„Enttäuschend“: St. Pauli-Stürmer Kaars hadert – aber lobt die neue Formation
Am liebsten hätte er die Szene noch einmal wiederbekommen. Um es beim zweiten Mal besser zu machen: perfekt, nicht nur fast richtig, sondern goldrichtig. Wer weiß, wie das Spiel verlaufen wäre, wenn Martijn Kaars nicht die Latte getroffen und das Tor des RB Leipzig so richtig durchgerüttelt, sondern ins Netz und zur Führung für den FC St. Pauli getroffen hätte? Die Partie wäre womöglich anders verlaufen und Kaars vielleicht einer der unwahrscheinlichen Helden. So aber waren die Kiezkicker trotz einer insgesamt guten Leistung erneut als Verlierer vom Feld gegangen (1:2) und der Stürmer musste erklären, warum es nicht ganz geklappt hatte in diesem vielleicht wegweisenden Moment.
Es hatte wirklich nicht viel gefehlt zu seinem vierten Saisontreffer, der nach einer guten halben Stunde der Partie in der mit 48.000 Zuschauenden ausverkauften Red-Bull-Arena die 1:0-Führung für St. Pauli bedeutet hätte. Schön herausgespielt mit einem Konter und aufgelegt von Sturmkollege Andréas Hountondji, der im richtigen Moment den richtigen Pass in den Lauf des Niederländers gespielt hatte, der allerdings direkt mit dem schwächeren linken Fuß abgeschlossen hatte und nicht nach einem vielleicht noch möglichen weiteren Kontakt mit dem rechten.
Martijn Kaars trauert Großchance zur Führung nach
„Das ist natürlich enttäuschend“, sagte Kaars zur vergebenen Großchance und ließ die Szene in der 34. Minute noch einmal Revue passieren. „Aber ich versuche alles und es war nicht so einfach, aus 13, 14 Metern mit links. Die lange Ecke war geschlossen, glaube ich. Da muss ich viel Geschwindigkeit auf den Ball geben mit links. Es haben zehn oder 20 Zentimeter gefehlt. Das ist schade, aber das passiert, glaube ich, jedem Stürmer fast jede Woche.“
Das wichtige erste Tor erzielten dann die Leipziger unmittelbar vor der Halbzeit und legten zehn Minuten nach der Pause mit dem 2:0 – erneut nach einem Eckball – nach. Der späte Anschlusstreffer der Kiezkicker ging dann auf das Konto des eingewechselten Abdoulie Ceesay (86.), der wie schon bei der 1:2-Niederlage gegen Mainz in der Vorwoche traf.
Kaars zeigt sich gegen Leipzig verbesset
Auch wenn Kaars kein Tor gelang: Der 27‑Jährige hatte bei seinem ersten Startelfeinsatz seit dem 28. Spieltag eine deutlich bessere Leistung als zuletzt gezeigt, war gut im Spiel, sehr aktiv und auch immer wieder an gefährlichen Aktionen beteiligt, wenngleich längst nicht alles gelang.
Die Besetzung der drei Offensivpositionen mit Kaars und Hountondji sowie Connor Metcalfe statt Danel Sinani sorgte jedenfalls für Leben im zuletzt gegen Mainz und Heidenheim harmlosen Angriffsspiel der Braun-Weißen, denen die Leipziger in Umschaltmomenten einigen Raum boten, welchen die Gäste auch zu bespielen wussten, wenngleich es ein ums andere Mal beim finalen Pass haperte.
St. Pauli-Sturm mit Hountondji und Kaars funktioniert
„Andréas ist ein Spieler mit sehr viel Qualität, sehr schnell, torgefährlich“, lobte Kaars seinen Kompagnon. „Ich glaube, wir haben ein bisschen die gleiche Qualität, aber das passt auch gut zusammen, weil er schneller ist als ich, und ich bin vielleicht ein bisschen komfortabler mit dem Ball. Wenn wir beide unsere Geschwindigkeit benutzen können, glaube ich, dass das gefährlich ist.“ War es. Zumindest deutlich gefährlicher als in den beiden vorangegangenen Partien. Und auch mit Metcalfe, der sich „zwischen den Linien“ bewegte, habe es gut funktioniert.
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Alles entscheidend ist aber das nächste Spiel, am kommenden Samstag gegen Wolfsburg am Millerntor. Das Endspiel der punktgleichen Mannschaften um den Relegationsplatz. „Wir wissen, dass wir gewinnen müssen. Wenn wir nächste Woche das Gleiche machen wie heute – gute Struktur, gute Verteidigung, alles geben, gute Konter, Chancen kreieren –, dann sind wir sicher, dass wir gewinnen.“ Die größte Chance in diesem alles entscheidenden Duell habe „die Mannschaft, die das erste Tor macht“.