Fans von Zweitliga-Klub unter Verdacht: St. Pauli-Bus bei Auswärts-Tour beschmiert
Wäre es nach dem FC St. Pauli gegangen, hätte die Geschichte nie das Licht der Öffentlichkeit erblickt. Vandalen auch noch eine Bühne zu bieten, hätte der Kiezklub gern vermieden, doch eine offizielle Polizeimitteilung machte – aus allerdings nachvollziehbaren Gründen – einen Strich durch die Rechnung.
In Bad Windsheim, einem kleinen Städtchen im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim in Mittelfranken, hatte Sven Mahn den Mannschaftsbus des FC St. Pauli auf der Rückfahrt vom Auswärtsspiel beim FC Augsburg abgestellt. Das Team hatte er vorher zum Flughafen gebracht, den Rest der Strecke wollte er nach einer Übernachtungspause antreten. Doch dann traten Schmierfinken, die offenbar dem 1. FC Nürnberg eng verbunden sind, auf den Plan.
Mannschaftsbus des FC St. Pauli besprüht
„Der Fahrer parkte den Bus gegen 22 Uhr im Bereich der Erkenbrechtallee. Eine Zeugin beobachtete kurz darauf, dass sich mehrere bislang unbekannte Personen an dem Fahrzeug zu schaffen machten und den Schriftzug ‚FCN‘ an den Bus sprühten“, schreibt die Polizei Mittelfranken in einer Mitteilung. Die Zeugin habe daraufhin Streifen der Bad Windsheimer Polizei verständigt. „Umgehend veranlasste Fahndungsmaßnahmen führten nicht zur Festnahme der Flüchtigen“, ließ die Polizei wissen. Die Täter seien in der Zwischenzeit in Richtung Innenstadt geflüchtet gewesen.
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Mittlerweile hat das für derartige Delikte zuständige Fachkommissariat der Nürnberger Kriminalpolizei die Ermittlungen übernommen. Und der Bus? Der war schließlich wenige Tage später schon wieder in Leverkusen im Einsatz gewesen, ohne dass man von den Verunstaltungen noch etwas hätte erkennen können. Laut „Main-Echo“ habe Sven Mahn nach dem Vorfall einen Bekannten kontaktiert, sei daraufhin zu ihm ins 170 Kilometer entfernte Wörth am Main gefahren.
St. Pauli lädt die Helfer ans Millerntor ein
Über den Kontakt seines Bekannten zu Steffen Salvenmoser, einst zweiter Bürgermeister von Wörth und großer St. Pauli-Fan, seien anschließend zehn freiwillige Helfer zusammengekommen, die den Bus von der Farbe befreiten. Lohn der Mühen: Der Klub hat die guten Seelen offenbar zu einem Heimspiel ans Millerntor eingeladen.
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