FC St. Pauli
Eine Ausnahme: St. Pauli trifft in dieser Saison in fast jedem Spiel auf „Hamburger“
Dutzende Profis spielten einst in Hamburg, zwölf von ihnen wurden hier geboren. Die MOPO zeigt: So viel Hamburg steckt in der zweiten Liga.
Seit dem Abgang von Hauke Wahl gibt es im Kader des FC St. Pauli keinen gebürtigen Hamburger mehr, der für den Kiezklub schon ein Profispiel bestritten hat. Dafür tummeln sich bei der Konkurrenz etliche Spieler mit einer Verbindung in die Hansestadt: Ein Dutzend Zweitliga-Akteure wurde in Hamburg geboren, zahlreiche weitere hinterließen schon ihre Fußspuren bei Hamburger Klubs. Die MOPO verschafft Ihnen einen Überblick: So viel Hamburg steckt in Liga zwei.
Nach aktuellem Stand haben 40 Spieler in Deutschlands zweithöchster Spielklasse mindestens eine fußballerische Vergangenheit an der Elbe, zwölf von ihnen kommen auch gebürtig aus der Hansestadt. Von Kiel bis Heidenheim, vom Bundesliga-Absteiger bis zum Drittliga-Aufsteiger – in fast jedem Zweitligisten steckt eine Prise Hamburg. Einzig bei Hertha BSC steht aktuell kein (ehemaliger) Hamburger unter Vertrag.
Holstein Kiel (fünf ehemalige oder gebürtige Hamburger)
Die Kieler könnten eine halbe Startelf aus Spielern mit einer Hamburger Historie bauen, und sie alle kickten für St. Paulis Stadtrivalen: Torhüter Marcel Engelhardt (33) spielte zwischen 2008 und 2011 in der Jugend des HSV, die Defensiv-Akteure Sebastian Schonlau und Jonas Meffert (beide 31, jeweils 2021 bis 2025) stiegen mit dem Klub auf. Die beiden Offensiv-Zugänge Faride Alidou (25) – der Wilhelmsburger ist zugleich der einzige gebürtige Hamburger bei den „Störchen“ – und Moritz Reimers (19) wurden im Volkspark ausgebildet.
1. FC Heidenheim (4)
Obwohl kein Verein in der Liga der Hansestadt geografisch ferner liegt, ist der Bundesliga-Absteiger einer von nur vier Klubs, bei denen gleich zwei gebürtige Hamburger im Kader stehen: Die Brüder Christian (26) und Sirlord Conteh (30) aus dem Hamburger Osten trugen einst beide das St. Pauli-Trikot – Christian zwischen 2017 und 2020 (neun Profispiele), Sirlord von 2015 bis 2019 (101 U23-Einsätze). Überdies verdienten Leart Paqarada (31, von 2020 bis 2023 bei St. Pauli) und Mikkel Kaufmann (25, 2021/22 beim HSV) in Hamburg ihr Geld.
VfL Osnabrück (4)
Auch der Aufsteiger um Ex-St. Pauli-Trainer Timo Schultz geht das Projekt Klassenerhalt mit vielen Ex-Hamburgern an. Innenverteidiger Niklas Wiemann (27) spielte in der Saison 2020/21 für die U21 des HSV und könnte in der Defensive künftig neben Lukas Bornschein (21) auflaufen, der in diesem Sommer aus der Zweitvertretung der Rothosen kam. Mittelfeldspieler Leon Opitz (21) durchlief von 2016 bis 2020 die Jugendabteilung des HSV. Robin Meißner (26), in Hamburg geboren und in Willinghusen nahe der Stadtgrenze aufgewachsen, stand in jungen Jahren bei St. Pauli (2012 und 2020) und dem HSV (2020 bis 2023) unter Vertrag.
Hannover 96 (3)
Die Niedersachsen wollen in der kommenden Saison mit drei ehemaligen Hamburgern erfolgreich sein: Abwehr-Kante Boris Tomiak (27) lief ein halbes Jahr für Altona 93 auf (Januar bis Juli 2020), Franz Roggow (24) genoss seine fußballerische Ausbildung zwischen 2018 und 2023 beim FC St. Pauli und Torhüter Jonas Schwanke (19) stand in der Saison 2021/22 für die U17 des Niendorfer TSV zwischen den Pfosten.
Dynamo Dresden (3)
In den beiden ehemaligen HSV-Jugendspielern Lars Bünning (28, 2011 bis 2013) und Brooklyn Ezeh (25, 2008 bis 2019) wurden zwei der drei Dresdner Ex-Hamburger auch in der Elbmetropole geboren. Am frischesten sind die Erinnerungen an die Zeit in Hamburg aber bei Robert Wagner (23). Der Mittelfeldmann lief in der Saison 2024/25 für St. Pauli auf.
