Ex-St. Paulianer zerstört Vasiljs Traum von der direkten WM-Quali
Es war hochdramatisch und ohne Happy End: St. Paulis Keeper Nikola Vasilj schnupperte am Dienstagabend mit Bosnien-Herzegowina lange an der direkten WM-Qualifikation, doch ausgerechnet ein ehemaliger Kiezkicker schickte die Elf von Coach Sergej Barabarez in die Playoffs.
Die Ausgangslage vorm Finale der Gruppe H war klar. Nur mit einem Sieg im Ernst-Happel-Stadion würden Vasilj und Co. Gastgeber Österreich noch vom Thron der Tabelle stoßen und das WM-Ticket lösen können. Den Hausherren – gespickt mit zahlreichen Bundesliga-Stars – würde bei zwei Punkten Vorsprung ein Remis reichen. Doch die Rechnung war schon nach zwölf Minuten obsolet.
St. Pauli-Schreck Tabakovic lässt Vasilj und Co. jubeln
Da profitierten die Bosnier nämlich von gleich zwei aufeinanderfolgenden Unsicherheiten von Vasiljs Gegenüber Alexander Schlager. Der boxte einen Eckball an die Strafraumkante auf den Fuß von Memic, bei dessen halbgaren Abschlussversuch ging Schlager nicht energisch genug zu Werke, so dass Gladbachs Haris Tabakovic (traf auf St. Pauli zwei Mal gegen Vasilj) aus drei Metern einköpfen konnte.
Ein Wirkungstreffer. Ralf Rangnicks Österreichern fiel in der Folge wenig ein, um das Abwehrbollwerk der Gäste ins Wanken zu bringen. Und dann hatte Bosnien noch das Glück des Tüchtigen, als Sekunden vor der Pause der vermeintliche Ausgleich durch Bayerns Konrad Laimer wegen eines angeblichen Foulspiels wieder einkassiert wurde. Eine strittige Entscheidung.
Ex-Kiezkicker Michael Gregoritsch erzielt den Ausgleich
Nach dem identischen Muster ging es nach der Pause weiter. Österreich drückte, blieb aber ideenlos, derweil Bosnien leidenschaftlich und diszipliniert verteidigte. Die Überraschung nahm langsam Gestalt an – bis zur 77. Minute. Dortmunds Marcel Sabitzers gefährliche Hereingabe konnte Vasilj noch an die Querlatte bugsieren, von dort aber gelang die Kugel irgendwie zum eingewechselten Michael Gregoritsch. Und der ehemalige St. Paulianer (2013/14) drosch das Spielgerät unhaltbar zum 1:1 in die Maschen.
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Dabei blieb es, weil sich nun die Hausherren leidenschaftlich in jeden Zweikampf wuchteten und den Gästen die Mittel fehlten, um noch einmal gefährlich zu werden. Österreich fährt also erstmals nach 28 Jahren wieder zu einer Weltmeisterschaft, Bosnien-Herzegowina muss in den Playoffs nach dem letzten Strohhalm greifen.
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