Erstmals Gegner! St. Pauli-Profi spricht über Bundesliga-Duell gegen seinen Bruder

Johannes und Maximilian Eggestein jubeln gemeinsam
Von 2013 bis 2020 spielten Johannes und Maximilian Eggestein (r.) beide für Werder.

Es ist ein wichtiges Spiel für den FC St. Pauli – und ein besonderes für Johannes Eggestein. Erstmals spielt er gegen seinen Bruder Maximilian, zu dem er ein sehr enges Verhältnis hat. Ein Herz und eine Seele. Vor der Partie des Kiezklubs beim SC Freiburg hat die MOPO mit „Jojo“ und mit „Maxi“ über das ganz spezielle Duell gesprochen.

Nicht erst in diesen Tagen ist die Partie Thema bei den Eggesteins. „Wir fiebern dem Spiel schon länger entgegen. Seit St. Pauli aufgestiegen ist und ganz besonders, seitdem der Spielplan raus ist“, sagt Maximilian, der mit 27 eineinhalb Jahre ältere Bruder, vor dem Spiel am Samstag (15.30 Uhr) zur MOPO. Es habe auch schon „den einen oder anderen Spruch“ gegeben, sagt er schmunzelnd.

Eggestein-Brüder spielten jahrelang zusammen in Bremen

Gegner. Das ist eine Premiere. Jahrelang waren die Brüder Vereinskollegen, Mitspieler. Großgeworden im Nachwuchsbereich von Werder Bremen, zusammen auf dem dortigen Internat, später bei den Profis zu Bundesligaspielern avanciert und gemeinsam aufgelaufen, bevor sich ihre Wege 2020 trennten.

Das sportliche Wiedersehen, das nun ein Aufeinandertreffen ist, elektrisiert die ganze Familie. Die Eltern werden im Stadion sein. „Wir wissen, dass es was ganz Spezielles ist. Davon haben wir als Kinder geträumt. Dass wir es beide geschafft haben in die Bundesliga und dort jetzt zum ersten Mal gegeneinander spielen, ist sehr besonders“, sagt Mittelfeldmann Maximilian, der seinem Bruder das Erstliga-Comeback von Herzen gönnt: „Ich freue mich sehr, dass Jojo so eine gute letzte Saison gespielt hat und damit so viel beitragen konnte zu St. Paulis Aufstieg.“

Zweikämpfe scheuen Jojo und Maxi Eggestein nicht

Bruder-Zweikämpfe, in denen es auch mal krachen könnte – spätestens nach Anpfiff kein Problem, versichern beide. „Natürlich sind auch gemischte Gefühle da“, räumt Stürmer Johannes ein, „aber im Endeffekt ist man auch Sportler genug, um auf dem Platz dann die Zweikämpfe für sich entscheiden zu wollen und einfach auch besser zu sein – unabhängig davon, ob der Bruder auf der anderen Seite ist oder nicht.“ Ausblenden. So gut es geht. Sie sind ehrgeizige Profis.

Maximilian sieht es genauso. „Natürlich ist es nicht ganz so einfach, wenn man so eng miteinander ist und so ein besonderes Verhältnis zueinander hat. Da wünscht man dem anderen keine Niederlage. Jetzt ist es dieses Wochenende eben so. Wir beide wollen gewinnen – aber danach sind wir wieder Fans von der Mannschaft des anderen.“

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Jeder von ihnen verfolgt die Spiele des Bruders intensiv, drückt die Daumen. Kein Wunder also, dass „Maxi“ (255 Bundesligaspiele) gut Bescheid weiß über „Jojos“ (50 Bundesligaspiele) FC St. Pauli. „Sie haben die Zweite Liga dominiert und auch jetzt hat man in einzelnen Spielen gesehen, dass sie in der Ersten Liga mithalten und ihr Spiel durchdrücken können. Gerade gegen Leipzig hat man das gut gesehen. Wir sind gewarnt.“ Die Kiezkicker seien „bei Umschaltmomenten sehr gefährlich, aber auch im Spiel mit dem Ball facettenreich, bieten viel an, sind sehr variabel. Darauf müssen wir uns gut einstellen. Und sie lassen sich bei Standards immer wieder was einfallen.“