Einer hat noch gar nicht debütiert: WM-Fahrer bringen St. Pauli Geld

St. Pauli-Profis Jackson Irvine und Connor Metcalfe bei der Nationalmannschaft von Australien
Zwei der St. Pauli-Nationalspieler: Jackson Irvine (l.) und Connor Metcalfe gehen bei der WM für Australien an den Start.

Der FC St. Pauli wird sich freuen. Rund 300 Millionen Euro schüttet die FIFA insgesamt an die Klubs aus, die ihre Spieler diesmal rund um die WM abstellen. Das ist so viel Geld wie nie. Neu ist zudem, dass auch für jene Profis eine Entschädigung fällig wird, die in der Qualifikation zum Einsatz kamen. Im Rahmen des Turniers in Nordamerika wird pro WM-Fahrer ein Tagessatz fällig, kalkuliert wird mit mindestens 11.000 US-Dollar. Wie viel Kohle St. Pauli im Einzelfall konkret kassiert, hängt vom Abschneiden der Länder ab. Gut für die Kiezkicker: Da Elias Saad (Tunesien) innerhalb der vergangenen zwei Jahre am Millerntor unter Vertrag stand, könnte es auch eine Summe für den Ex-Spieler geben. Wie aber stehen die Chancen für Nikola Vasilj, Eric Smith und die anderen St. Pauli-Profis aus der Saison 2025/26? Die MOPO gibt einen Überblick mit allen WM-Terminen, Gegnern, Quartieren und Star-Mitspielern.

Eric Smith: Lohn nach all den Entbehrungen

St. Pauli-Profi Eric Smith bei einem Fototermin der Nationalmannschaft von Schweden

Es wird noch ein paar Tage dauern, bis sich Eric Smith und seine Schweden auf den Weg über den großen Teich machen. Und vermutlich wird St. Paulis Abwehrstratege nicht gänzlich ohne Länderspiel zur WM reisen. Ehe sich die Skandinavier in Dallas einquartieren werden, stehen nämlich noch zwei Tests an. Entweder in Norwegen (1. Juni) oder zu Hause gegen Griechenland (4. Juni) wird der 29-jährige Kiezkicker dann voraussichtlich zu seinen ersten Einsatzminuten kommen. Verdient wäre es allemal nach all dem Verletzungspech der letzten Jahre. Das verschont Smith hoffentlich auch beim Turnier in Nordamerika, wo für das Team um Ex-St. Paulianer und Star-Stürmer Viktor Gyökeres (FC Arsenal) die Gegner Tunesien (15. Juni), Niederlande (20. Juni) und Japan (26. Juni) heißen werden.

Nikola Vasilj: St. Pauli-Abgang will’s wieder wissen

St. Pauli-Profi Nikola Vasilj bei einem Spiel mit der Nationalmannschaft von Bosnien

Die Tränen dürften inzwischen getrocknet sein. Der Abstieg mit und Abschied vom FC St. Pauli hatten Nikola Vasilj emotional mächtig zugesetzt, aber jetzt geht der Blick für den werdenden Papa wieder nach vorn. Eine große Rolle dabei spielt Sandy. Das ist mitnichten eine neue Frau in seinem Leben, sondern die Stadt im US-Bundesstaat Utah, in der der 30-Jährige mit Bosnien-Herzegowina sein WM-Quartier beziehen wird. Ehe sich der Tross von Coach Sergej Barbarez aber auf den Weg nach Amerika macht, gibt es noch ein Testspiel in Sarajevo gegen Nordmazedonien (29. Mai). Der Generalprobe gegen Panama in St. Louis (6. Juni) folgen schließlich die WM-Gruppenspiele gegen Gastgeber Kanada (12. Juni), die Schweiz (18. Juni) sowie Katar (24. Juni).

Connor Metcalfe: St. Pauli-Profi lauert auf tragende Rolle

St. Pauli-Profi Connor Metcalfe bei einem WM-Qualifikationsspiel mit der Nationalmannschaft von Australien

Zuletzt hatte Australiens Coach Tony Popovic beklagt, dass Connor Metcalfe stets ohne Spielpraxis zu ihm komme. Lange war der 26-Jährige bei St. Pauli kaum gefragt, doch das hat sich geändert. Nachdem er gegen Mainz zur Pause eingewechselt worden war, hatte Metcalfe in Leipzig und gegen Wolfsburg in der Startelf gestanden und dabei nicht enttäuscht. „Ich kann nur erahnen, wie gut er wäre, wenn er regelmäßig 20 oder mehr Spiele hätte“, hatte Popovic kritisiert – und dürfte zurzeit beim Trainingscamp in Sarasota (Florida) einen tatendurstigen Mittelfeldspieler Metcalfe sehen, der heiß ist auf mehr Einsatzzeit. Ehe es in der Gruppe gegen die Türkei (14. Juni), Gastgeber USA (19. Juni) und Paraguay geht (26. Juni), steht für Australien noch ein Test gegen die Schweiz (6. Juni) an. Ein Testspiel gegen Mexiko ging in der Nacht zu Sonntag mit 0:1 verloren. Metcalfe wurde nach 66 Minuten ausgewechselt.

Jackson Irvine: Dritte WM wird das letzte große Turnier

St. Pauli-Profi Jackson Irvine bei einem WM-Qualifikationsspiel mit der Nationalmannschaft von Australien

Welchen Wert Jackson Irvine für eine Mannschaft hat, ist vor allem dann erkennbar, wenn er fehlt. Das war bei St. Pauli so und ist nicht anders bei den „Socceroos“: Der 33-Jährige ist auch bei seiner Landesauswahl eine Führungsperson. Für den Mittelfeldroutinier wird die dritte WM nach Russland 2018 und Katar 2022 die letzte sein. Und Irvine wird nach einem ziemlich verkorksten Jahr beim Kiezklub samt Abstieg froh sein, während des Turniers andere Luft schnuppern zu können, wenn Australien nahe San Francisco sein Quartier auf der Soul Training Facility der Oakland Roots beziehen wird. Wie es mit Irvine nach der WM weitergeht, ist zurzeit trotz laufenden Vertrags zumindest noch nicht zu 100 Prozent geklärt. Aber er ist Profi genug, das auszublenden. Bei Australiens 0:1-Niederlage gegen Mexiko wurde Irvine in den Schlussminuten ausgewechselt.