Philipp Treu setzt sich gegen Mathias Pereira Lage durch.

Philipp Treu gewann das Hinspiel in Freiburg mit 2:1 gegen Mathias Pereira Lage und den FC St. Pauli. Foto: WITTERS

Ex-St. Pauli-Profi verrät: „Er ist der stille Kapitän“ – Treu wagt Kiezklub-Prognose

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Der junge Mann am anderen Ende der Leitung ist bestens gelaunt, was allerdings nicht verwunderlich ist. Der 5:1-Kangtersieg gegen den KRC Genk ist gerade einmal 18 Stunden alt, als die MOPO Freiburgs Philipp Treu am Telefon sprechen kann. Zwei Tage vor seiner Rückkehr nach Hamburg, an die alte Wirkungsstätte, zu seinem Ex-Verein FC St. Pauli.

„Es war natürlich ein geiler Abend gestern“, gesteht der 25-Jährige. „So ins Viertelfinale einzuziehen, war schon etwas sehr Besonderes. Ich glaube, das hat man gemerkt, auch was es für einen Verein bedeutet. Es war schon echt ein geiles Gefühl.“ In Windeseile hat sich der auf beiden Schienen einsetzbare Außenverteidiger an den Donnerstag-Sonntag-Rhythmus gewöhnt, in dem die Breisgauer durch die Saison eilen. „Es geht ja jetzt die letzten Wochen schon Schlag auf Schlag. Aber ich glaube, wenn du einen Fußballer fragst, gibt es nichts Geileres, als wenn du alle drei, vier Tage spielst und so in diesem Rhythmus bleibst.“

Ex-St. Paulianer Philipp Treu: „Es gibt nichts Geileres“

Vor allem auch deshalb, weil das im Umkehrschluss Erfolg bedeutet. „Also wir haben einen vollen April auf jeden Fall“, befand Treu mit Blick auf die Europa League (Viertelfinale gegen Celta Vigo aus Spanien) und den DFB-Pokal, wo der VfB Stuttgart im Halbfinale wartet. Bei Treu dominiert die Vorfreude, „und ich bin natürlich glücklich, dass es bei mir so gut gelaufen ist“.

Es sei schon alles so aufgegangen, wie er sich das natürlich vorgestellt hatte in Bezug auf den viel zitierten nächsten Schritt. Auf 34 Einsätze kommt der Aufstiegsheld des FC St. Pauli bereits in der aktuellen Spielzeit, neun davon auf europäischer Bühne. „Die ersten Erfahrungen mit einer anderen Qualität aus anderen Ligen, anderen Mannschaften, du hast andere Gegenspieler“, zählte er auf. „Es ist natürlich schon besonders, wenn man so sein eigenes Level nochmal erhöhen kann. Wenn du das Woche für Woche hast, profitierst du halt als Spieler enorm davon.“

Philipp Treu voll des Respekts vor St. Paulis Hauke Wahl

Auf St. Pauli wundert es niemanden, dass der Ex-Kollege seinen Weg einfach konsequent weitergeht. Treu genießt nach wie vor einen exzellenten Ruf in seiner ehemaligen Mannschaft, hat Spuren hinterlassen, vor allem bei einem Kollegen. „Mit Hauke Wahl macht es immer Spaß“, ließ Treu wissen. „Es ist immer lustig mit ihm, auch zusammen in der Vergangenheit zu schwelgen.“ Die beiden Profis verbindet eine enorm hohe Wertschätzung des jeweiligen Menschen, aber natürlich auch des Sportlers. Wahl hatte seine Liebeserklärung schon unter der Woche abgegeben, Treus Replik fällt nicht minder respektvoll aus.

Freiburger glaubt an St. Paulis Klassenerhalt

„Ich profitiere heute noch von Hauke, wie er so eine Mannschaft führt und wie er vorangeht“, erklärte er. „Das ist einfach so beachtlich, was er für eine Führungsstärke hat, wie er ein Mannschaftsklima lesen kann. Und das macht er heutzutage immer noch, gerade bei St. Pauli. Er ist einfach der heimliche, stille Kapitän hinter Jackson Irvine. Das war schon immer besonders.“ Guten und regelmäßigen Kontakt unterhält Treu auch noch zu David Nemeth oder Athletiktrainer Karim Rashwan.

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Und trotzdem wird er seinen alten Weggefährten am Sonntag (17.30 Uhr, Liveticker auf MOPO.de) nichts schenken können. „Es wird ein sehr, sehr schwieriges Spiel für uns“, ahnt Treu. „Und ich werde die Jungs auf jeden Fall, so ehrlich muss ich auch sein, schon warnen, was uns da erwartet. Weil ein einfaches Spiel gibt es am Millerntor nicht. Abends schon gar nicht, und wenn dann auch noch Dom ist…“ Und neben St. Pauli braucht eben auch der SC Freiburg Punkte, wobei Treu sich zu keiner Saisonausgangsprognose hinreißen lassen will. „Ich bin in sowas ganz schlecht“, gestand er. „Dass es eng wird, so wie letztes Jahr auch, weiß jeder. Aber ich bin überzeugt, dass es St. Pauli – wie mit mir letztes Jahr – direkt zum Klassenerhalt schaffen kann.“

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