„Endlich auf dem richtigen Weg!“ Wohin führt der St. Pauli-Aufbruch?

Louis Oppie, Abdoulie Ceesay, Lars Ritzka, Joel Chima Fujita, Hauke Wahl und Martijn Kaars laufen jubelnd über den Platz
Losgelöst: Die St. Pauli-Profis stürmten nach dem finalen Elfmeter auf Held Ben Voll zu.

Ausrasten. Aufatmen. Auch mal genießen. Mit dem umjubelten Sieg im Pokal-Krimi gegen Hoffenheim ist dem FC St. Pauli nach fünf Liga-Niederlagen in Serie der ersehnte Befreiungsschlag gelungen. Das Happy End im Elfmeter-Drama war kraftraubend, kann aber neue Kräfte freisetzen für die dringend benötigte Wende in der Bundesliga. Braun-weiße Aufbruchstimmung für den Dreier. Wenn nicht jetzt, wann dann?!

Mit neuem Schwung, neuem Mut, frischem Selbstvertrauen und ohne den Rucksack der jüngsten Rückschläge, den Ballast der Negativerlebnisse, nehmen die Kiezkicker das Heimspiel gegen Schlusslicht Borussia Mönchengladbach in Angriff, in dem Samstag die Punkte acht, neun und zehn aufs Konto sollen.

Smith: „Bestes Gefühl im Fußball, so ein Spiel zu gewinnen“

„Wir sind jetzt endlich wieder auf dem richtigen Weg und versuchen, dieses Gefühl bis Samstag beizubehalten“, betonte Eric Smith nach dem 10:9 nach Elfmeterschießen (2:2, 1:1, 1:0) am späten und denkwürdigen Dienstagabend und sprach vom „besten Gefühl im Fußball, so ein Spiel zu gewinnen“. Nebenmann Hauke Wahl glaubt an den Mehrwert, der über das Erreichen des Achtelfinals hinausgeht: „Solche Spiele schweißen uns als Mannschaft zusammen.“

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Das kollektive Erfolgserlebnis war mehr als wichtig. „Es tut wahnsinnig gut“, bekannte Trainer Alexander Blessin, der nach der Nervenschlacht offen und sichtlich emotional erzählte, dass die vergangenen Wochen eine belastende „Drucksituation“ gewesen seien. „Das muss ich auch ganz ehrlich zugeben: Fünf Spiele hintereinander zu verlieren, das ist für mich auch neu, damit umzugehen.“ Der dramatische Sieg, Triumph der Resilienz, könne ein „Dosenöffner“ sein.

Ben Voll avancierte im starken Kollektiv zum großen Helden

Immens wichtig, auch für die Zukunft: Nach drei Spielen ohne Tor waren den Kiezkickern in 120 Minuten zwei Treffer gelungen. Erst zum zweiten Mal in dieser Saison gab es eine Führung, eine sehr frühe nach 43 Sekunden durch Wahl. Und nach dem 1:2 in der Verlängerung durch einen umstrittenen und fast schon skandalösen Handelfmeter für die Gäste drehten die „Boys in Brown“ mal wieder eine Partie und retteten sich ins Elfmeterschießen, in dem auch neue und junge Spieler Verantwortung übernahmen, die Nerven behielten, belohnt wurden.

Ein Teamerfolg, wenngleich Keeper Ben Voll, der im Tor in der Liga jetzt wieder für Nikola Vasilj Platz macht, mit zwei gehaltenen Strafstößen zum Helden avancierte.

St. Paulis Sieg im Pokal ist keine Garantie für Liga-Punkte

Aufbruch. Durchbruch? Der Pokal ist ein schöner Wettbewerb, der entscheidende ist die Liga. Blessin sieht den ersten Pflichtspielsieg nach sechs Wochen Durststrecke als Anfang. „Das gibt uns keine Garantie, dass wir die nächsten Spiele wieder Punkte holen, ganz sicher nicht“, betont er, „aber das ist ein Schub in die richtige Richtung.“

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Der Sieg gegen Hoffenheim war Silber, gegen Mönchengladbach soll er vergoldet werden. Die Kiezkicker müssen die noch viel schlimmere Krise der Borussia, die wie St. Pauli im Pokal mit einem Sieg gegen Karlsruhe ein Erfolgserlebnis feierte, für sich ausnutzen. Gladbach ist noch ohne Dreier in dieser Spielzeit, wartet saisonübergreifend sogar seit 15 Spielen auf einen Sieg, seit März. Die Kiezkicker wollen alles daran setzen, diese epische „Fohlen“-Durststrecke zu verlängern und die eigene zu beenden. Wenn nicht jetzt, wann dann?

Ausrasten. Aufatmen. Auch mal genießen. Mit dem umjubelten Sieg im Pokal-Krimi gegen Hoffenheim ist dem FC St. Pauli nach fünf Liga-Niederlagen in Serie der ersehnte Befreiungsschlag gelungen. Das Happy End im Elfmeter-Drama war kraftraubend, kann aber neue Kräfte freisetzen für die dringend benötigte Wende in der Bundesliga. Braun-weiße Aufbruchstimmung für den Dreier. Wenn nicht jetzt, wann dann?!