Martijn Kaars beim Elfmeter gegen RB Leipzig

Martijn Kaars verwandelte in der Nachspielzeit den an ihm selbst verschuldeten Strafstoß. Foto: picture alliance / BEAUTIFUL SPORTS | Buriakov

Elfer-Geheimnis: St. Pauli-Profi Kaars wusste „vor vier Wochen“, wohin er schießt

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Der Gefoulte sollte nie selbst schießen? Entweder ist diese Regel des Fußballs Martijn Kaars völlig schnuppe oder in seiner niederländischen Heimat gänzlich unbekannt. Jedenfalls zögerte der Stürmer des FC St. Pauli nicht, in der dritten Minute der Nachspielzeit die große Verantwortung zu übernehmen und mit dem Segen der Kapitäne der Kiezkicker den Ball in die Maschen zu schießen – zum umjubelten und verdienten 1:1 (0:0)-Ausgleich gegen RB Leipzig. Nervenstark. Der Joker hat gestochen. Nach seinem Volltreffer verriet er ein kurioses Elfer-Geheimnis.

Auf die Frage, wann er entschieden habe, dass er in die linke Ecke des von RB-Keeper Peter Gulácsi gehüteten Tores schießen werde, gab Kaars eine bemerkenswerte Antwort: „Schon vor drei, vier Wochen“, sagte der 26-Jährige und erklärte den verdutzten Medienvertretern in der Mixed Zone des Millerntorstadions: „Das mache ich immer sehr früh, damit ich auf dem Platz keine Zweifel habe.“

Martijn Kaars: „Das war ein ganz klarer Elfmeter“

Zweifel hatte er auch nicht, den Elfer auszuführen, nachdem der in der 76. Spielminute eingewechselte Angreifer vom deutschen Nationalspieler David Raum unsanft von den Beinen geholt worden war. Ein eindeutiger Strafstoß, da waren sich alle einig, RB-Coach Ole Werner eingeschlossen.


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„Ich habe gesehen, dass Raum vor mir am Ball sein soll und habe gehofft, wenn ich ein bisschen nach dem Ball gehe mit meinen Füßen, dann berührt er mich vielleicht“, schilderte Kaars die entscheidende Szene. „Er war gerutscht und hat mich voll berührt, und das war ein ganz klarer Elfmeter.“

St. Pauli-Stratege Eric Smith überließ Martijn Kaars den Ball

Zum zweiten Mal innerhalb von nur zehn Tagen stand der Offensivmann zum Straßstoß bereit – und diesmal durfte er ihn tatsächlich ausführen. „Wir haben in Dortmund auch einen Elfmeter-Moment gehabt, den wollte ich auch schießen“, erinnerte Kaars an den Elfer, den St. Pauli beim Auswärtsspiel in Dortmund (2:3) am 17. Januar zunächst zugesprochen bekommen hatte, der nach VAR-Check dann aber aberkannt worden war. Auch da hatte der Rechtsfuß den Ball schon in der Hand. „Und heute habe ich wieder Augenkontakt mit Eric Smith gehabt, ich wollte gerne schießen und er hat mir dann den Ball gegeben. Dann kam noch Jacko an: Schieß du!“, erzählte Kaars, dass auch Irvine ihn bestärkt habe. „Eigentlich gab es keine Diskussion.“

Trainer Alexander Blessin erklärte später, dass seine Spieler auf dem Feld selbst entscheiden dürfen, wer einen Elfmeter ausführt. „Wir haben natürlch ein paar Spieler, die da Vorrang haben. Danel Sinani gehört dazu, aber der war nicht mehr im Spiel“, so der Coach. Kaars wollte, durfte und versenkte.

Kaars blickt schon auf das Spiel gegen Augsburg

Ein persönliches Erfolgserlebnis, das sein Selbstvertrauen stärken und auch seiner Mannschaft, die mit einer insgesamt starken Leistung gegen den favorisierten Tabellenvierten und Champions-League-Teilnehmer punktete, Auftrieb geben dürfte. Es war sein drittes Saisontor in der Liga im 16. Einsatz. Im DFB-Pokal steht ein Treffer zu Buche.

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Schon in den Katakomben des Stadion richtete er seinen Blick in Richtung Augsburg, wo am kommenden Samstag ein extrem wichtiges Auswärts-Duell steigt. Das Hinspiel hatte St. Pauli am Millerntor mit 2:1 gewonnen. „Das zeigt, dass wir eine sehr gute Chance haben“, befindet Kaars. „Heute haben wir das Spiel gezeigt, das wir wollen. Das müssen wir nach Augsburg mitnehmen und dann alles geben.“

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