Arminia Bielefeld (3)
Zwar nicht innerhalb der Stadtgrenzen, immerhin aber im Hamburger Speckgürtel geboren wurde der Pinneberger Sam Schreck (27), der in der Jugend sowohl für den HSV (2006 bis 2010) als auch für St. Pauli (2013 bis 2016) spielte. Außerdem waren Torhüter Leo Oppermann (24, 2020 bis 2024) und Abwehrspieler Maximilian Großer (25, 2021 bis 2023) vor ihren Wechseln auf die Alm für die U21 des HSV aktiv.
Eintracht Braunschweig (3)
Bei den „Löwen“ stehen in der kommenden Saison gleich zwei gebürtige Hamburger unter Vertrag: Mittelfeld-Talent Max Marie (21) verbrachte viele Jahre in der Jugend des HSV (bis 2021), bei St. Pauli (2022 bis 2024) schaffte er den Sprung in den Herrenbereich (26 U23-Spiele). Aaron Opoku (27) durchlief von 2011 an den HSV-Nachwuchs und machte sogar fünf Profispiele, ehe er 2022 nach Kaiserslautern weiterzog. Zudem steht HSV-Profi Noah Katterbach (25) als Leihspieler im Kader.
1. FC Nürnberg (3)
Mittelfeldspieler Finn Becker (26, Elmshorn) und Stürmer Piet Scobel (21, Pinneberg) kommen aus dem Hamburger Umland und liefen in der Jugend für St. Pauli auf. Becker (2011 bis 2022) schaffte dort den Sprung zu den Profis (88 Einsätze), Scobel (2017 bis 2020) nahm den Umweg über den Amateurfußball und empfahl sich über starke Leistungen beim ETV in der Oberliga für höhere Aufgaben. Der dritte Ex-Hamburger im Bunde: Torhüter Christian Mathenia (34), der zwischen 2016 und 2018 39-mal für den HSV auflief.
VfL Wolfsburg (2)
Bei den „Wölfen“ waren bereits zwei Hamburger Teil der sommerlichen Transfer-Offensive: Der gebürtige Hamburger Hauke Wahl (32) kam von St. Pauli (seit 2023), Robert Glatzel (32) vom HSV (seit 2021).
SV Darmstadt 98 (2)
Der vierte und letzte Klub mit zwei in Hamburg geborenen Profis im Aufgebot: Der Steilshooper Patric Pfeiffer (26) kam über den Bramfelder SV 2013 zum HSV, den er 2019 nach sechs Jahren Richtung Darmstadt verließ. Flügelspieler Fabian Nürnberger (26) spielte in der Jugend ebenfalls für den HSV, außerdem für Poppenbüttel, Glashütte, Norderstedt und Niendorf, wo ihn schließlich der 1. FC Nürnberg entdeckte.
1. FC Magdeburg (2)
Moritz-Broni Kwarteng (28) lief zwischen 2017 und 2021 für den HSV auf. Dort spielte er vorrangig für die U21, machte aber auch drei Profispiele. Torhüter Alexander Brunst (31) kam 2008 in den HSV-Nachwuchs, stieß bis in den Profikader vor und zog 2015 weiter.
VfL Bochum (2)
Der Reinbeker Aurel Wagbe (22) kam über Eilbek und Paloma zum HSV, 2019 zog er nach zwei Jahren im Volkspark nach Wolfsburg weiter und will nun in Bochum den Durchbruch schaffen. Dabei kann er womöglich auch von der Erfahrung eines Karol Mets (33) profitieren, der zuletzt drei Jahre für St. Pauli die Knochen hinhielt.
1. FC Kaiserslautern (1)
Frank Ronstadt (29) wurde in Hamburg geboren und lief in ganz jungen Jahren für St. Pauli auf, ehe er ab 2011 die Nachwuchsabteilung des HSV durchlief und 2018 nach Bremen wechselte.
Karlsruher SC (1)
Niclas Dühring (22) kam 2022 von Borussia Dortmund zum FC St. Pauli, lief hier für die U19 und die U23 auf und nahm 2024 mit dem Wechsel zum FC Ingolstadt die nächste Sprosse auf der Karriereleiter.
Greuther Fürth (1)
Zwischen 2023 und 2025 machte Omar Sillah (23) mit starken Leistungen für die U21 des HSV (24 Tore in 47 Spielen) auf sich aufmerksam und verdiente sich so im vergangenen Jahr den Wechsel in die zweite Liga.
Energie Cottbus (1)
Auch Tolcay Cigerci (31) lief zwei Jahre lang für die Zweitvertretung des HSV auf (2014 und 2016) und durfte bei den Rothosen im September 2014 seinen ersten und bislang einzigen Bundesliga-Einsatz verzeichnen.
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