Er ist wieder gefragt: Dieser St. Paulianer kennt sich aus mit Finals
Der Weg von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt ist bisweilen ein arg kurzer im professionellen Fußball. Louis Oppie beispielsweise surfte in der vergangenen Saison auf einer einzigen Erfolgswelle, die ihn bis in die Bundesliga zum FC St. Pauli brachte. Doch ein Jahr später droht dem Linksverteidiger ein Rückschlag in diversen Punkten.
Er durfte mal wieder von Beginn an ran. Endlich. Zum ersten Mal seit dem tor- und trostlosen Derby-Rückspiel gegen den HSV Ende Januar. Oppie startete in Leipzig, geschuldet vermutlich der schwer angespannten Personalsituation mit diversen erkrankten und verletzten St. Pauli-Profis. Wunderdinge hatte niemand von ihm erwartet, die kamen auch nicht. Aber der Mann, der am nächsten Sonntag seinen 24. Geburtstag nach Möglichkeit noch als potenzieller Erstliga-Spieler feiern will, lieferte solide ab (MOPO-Note 3). So lange es eben ging.
St. Paulis Louis Oppie wegen Krämpfen ausgewechselt
„Er hätte durchgespielt, hat dann aber Magenkrämpfe gehabt und konnte nicht mehr“, erläuterte Trainer Alexander Blessin, warum Oppie nach 64 Minuten durch Fin Stevens ersetzt wurde. „Deswegen mussten wir wechseln. Auch Louis hatte ein bisschen Magen-Darm gehabt.“ Auch beim Training am Dienstag hatte man ihm deshalb frei gegeben, gegen Wolfsburg sollte er wieder komplett bei Kräften sein. Und das Leipzig-Spiel war für den gebürtigen Berliner ein kleiner Schritt zurück zum eigenen Anspruch, den er bis zur Winterpause im St. Pauli-Dress nahezu durchgängig erfüllt hatte. Doch dann lief es plötzlich nicht mehr.
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Dahin war die Euphorie der Vergangenheit. Der Durchmarsch mit Arminia Bielefeld zum Aufstieg in die 2. Liga, das sensationelle Erreichen des DFB-Pokalfinals 2025, der Wechsel zum FC St. Pauli, der gute Saisonstart für ihn und die Mannschaft. Im Mai 2026 hat der junge Vater ganz andere Szenarien vor Augen. Das Cupfinale wird er vorm TV erleben, sein Ex-Verein aus Ostwestfalen rangiert 90 Minuten vorm regulären Saisonende auf dem Relegationsplatz des Unterhauses.
Endspiele kennt der Kiezkicker aus der Vorsaison
Und St. Pauli? Ist seit Sonntagabend Letzter im Bundesliga-Tableau. Das konnte auch Louis Oppie beim 1:2 in Leipzig nicht verhindern. Und so geht es für ihn auch am Ende der Saison 2025/26 wieder um alles, wenngleich kein Pokalgewinn winkt, keine Aufstiegsparty. Dafür ein erstes Endspiel um den Status quo. „Das“, sagte Oppie in Bezug auf das Spiel gegen Wolfsburg, „wird eine Schlacht. Genauso müssen wir es auch angehen.“