St. Pauli-Proteste: Warum sich Blessin noch im Spiel bei Schmidt entschuldigte
Es kommt nicht häufig vor, dass ein Trainer während eines laufenden Spiels seine Coaching-Zone verlässt und eben jenen Bereich des gegnerischen Trainers betritt, um diesen zur Rede zu stellen. Genau das tat Alexander Blessin beim emotionsgeladenen Spiel seines FC St. Pauli gegen den 1. FC Heidenheim am Millerntor (2:1). Was war passiert?
Dass verdammt viel auf dem Spiel gestanden hatte in dieser Partie, insbesondere für die zum Siegen verdammten Kiezkicker, war in jedem Moment spürbar und auch sichtbar. In den Zweikämpfen ging es voll zur Sache und es war mächtig Feuer drin. Leidenschaftlich und hitzig.
Alexander Blessin und Frank Schmidt: Aussprache im Spiel
Nach rund einer Viertelstunde war das Spiel bei einem Angriffsversuch der Kiezkicker von Schiedsrichter Sören Storks unterbrochen worden, woraufhin fast die komplette St. Pauli-Bank vor Entrüstung aufgesprungen war und ihren Unmut über die Entscheidung bekundet hatte. Schiri Storks ermahnte Blessin daraufhin, seine Emotionen besser in Zaum zu halten.
In der 17. Spielminute verließ Blessin dann seinen Bereich und ging hinüber in die Coaching-Zone von Heidenheim-Trainer Frank Schmidt, denn er hatte Redebedarf, besser: Klarstellungsbedarf. „Es war eine Situation, wo deren Torwart auf dem Boden lag und von uns ist die Bank aufgesprungen in dem Moment. Er hat sich darüber beschwert“, erklärte Blessin später auf MOPO-Nachfrage. Storks hatte den St. Pauli-Angriff mit einem Pfiff unterbrochen, weil Heidenheim-Torwart Diant Ramaj nach einem Luft-Duell im Strafraum zu Boden gegangen und dort liegen geblieben war.
Diant Ramaj verletzt am Boden, St. Pauli sauer auf Storks
„Ich habe ihm gesagt, dass wir das in dem Moment nicht gesehen haben und mich dafür entschuldigt“, führte Blessin weiter aus. Der Austausch war dafür, dass das Spiel in diesem Moment lief, ausführlich und auch emotional. Es gab einen Handschlag und auch eine Umarmung. Beide schätzen sich. „Ich habe allergrößten Respekt und wir verstehen uns auch gut, deswegen wollte ich ihm das kommunizieren, dass wir das nicht gesehen haben. Es ist natürlich klar, dass es ein Timeout gibt, wenn der Torwart verletzt ist.“
Misstöne oder Unstimmigkeiten habe es bei der Aussprache „überhaupt nicht“ gegeben, stellte Blessin klar. Es war ihm wichtig gewesen, die Sache so schnell wie möglich zu klären und damit nicht bis nach dem Spiel zu warten.
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