FC St. Pauli

Gehen noch acht Spieler? So sieht St. Paulis komplexe Kaderplanung aus

St. Pauli mit Marcel Rapp und Spielern bei der Besprechung am Spielfeldrand in Hamburg vor dem Testspiel.
Welchem Kader Coach Marcel Rapp die Taktik-Tafel präsentiert, ist zurzeit noch schwer zu sagen.

In der Theorie ist der FC St. Pauli bereits gut aufgestellt für die neue Saison. Doch die Kaderplanung ist komplex und das Aufgebot wird sich noch deutlich verändern.

Es lässt sich alles einigermaßen beschaulich an. Normalerweise dreht sich das Transferkarussell Anfang Juli längst in höchstem Tempo, normalerweise sind die Personalplanungen der Klubs weit gediegen, normalerweise ist das Gros der jeweiligen Kader bereits zusammen. Aber 2026? Pustekuchen! Vor allem ob der Mega-WM, die bereits seit drei Wochen läuft und erst in mehr als zwei Wochen beendet sein wird. Auch beim FC St. Pauli harrt man der Dinge, die da kommen werden.

Erst zwei externe Neuzugänge hat der Bundesliga-Absteiger bisher unter Vertrag nehmen können. Schon vor längerer Zeit Mittelfeldakteur Sam Klein (Brisbane Roar), kürzlich Marcus Mathisen, seines Zeichens zuletzt Abwehrchef des 1. FC Magdeburg. Für die nahe Zukunft, also die nächsten Tage, ist nicht zu erwarten, dass in großem Maße Dinge passieren werden. Aber warum sollten sie auch? Stand jetzt hat der FC St. Pauli einen Kader von 24 Mann plus Talente wie Marwin Schmitz, Nick Schmidt oder Wissou Kaba – und wettbewerbsfähig in der 2. Liga wäre der allemal.

Gleich acht St. Pauli-Spieler sind noch fraglich

Dass das aktuelle Aufgebot in mehrerlei Hinsicht abweichen wird vom finalen, ist allerdings zu erwarten. Aus unterschiedlichen Gründen stehen Fragezeichen hinter gleich acht Namen. Erik Ahlstrand und Scott Banks, beide in der vergangenen Saison verliehen, bekommen beim neuen Trainer Marcel Rapp eine weitere Chance. Ob sie das schaffen oder ob sie erneut (und dann endgültig) abgegeben werden, liegt in ihrer eigenen Macht. Anders sieht das beim Rest vom Fest aus.

Infografik zum FC St. Pauli mit Kaderstruktur, Positionsfeldern und Spielerzuordnung für die kommende Saison.
So sieht der aktuelle St. Pauli-Kader aus. Hinter der Zukunft von acht Profis steht derzeit noch ein Fragezeichen.

Jackson Irvine, Eric Smith, Connor Metcalfe, Joel Chima Fujita, Tomoya Ando und Arkadiusz Pyrka haben längst ihre Tauglichkeit unter Beweis gestellt. Bei einigen hofft der Klub auf einen Verbleib (Ando, Pyrka), weil es wichtige Säulen beim Neuaufbau werden können. Bei anderen ist ein Verkauf wahrscheinlich, sollten entsprechende Anfragen reinflattern (Smith, Fujita, eventuell Metcalfe). Irvine, langjähriger Kapitän, ist eine ganz eigene Personalie, hochkomplex und mit reichlich Pro und Kontra bei der Frage nach Verbleib oder Abgabe.

Stand jetzt fehlt eigentlich nur ein dritter Torhüter

Wie dem auch sei, sicher ist: Solange von den erwähnten Spielern keiner geht, muss sich St. Pauli auch nicht um Nachfolger kümmern. Dass im Hintergrund Gespräche laufen und alle Möglichkeiten eruiert werden, versteht sich von selbst. Aber Stand jetzt fehlt im Aufgebot nur ein weiterer Torwart, mit Ben Voll und Simon Spari gibt es bisher lediglich zwei. Alle anderen Debatten sind obsolet ohne Abgänge, wobei es in einem bestimmten Fall Ausnahmen geben könnte.

Marcus Mathisen und Michael Kobert im Zweikampf beim Testspiel Altona 93 gegen FC St. Pauli in Hamburg.
Marcus Mathisen (l., hier im Test gegen Altona) ist einer von bisher zwei externen Zugängen.

Nämlich dann, wenn für die Spielidee des neuen Trainers noch Spielertypen geholt werden müssen, die es im aktuellen Aufgebot nicht gibt. Marcel Rapps taktische Formation kommt jener von Vorgänger Alexander Blessin aber durchaus ziemlich nah: Er bevorzugt grundsätzlich in der Abwehr eine Dreierkette, davor bleibt er gern flexibel (3-4-2-1, 3-4-1-2 oder 3-4-3). St. Paulis Kader war speziell in den vergangenen zwölf Monaten auf ein solches Vorgehen hin zusammengestellt worden. Daher wird der 47-Jährige vermutlich keine krassen Vakanzen feststellen.

Es lässt sich alles einigermaßen beschaulich an. Normalerweise dreht sich das Transferkarussell Anfang Juli längst in höchstem Tempo, normalerweise sind die Personalplanungen der Klubs weit gediegen, normalerweise ist das Gros der jeweiligen Kader bereits zusammen. Aber 2026? Pustekuchen! Vor allem ob der Mega-WM, die bereits seit drei Wochen läuft und erst in mehr als zwei Wochen beendet sein wird. Auch beim FC St. Pauli harrt man der Dinge, die da kommen werden.

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