FC St. Pauli
„Er tut einem weh“: Kurioses Kollegen-Lob für St. Paulis Hoffnungsträger Ceesay
Nach dem Fehlstart in die Zweitligasaison kämpft der FC St. Pauli für eine Wende. Die Rückkehr von Stürmer Ceesay verbreitet Hoffnung.
Einen Schuss Zuversicht. Den können die Kiezkicker nach der Heimniederlage gegen Kaiserslautern gut gebrauchen. Ein solcher Schuss macht Stürmer Abdoulie Ceesay zum Hoffnungsträger, dass es endlich aufwärts geht in der Tabelle und der FC St. Pauli den ersehnten ersten Saisonsieg landet.
Es hätte ein Bilderbuch-Comeback werden können. Dafür hätte seine Mannschaft aber mindestens einen Punkt mitnehmen müssen. Mit seinem ersten Ballkontakt hatte Ceesay den Anschlusstreffer zum 1:2 (56.) erzielt, und für Jubel und Hoffnung auf eine Wende gesorgt. Letztlich vergeblich, zumindest für das Spiel gegen Lautern.
Comeback von Abdoulie Ceesay macht St. Pauli Hoffnung
Für die kommenden Spiele ist es jedoch ein wichtiges Signal, dass der 22-Jährige nach sechswöchiger Verletzungspause umgehend Torriecher und Wucht nachgewiesen hat und ihm bei seinem rund 40-minütigen Einsatz die lange Abstinenz kaum anzumerken war. Ceesay war sofort ein Faktor. Feuer auf zwei Beinen, Gefahrenherd, wenngleich längst nicht alles gelang. Ein vielversprechender Anfang, nicht mehr, aber auch kein bisschen weniger.
Trainer Marcel Rapp freut sich, dass der gambische Nationalspieler zurück ist, auch wenn die Kraft noch nicht für 90 Minuten reicht. „Körperlich ist er eigentlich knapp unter einer halben Stunde, deshalb hat er vielleicht etwas zu lang gespielt“, verriet der Coach.
Ceesay kann für die Kiezkicker „ein Unterschiedsspieler“ sein
Hundertprozentiger Einsatz bedeutet nicht hundertprozentige Fitness. Bereits vor dem Lautern-Spiel hatte Rapp klargestellt, Ceesay vernünftig aufbauen und nicht „verheizen“ zu wollen. Wertvoll ist er auch in Teilzeit. „Was er uns bringt, hat man schon in der Vorbereitung gesehen“, so der Trainer. „Dass er ein Unterschiedsspieler sein kann, dass er weiß, wo das Tor steht, und dass er diese Bälle reinschießt.“ Ceesays Treffer gegen den FCK war ein perfektes Beispiel dafür.
Auch die Mitspieler sind „froh, dass er wieder fit ist“, wie Kapitän David Nemeth betonte und auf Nachfrage beschrieb, was den 1,85-Meter-Mann auszeichne und wertvoll mache. „Ceesay ist immer für einen Moment gut, wo er auf einmal zaubert, wo er auf einmal aufgeht, wo er eine Situation löst, die er einfach gut macht.“
Kapitän David Nemeth lobt Ceesays Einsatz, Wucht und Härte
Die schnörkellose, sehr physische und robuste Spielweise, mit der Ceesay weder sich noch seine Gegenspieler schont, zeichnet ihn aus und hebt ihn heraus. „Ich glaube, es gibt keinen Spieler, der so gut durch den Mann durchgeht, der im Training so Gas gibt“, sagt Nemeth. „Der tut einem weh und das gibt einfach der Mannschaft was, wenn wir da so einen Spieler vorn haben, der einfach alles reinhaut.“ In den täglichen Einheiten auf dem Trainingsplatz bekommen auch seine Mitspieler das zu spüren, wenn sie Gegenspieler sind. Nemeth spricht also aus Erfahrung. Ceesay tut weh – und gut.
Ein Startelf-Einsatz gegen Bielefeld am Freitagabend dürfte noch zu früh kommen, wenn man den Ausführungen von Rapp folgt, oder aber Ceesay spielt nur die erste Halbzeit. Spannend ist jedenfalls, wer für ihn weichen muss – ob zu Beginn oder im Laufe des Spiels: Martijn Kaars, für den der Gambier gegen Kaiserslautern eingewechselt worden war, oder Taichi Hara, der mit dem Assist zum Joker-Tor Pluspunkte gesammelt hatte.
Ceesay selbst äußerte sich übrigens nicht zu seinem Comeback und dem Blitz-Volltreffer. Nicht, dass er sich aktiv einem Interview verweigert hätte. Nach dem Spiel entwischte er einfach im Gewusel der Interview-Zone – so wie zuvor auf dem Rasen bei seinem Tor im Strafraum seinem Gegenspieler Maxwell Gyamfi …
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