„Genuss“, „bravourös“, „Top sechs“: Warum Kölns Kwasnioks vom FC St. Pauli schwärmt
Die Worte, die er gewählt hat, waren schon außergewöhnlich. In der Pressekonferenz vorm Spiel gegen den FC St. Pauli lobte Kölns Trainer Lukas Kwasniok den Kontrahenten über den grünen Klee, zeigte sich schier begeistert von dessen Potenzial. Ernst gemeint? Oder der Versuch, Druck vom eigenen Team zu nehmen?
Alexander Blessin ist schon lange dabei, den 52-Jährigen kann man nicht mehr so einfach ins Bockshorn jagen. „Wir treffen auf einen Gegner, der immer so ein bisschen mit Understatement daherkommt“, hatte der Kiezklub-Coach bei der eigenen Pressekonferenz gesagt und dem eigenen Respekt Ausdruck verliehen: „Sie haben die Liga angenommen, das zeigen auch die Daten.“ Intensität, Laufvolumen, „einer kämpft für den anderen, da wird kein Spiel verloren gegeben“. Das sei unterm Strich alles schon „sehr gut“.
Kölns Lukas Kwasniok begeistert vom FC St. Pauli
Quasi parallel dazu hatte sich Kwasniok über St. Pauli geäußert – und sich dabei fast überschlagen vor Lob und Anerkennung. „Ich kann nur eins mal in aller Deutlichkeit sagen: Das ist fußballerisch Top 6, Top 8 in der Bundesliga“, begann der ehemalige Paderborner Übungsleiter seine Eloge. „Das ist die Wahrheit. Ich will sie nicht stärker oder größer machen, als sie sind, aber Fußball-inhaltlich ist es schon ein Genuss, ihnen zuzuschauen.“
Kölns als Underdog gegen den Kiezklub?
Kwasniok hatte sich das DFB-Pokalspiel bei Borussia Mönchengladbach (2:1) am Dienstagabend live und in Farbe gegeben, wie er wissen ließ, und zeigte sich mehr als angetan. „Das ist echt bravourös, was sie abliefern. Insbesondere in Anbetracht der Tatsache, dass sie neun Spiele hintereinander verloren haben.“ Mutiger Fußball sei das gewesen, zudem habe St. Pauli mit Nikola Vasilj, Hauke Wahl, Karol Mets, Eric Smith und dem zurückgekehrten Jackson Irvine „eine Achse, die kennen sich aus dem Effeff“.
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Schlussfolgerung des 44-Jährigen: „Wir tun gut daran, auch in dieses Spiel als Underdog zu gehen, so wie wir als Underdog in die Saison gegangen sind.“ Ein für einen Aufsteiger absolut legitimes Mittel. Inwieweit es bei einem Heimspiel gegen ein neun Mal in Folge besiegtes Team greifen kann – man darf gespannt sein.
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