„Einfach extrem wichtig“: So testet St. Pauli vorab den Charakter neuer Spieler
Nein, viel ist bisher nicht passiert auf dem personellen Sektor beim FC St. Pauli im Winter-Transferfenster. Doch die zwei bisherigen Neuen konnten die Hamburger nicht mal eben ums Eck scouten, Keeper Emil Gazdov kam aus Kanada, Innenverteidiger Tomoya Ando aus Japan an die Elbe. Dennoch scheint auch dieses Duo den Kader vom Typ Mensch her zu bereichern. Aber wie checkt der Kiezklub, wer passt, wer nicht, und zwar nicht nur aus sportlicher Warte?
„Also, wir haben jetzt ja schon allgemein viele Videocalls gemacht“, gab Trainer Alexander Blessin einen kurzen Einblick ins Handeln der Verantwortlichen. Man habe zwar keinen Scanner, der einem dann sagt, ob das jetzt ein Match werden könnte oder nicht. „Aber ich glaube, da kann man schon sehr viel erkennen.“
Ein Spieler muss charakterlich in St. Paulis Team passen
Selbst die Spielanalysen liefern Blessin und Co. Aufschlüsse, nämlich „wenn wir Videos über die Spieler sehen, wie deren Reaktionen sind nach Ballverlust, nach Torschuss, nach Assists, oder wie sie mehr oder weniger auch mit negativen Erlebnissen umgehen“. Anhand dessen könne man schon eruieren, ob es passen könnte, ob der Spieler wie Ando ein Egoist ist oder ob er wirklich alles für die Mannschaft gibt.
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Grundsätzlich sei bei der Suche der sportliche Aspekt natürlich in erster Linie ausschlaggebend, „da muss es klar passen“, erklärte Blessin. „Aber wir wissen auch, dass ein Spieler charakterlich in unsere Mannschaft passen muss. Das ist einfach extrem wichtig.“ Das habe in der Zeit, in der er nun Trainer ist bei Braun-Weiß, „sehr geholfen“. Aber auch davor habe die Nummer mit den Transfers prima funktioniert, und auch in Zukunft sei der charakterliche Aspekt „natürlich ein wichtiger Punkt, auf den man extremst drauf schaut“.
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