Es geht um Wahl und Blessin: Störfeuer aus Wolfsburg vor dem Showdown
Es ist Nervenkitzel pur, mehr Dramatik geht nicht. Wenn sich am Samstag ab 15.30 Uhr (Liveticker auf MOPO.de) der FC St. Pauli und der VfL Wolfsburg am Millerntor gegenüberstehen, steht für beide Klubs nicht weniger auf dem Spiel als die Erstliga-Zukunft. Angesichts der Bedeutung greift man dann auch mal zu Mitteln, die zumindest diskutabel sind.
Dass es hin und wieder Interesse aus Niedersachsen für Personen gibt beziehungsweise geben soll, die auf dem Kiez arbeiten, ist nicht neu. Ex-St. Pauli-Trainer Fabian Hürzeler wurde im Winter 2023/24 so definitiv an die Aller geschrieben, dass sich sogar der damalige VfL-Geschäftsführer Sport Marcel Schäfer genötigt sah, ein paar klärende Worte zu sprechen.
Angebliches VfL-Interesse an St. Paulis Hauke Wahl
Schäfer, der zu St. Pauli-Sportchef Andreas Bornemann ein gutes Verhältnis pflegt, ist inzwischen nicht mehr in Wolfsburg, sondern für RB Leipzig tätig. Gerüchte um vermeintliche Mühen der Wölfe bezüglich Hamburger Protagonisten gibt es derzeit vermehrt, aber eben niemanden mehr, der das ins Reich der Fabeln verweist. Vielmehr entsteht der Eindruck, dass man beim VW-Klub gar nicht mal so unglücklich darüber ist, wenn an der Elbe etwas Aufruhr verursacht werden kann.
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Los gingen die Störfeuer vor wenigen Wochen mit der via „Kicker“ verbreiteten Meldung, Wolfsburg hätte großes Interesse an Hauke Wahl. Angeblich, so hieß es wenig später aus anderen Richtungen, habe der VfL dem Spieler tatsächlich ein Angebot gemacht. Was – bei aller gebotenen Wertschätzung für Wahl, seine Hamburg-Verbundenheit und seine Bodenhaftung – St. Pauli wenig amüsiert zur Kenntnis nahm. Denn dass der VW-Klub mit Zahlen hantieren kann, die der 32-Jährige weder vom Kiezklub noch aus Kiel, Ingolstadt oder Heidenheim kennt, ist kein Geheimnis.
St. Pauli-Coach Blessin beim VfL auf der Liste?
Vergangene Woche las man dann in der „Sport Bild“, Alexander Blessin gehöre zu den Top-Kandidaten auf den Trainer-Posten in Wolfsburg ab der kommenden Saison. Ein vermeintliches Interesse am 52-Jährigen war schon im vergangenen Sommer kolportiert worden, ohne dass jemals Fleisch an den Knochen gelangt wäre. Nun also heißt es aus Wolfsburg erneut, Blessin stünde auf der Liste. Aber nicht nur beim VfL, sondern angeblich auch beim FC Augsburg, wofür es bisher keinerlei Belege gibt.
Das Streuen solcher Geschichten ist legitim. Ob es auch Stil hat, müssen die Beteiligten für sich ausmachen. Der FC St. Pauli hat in jedem Fall am Samstag die Möglichkeit, in 90 Minuten plus Nachspielzeit die richtige Antwort zu finden.