„Es wird Veränderungen geben“: Wie baut Blessin seine St. Pauli-Startelf um?
„Es geht darum, die Spieler zu finden, die sich wehren und aufstehen“, hatte St. Pauli-Trainer Alexander Blessin unlängst nach dem Heidenheim-Spiel deutlich gemacht. Gegen Mainz geht es am Sonntag (15.30 Uhr, Liveticker auf MOPO.de) ums Eingemachte. Und auch wenn die Personaldecke unverändert dünn besetzt bleibt, lag am Donnerstag bei der Pressekonferenz vor dem immens wichtigen Heimspiel gegen die Mainzer die Frage in der Luft, wer sich in der Trainingswoche empfehlen konnte, um bei der Wiedergutmachung nach dem verkorksten 0:2 in Heidenheim in der Startelf zu stehen.
„Über die Langzeitverletzten brauchen wir nicht zu reden“, begann Blessin seine Ausführungen zum Personalupdate. Taichi Hara hatte beim einzig öffentlichen Training unter der Woche gefehlt, scheint aber für Sonntag wieder eine Kaderoption: „Er hatte Fieber, ich denke aber, er wird dabei sein.“ Viel mehr als ein Kaderplatz wird sich der Japaner vermutlich ohnehin nicht ausrechnen dürfen, so kam er doch die vergangenen acht Partien allesamt nicht zum Einsatz. „Ansonsten stehen alle zur Verfügung“, betonte Blessin. Auch die OP von Mathias Pereira Lage, einem der vielen Langzeitverletzten, sei „gut gelaufen und er arbeitet schon wieder am Comeback“.
St. Pauli braucht Punkte gegen Mainz ganz dringend
In welcher Liga das Comeback stattfinden wird, bleibt abzuwarten. Am Sonntag wollen die Hamburger mit dem ersten Sieg seit dem 2:1 gegen Werder Bremen am 22. Februar das Punktekonto auf 29 Zähler schrauben, den Vorsprung auf den Tabellenvorletzten Wolfsburg auf zunächst vier Punkte ausbauen und dann hoffen, dass die „Wölfe“ beim Abendspiel in Freiburg (Sonntag, 19.30 Uhr) keine Punkte holen. Die Mainzer hingegen – sollten sie gegen die Blessin-Elf am Sonntag nicht verlieren – könnten sich an diesem Wochenende bereits mit einem Remis endgültig den Klassenerhalt sichern.
Dass Eric Smith in die Startelf zurückkehren wird, davon ist nach seiner Einwechslung und dem 45-minütigen Einsatz in der vergangenen Woche auszugehen. Genau eine Halbzeit spielten in Heidenheim auch Joel Chima Fujita und Mathias Rasmussen. Allerdings die erste, ehe sie mit dem Halbzeitpfiff beide in der Kabine blieben. Die beiden alleine für irgendwas verantwortlich machen zu wollen, kam Blessin allerdings nicht in den Sinn: „Man hätte mehrere Spieler auswechseln können. Es hat jetzt die zwei getroffen, aber es heißt nicht, dass die jetzt daran schuld sind.“ Dass es Wechsel geben wird, sprach er allerdings offenkundig aus: „Es wird ein, zwei Veränderungen geben.“
Blessin verspricht Veränderungen in der Startelf
Ob Fujita oder Rasmussen, zumindest wenn man die Rückkehr in die Startelf von Smith als gesetzt ansieht, einer von beiden wird ziemlich sicher weichen müssen. Aber wer? „Matthias ist eher derjenige, der dann gleich die Bälle in die Tiefe sucht. Joel ist eher der, der dann auch vielleicht mal ins Eins-gegen-Eins-Dribbling geht“. Dass beide ihre Stärken haben, steht außer Frage. Selbige dann aber auch, wenn es drauf ankommt, auf dem Platz zu zeigen, ist entscheidend. Stichwort: „Entscheidungsfindung“. „Wann nehme ich dann mal nur ein Kontakt? Wann zwei? Habe ich Druck oder habe ich Raum?“, führt Trainer Blessin seinen Punkt aus. „Das sind so Sachen, wo wir uns im letzten Spiel nicht so gut angestellt haben und wo wir es wesentlich besser machen können. Genau das haben beide auch diese Woche in einer guten Art und Weise gezeigt.“
Auch Connor Metcalfe ist eine Option fürs Zentrum, wenngleich sein letzter Startelfeinsatz für den FC St. Pauli schon eine Weile zurückliegt. „Mir hat die Trainingswoche sehr gut von ihm gefallen und deswegen ist das genau der Ansatz, wo er sich auch aufdrängt und dann auch noch mehr Spielzeiten bekommt.“
Also doch mehr Wechsel? Blessin: „Es könnte auch noch ein dritter Wechsel sein. Lasst euch überraschen.“ Ganz egal, ob in der Startelf oder von der Bank kommend – es gehe darum, so zu spielen, „als ob es kein Morgen gibt“. Die Brisanz und immense Bedeutung dieses Spiels sollte spätestens nach dem Heidenheim-Spiel ohnehin jedem klar sein. Für den Klassenerhalt braucht es Punkte, und die am besten in dreifacher Zahl.
Neuer Haarschnitt bei Blessin – und bei Fujita?
Gespannt sein darf man auch, welche optische Veränderung bei Fujita am Sonntag zu sehen sein wird: „Er hat schon eine Reaktion gezeigt. Es ist aber äußerlicher Natur“, sagt St. Paulis Trainer und zog daraus auch direkt seine Schlüsse: „Das zeigt mir auch, dass er gewillt ist, den Kampf anzunehmen“.
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Er selbst hatte im Übrigen auch einen frischen Haarschnitt. Und dieser könnte, glaubt man den Aussagen des Trainers, sogar ein gutes Omen für den Sonntag sein: „Immer, wenn ich beim Friseur war, haben wir die Heimspiele dann auch gewonnen. Oder zumindest einen Punkt geholt“, sagt Blessin angesprochen auf seine „Kampffrisur“. Das gilt es dieses Wochenende erneut zu beweisen.
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