St. Paulis australischer Nationalspieler Connor Metcalfe kmäpft mit dem Kameruner Arthur Avom um den Ball

Bei Australien eine Bank, bei St. Pauli auf der Bank: Connor Metcalfe beim 1:0-Sieg gegen Kamerun Foto: IMAGO/AAP

„Er tut mir leid“: Nationaltrainer kritisiert Metcalfes Rolle bei St. Pauli

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Am anderen Ende der Welt ist einiges anders für St. Pauli-Profi Connor Metcalfe. In Australiens Nationalmannschaft ist der Mittelfeldmann Stammspieler, gesetzt und stand dementsprechend auch beim 1:0-Sieg der „Socceroos“ gegen Kamerum in der Startelf. Eigentlich ein Grund zu ungetrübter Freude für den Mittelfeldmann und auch seinen Verein, nachdem Metcalfe zu Jahresbeginn aufgrund von hartnäckigen Knieproblemen wochenlang ausgefallen war und erst Ende Februar sein Comeback im St. Pauli-Trikot gegeben und seitdem vier Kurzeinsätze hatte. Wäre da nicht seine Auswechslung gewesen, die für Fragezeichen sorgt. Sein Nationaltrainer wiederum übt Kritik an Metcalfes Rolle im Verein.

In der 65. Spielminute der lange Zeit zähen Test-Partie im Accor Stadium von Sydney war Metcalfe im Zuge eines Dreier-Wechsels aus dem Spiel genommen worden und hatte dabei auffällig gehumpelt. Bei der Scouting-Abteilung des Kiezklubs, der keine Länderspielminute der braun-weißen Nationalspieler entgeht, dürfte das für Alarmsignale gesorgt haben.

Connor Metcalfe nach Australien-Sieg angeschlagen

Hat sich Metcalfe ausgerechnet bei seinem ersten Startelf-Einsatz seit November 2025 schon wieder verletzt?

Nationaltrainer Tony Popovic gab nach dem Spiel, in dem Jordan Bos mit dem späten Siegtor in der 85. Minute für erlösenden Jubel bei den Gastgebern und den 24.000 Fans gesorgt hatte, nachdem die längst für die WM qualifizierten Australier die drei vorangegangenen Länderspiele allesamt verloren hatten, leichte Entwarnung.

Metcalfe habe einen „Schlag“ abbekommen, berichtete Popovic. Der Coach geht nicht von einem „längeren Ausfall“ des 26-Jährigen aus, aber das ist abzuwarten und wird sich am Dienstag zeigen, wenn Australien in Metcalfes Heimatstadt Melbourne gegen den deutschen WM-Auftaktgegner Curaçao den zweiten Test absolviert. Ist Metcalfe nur leicht angeschlagen und schnell wieder fit, dürfte er auflaufen. Bei St. Pauli wird man ganz genau hinschauen.

Trainer Popovic: „Er kommt ohne Spielminuten zu uns“

Schwierig ist Metcalfes Situation im Nationalteam aus einem anderen Grund, findet Popovic, der den Kiezkicker gegen Kamerun defensiver als üblich auf der Sechser-Position aufgeboten hatte – auch, weil Landsmann und St. Pauli-Kumpel Jackson Irvine fehlte. „Wir haben noch nie das Beste von Connor gesehen. Er tut mir leid, weil ich ihn immer wieder spielen lasse, er aber jedes Mal ohne Spielminuten zu uns kommt“, so Popovic nach dem Kamerun-Spiel. „Und er macht trotzdem einen guten Job.“

Bei Australien eine Bank, bei St. Pauli auf der Bank.

In den vergangenen neun Länderspielen der „Socceroos“ seit Juni 2025 und dem Ende der ersten braun-weißen Bundesliga-Saison hat Metcalfe immer in der Startelf gestanden, für die Braun-Weißen hat er in der gleichen Zeitspanne 21 Pflichtspieleinsätze absolviert, allerdings nur zwei von Beginn an, und ist nicht über die Rolle des Einwechselspielers hinausgekommen – was auch daran liegt, dass er in seinen Kurzeinsätzen zu selten voll überzeugen oder Pluspunkte sammeln konnte, um angesichts der großen Konkurrenz im Mittelfeld einen Startplatz zu erobern. Die langwierige Knieverletzung zum Jahresbeginn hat ihn zurückgeworfen.

Lob für Metcalfe: „Da wird noch eine Menge mehr kommen“

„Ich kann nur erahnen, wie gut er wäre, wenn er regelmäßig 20 oder mehr Spiele hätte“, sagt Popovic über Metcalfe, auf den er große Stücke hält. „Aber egal, wo wir ihn aufstellen, liefert er eine gute Leistung ab. Ich weiß, da wird noch eine ganze Menge mehr kommen.“ Mehr von Metcalfe als bisher kann auch St. Pauli im Endspurt um den Klassenerhalt gebrauchen: nicht allein bei den Einsatzminuten, sondern vor allem in puncto Leistung.

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