Einer blüht auf, einer steht vor dem Abstieg: So läuft es für St. Paulis Leihspieler
Es geht so langsam in Richtung Zielgerade. Nicht nur in den deutschen Ligen nähert sich die Saison der Crunchtime, fast überall in Europa stehen entscheidende Wochen und Monate bevor. Das trifft auch auf zwei Profis des FC St. Pauli zu, die ihr Glück als Leihspieler zu finden versuchen. Das klappt allerdings nur zur Hälfte.
Das Beispiel von Scott Banks erzählt sehr eindrucksvoll, inwieweit relative Kleinigkeiten den Weg von Fußballer-Karrieren beeinflussen. Im Sommer von Hamburg aus zum FC Blackpool in die dritte englische Liga verliehen, bekam der Waliser auch beim Abstiegskandidaten kaum ein Bein an die Erde. Ein mickriges Törchen, zu keinem Zeitpunkt Stammspieler, meist nur für wenige Minuten eingewechselt – es war frustrierend für die Frohnatur und konnte so nicht weitergehen.
St. Paulis Scott Banks trifft jetzt auch für Barnsley
Ende Januar wurde also entschieden, die Leihe nach Blackpool zu beenden – und Banks fortan für den FC Barnsley auflaufen zu lassen, einen direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt. Jedenfalls zum damaligen Zeitpunkt. Das hat sich inzwischen gravierend geändert, und Banks ist ein ganz entscheidender Faktor dieser Wendung. Während Blackpool immer noch auf einem direkten Abstiegsplatz steht, hat sich Barnsley ins Tabellenmittelfeld absetzen können, weil der Neuzugang voll eingeschlagen ist. Vier Assists und ein Treffer hatte der 24-Jährige schon in seinen ersten vier Einsätzen angehäuft, in den letzten beiden Partien gegen Cardiff und Mansfield kamen zwei weitere Tore für Banks hinzu.
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Ein Fakt, von dem Erik Ahlstrand weiterhin nur träumen darf. Denn der Schwede, der beim FC St. Pauli nie wirklich einen Fuß in die Tür bekommen hatte, kann auch bei seiner zweiten Auslandsstation keine Argumente sammeln. Seit dem Winter ist der 24-Jährige an Heracles Almelo ausgeliehen, also in die Eredivisie der Niederlande und zu dem Verein, bei dem mit Jannes Wieckhoff bereits ein ehemaliger St. Paulianer unter Vertrag steht. Aber es läuft überhaupt gar nicht, und das ist fast schon durch die Blume formuliert.
Kiezkicker Erik Ahlstrand vor Abstieg mit Almelo
In den zehn Spielen, die Almelo seit Verpflichtung Ahlstrands bestritt, gab es acht Pleiten, eine Remis und nur einen Sieg, bei dem die Leihgabe zu allem Überfluss gar nicht im Kader gestanden hatte. Immerhin kommt der Blondschopf grundsätzlich durchaus auf Einsatzzeit, stand fünf Mal in der Startelf und wurde zwei Mal eingewechselt. Aber den Abstieg wird er kaum mehr verhindern können. Heracles ist abgeschlagenes Schlusslicht, das rettende Ufer ist bereits acht Zähler entfernt. Und selbst Relegationsplatz 16 scheint bei sechs Punkten Abstand auf den SC Telstar und das um 27 Treffer (!!!) schlechtere Torverhältnis nur mit viel Fantasie erreichbar.
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