Louis Oppie und Lars Ritzka beklatschen die Fans.

Nur einer kann starten: Louis Oppie (links) und Lars Ritzka kämpfen um die Linksverteidigerposition für das nächste Spiel. Foto: IMAGO / Lobeca

„Ein Ticken schneller“: Mit wem Blessin als Saliakas-Ersatz plant

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„Es gibt noch neun weitere Endspiele“, hatte Coach Alexander Blessin nach dem Frankfurt-Spiel (0:0) gesagt. Eine Bezeichnung, von welcher der Trainer schon seit Wochen Gebrauch macht, und von der er auch fortan nicht abweichen möchte. Wenn es im nächsten „Endspiel“ am Freitag gegen die direkte Konkurrenz und den aktuellen Tabellenzwölften Borussia Mönchengladbach (20.30 Uhr, Liveticker auf MOPO.de) gehen wird, muss Blessin jedoch eine ganz andere Abweichung – wohl oder übel – in Kauf nehmen: die abzusehende Anpassung seiner Startelf auf den Außenverteidigerpositionen. 

Es waren erst wenige Sekunden der zweiten Hälfte gespielt, als es Rechtsverteidiger Manolis Saliakas, der in Kürze Vater eines Sohnes wird, beim Vollsprint vor der Chance von Jean-Mattéo Bahoya (46.) in den rechten Oberschenkel gefahren ist. Für ihn ging es nicht weiter und der Grieche musste nach einer kurzen Behandlungspause ausgewechselt werden. Auch wenn Saliakas später humpelnd zur Bank zurückkehren konnte, ließ die Aktion Schlimmeres vermuten: „Ich glaube, bei Manos wird es ein bisschen länger dauern. Das sah schon nach einer strukturellen Verletzung am Hamstring aus“, musste Trainer Blessin nüchtern anerkennen. 

Eine Diagnose zum Ausmaß der Oberschenkelverletzung steht bis dato noch aus. Eine Rückkehr vor der Länderspielpause scheint aber mindestens unwahrscheinlich, wenn nicht sogar ausgeschlossen. Doch wer wird Saliakas bei einem anzunehmenden, längeren Ausfall ersetzen?

Am Sonntag übernahm Arkadiusz Pyrka die Saliakas-Rolle des Rechtsverteidigers, die ihm aus der ersten Saisonhälfte noch gut bekannt sein sollte. Auch auf der rechten Seite gab es an ihm in der zweiten Hälfte kein nennenswertes Vorbeikommen der Hessen. Dass Pyrka auf dieser Position auch beim immens wichtigen Auswärtsspiel in Gladbach gesetzt sein sollte, steht spätestens nach der Umstellung im Frankfurt-Spiel und mangelnder Alternativen außer Frage. 

Lars Ritzka (hier im Zweikampf mit Frankfurt-Profi Arnaud Kalimuendo) kam in der 49. Minute für Manolis Saliakas. IMAGO/Eibner
Machte seine Sache nach Einwechslung gut: Lars Ritzka (hier im Zweikampf mit Frankfurt-Profi Arnaud Kalimuendo) kam in der 49. Minute für Manolis Saliakas.

Lars Ritzka hingegen kam von der Bank und übernahm hinten links, wo er nahtlos und gewohnt grundsolide (MOPO-Note 3) an das robuste Defensivspiel der Braun-Weißen anknüpfen konnte und es insgesamt ansprechend gestaltete. „Gleich im ersten Zweikampf war er drin und hat sehr klar nach vorn verteidigt“, befand auch sein Trainer nach dem Spiel. Außerdem gefiel ihm seine „schnelle Entscheidungsfindung“ und, dass er „direkt in die Zweikämpfe“ gegangen ist. Das Verteidigen nach vorn war ein wesentlicher Faktor für die harmlosen Frankfurter Offensiverscheinungen und ein wesentlicher Grund für deren xGoals-Wert von 0,38.

Blessin: „Louis’ Zeit wird dann auch wiederkommen“

„Dynamik. Und er ist noch einmal ein Ticken schneller“, beantwortete St. Paulis Trainer die Frage, was Ritzka seinem Teamkollegen Louis Oppie aktuell voraus hätte. Er fügte aber hinzu: „Die potenzielle Verletzung ist auch immer wieder eine Chance für andere Spieler, da reinzudrängen und Spielminuten zu bekommen.“ Mit der passenden Leistung lasse er sich dann auch gerne davon überzeugen, dass er selbst „die falsche Entscheidung“ getroffen hätte, so Blessin. „Louis’ Zeit wird dann auch wiederkommen, da bin ich sicher.“

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Noch steht gar nicht fest, wie lange Saliakas ausfallen wird. Oppie selbst wird dennoch berechtigte Hoffnungen auf mehr Spielzeit haben. Bereit und kampfbereit gibt sich der gebürtige Berliner im YouTube-Format „Alle Wege führen ans Millerntor“ ohnehin: „Sobald ich auf dem Platz stehe und meine Chance bekomme, dann bin ich da.“

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