moment so gut wie seit Monaten nicht mehr“, sagte Irvine im „Sky“-Interview. „Der Plan am Ende der Saison war, alles so zu steuern, dass ich St. Pauli im Kampf um den Klassenerhalt helfen und gleichzeitig für dieses Turnier bereit sein kann. Das wurde sehr gut gemanagt. Mein Fuß ist stabil, und ich bin bereit zu spielen.“

Jackson Irvine sprach bereits mit St. Paulis neuem Coach Marcel Rapp

Auch nach Ende des WM-Turniers – aber wo? Steht er weiterhin zu seinem Vorhaben, seinen Vertrag erfüllen zu wollen? „Ja“, unterstrich Irvine. „Ich habe nichts gehört, was etwas anderes nahelegen würde. Ich hatte Kontakt mit dem neuen Trainer Marcel Rapp, wir haben gesprochen, seit ich hier bin. Das ist aktuell weiterhin der Plan.“ Mit Rapp habe es „ein gutes, längeres Gespräch“ gegeben: „Eine erste Vorstellung, ein Kennenlernen als Menschen. Hoffentlich können wir eine starke Beziehung aufbauen, die dem Klub und der Mannschaft hilft.“

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