FC St. Pauli

Er hatte sich auf ihn gefreut: Wie St. Pauli-Profi Klein über den Irvine-Abgang denkt

Sam Klein nach Schlusspfiff in Kiel mit Holstein-Keeper Timon Weiner
Sam Klein nach Schlusspfiff in Kiel mit Holstein-Keeper Timon Weiner

Sein St. Pauli-Einstand in Kiel verlief für Sam Klein zwischen „unglaublich“ und „am Boden zerstört“. Der überraschende Wechsel von Jackson Irvine hat ihn auch nicht kalt gelassen.

Am vergangenen Freitagabend ist er endgültig angekommen in seiner neuen Wahlheimat. Als erster Neuzugang war Sam Klein schon vor Monaten verpflichtet worden, der Australier stand pünktlich zur Vorbereitung auf der Matte, verpasste aber wichtige Teile von selbiger. Inzwischen ist er wieder fit – und hat die ersten Zweitliga-Minuten auf dem Buckel.

Nach 85 Minuten war der 22-Jährige für Martijn Kaars in Kiel eingewechselt worden. Auch um den knappen 2:1-Vorsprung über die Zeit zu retten, doch das gelang bekanntlich nicht. „Ehrlich gesagt waren es sehr gemischte Gefühle“, räumte Klein rückblickend ein. „Es war etwas ganz Besonderes, mein Debüt zu geben und eingewechselt zu werden.“ Die Atmosphäre sei „unglaublich“ gewesen, die Fans „großartig“: „Für mich persönlich war es also ein ganz besonderer Moment, mein Debüt für diesen Verein zu geben.“

Sam Klein nach St. Pauli-Debüt in Kiel „ziemlich geknickt“

Aber natürlich sei er auch „ziemlich geknickt“ gewesen, „genau wie der Rest der Mannschaft. Wir waren am Boden zerstört, diesen späten Ausgleich noch hinnehmen zu müssen“. Schwierige Umstände also, „aber ich bin dankbar und freue mich auch, vor diesen Fans spielen zu dürfen.“ Und ein erstes Gefühl entwickeln zu können für die neue Liga. „Natürlich hat man vielleicht noch nicht genug Spielerfahrung gesammelt, um sich ein vollständiges Bild zu machen“, räumte er ein. „Aber man spürt definitiv die körperliche Härte und das hohe Spieltempo sowie die Bedeutung der Emotionen für die Fans und all diese Dinge.“ Es stecke also immer viel Energie dahinter, „und es war ein guter Vorgeschmack. Es hat mir sehr gefallen und ich kann es kaum erwarten, das wieder zu erleben“.

Die Vorfreude ist umso größer, weil sich Klein ausgerechnet vorm Trainingslager in Flachau verletzt hatte, zwar mitreisen konnte, aber keine einzige Einheit mit dem Team absolvierte. „Das war ziemlich frustrierend für mich, aber gleichzeitig habe ich versucht, positiv zu bleiben. Es hätte viel schlimmer kommen können“, erklärte der Blondschopf, der rund drei Wochen lang kürzertreten musste. „Es war ärgerlich, weil ich die letzten Vorbereitungsspiele verpasst habe und zum Saisonstart noch nicht bereit war. Aber jetzt fühlt sich mein Körper großartig an und ich freue mich einfach darauf, dort anzuknüpfen, wo ich aufgehört habe.“

St. Paulis Sam Klein über Jackson Irvine: „Ein wunderbarer Mensch“

Apropos aufgehört: Klein hatte sich sehr aufs Kennenlernen von Jackson Irvine gefreut, als der noch im WM-Urlaub weilte. Kurz nach der Rückkehr nach Hamburg verließ der Kapitän den Kiezklub dann aber auch schon in Richtung Japan. War da überhaupt Zeit, sich mal auszutauschen? „Die Woche, die wir zusammen hier hatten, war schön“, erinnerte sich Klein und hatte Irvine als „wunderbaren Menschen“ und „einen wirklich tollen Typen“ wahrgenommen: „Er hat sich sehr nett vorgestellt und war sehr freundlich zu mir. Natürlich ist es schade, dass er nicht länger hier ist, das wäre schön für mich gewesen. Aber so ist der Fußball – so läuft das eben, schätze ich.“

Es ist eine wirklich eingeschworene Truppe. Ich glaube, alle in der Kabine stehen sich sehr nahe.

Sam Klein

Auch ohne den prominenten Landsmann hat Klein längst seinen Platz in der Gruppe gefunden. „Viele der Jungs haben mich sehr herzlich aufgenommen, das war wirklich schön“, erzählte er lächelnd. „Ich war schon mit einigen Leuten gemeinsam essen, eigentlich mit vielen von ihnen. Es ist eine wirklich eingeschworene Truppe. Ich glaube, alle in der Kabine stehen sich sehr nahe und wir halten zusammen.“

Von der St. Pauli-Konkurrenz kann Sam Klein viel lernen

Und auch aus sportlicher Warte hat der zentrale Mittelfeldspieler schon einiges von der direkten Konkurrenz im Team mitnehmen können. „Eric Smith ist sehr erfahren auf meiner Position, ein erstklassiger Spieler, von dem man lernen kann. Und wenn ich Joel Chima Fujita, Mathias Rasmussen und die anderen Spieler auf dieser Position beobachte, sehe ich so viel Qualität, von der ich lernen kann und versuchen, es ihnen gleichzutun.“

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