FC St. Pauli
„Ein Schock“: Woran sich St. Pauli-Zugang Klein schnell gewöhnen musste
Es ist eine andere Welt für Sam Klein, den ersten Sommer-Zugang des FC St. Pauli. Der Australier hat sich aber bereits bestens eingelebt, auch weil alles Neue ihn bisher komplett begeistert.
In den ersten Tagen, das räumt Sam Klein unumwunden ein, „war es ein ziemlicher Schock. Aber mittlerweile fühlt es sich viel natürlicher an“. Mit diesen Worten umschrieb der neue Australier des FC St. Pauli den Qualitäts- und Intensitätssprung, den er gerade durchlebt. Trotzdem fühlt er sich so fern der Heimat bereits pudelwohl, was wohl auch an seinen nordeuropäischen Wurzeln liegen könnte.
„In der ersten Woche war es sehr heiß, also ganz wie zu Hause“, erzählte der junge Mann, der von Brisbane Roar gekommen ist, lachend. Und auch der große Rest passt für ihn. „Hamburg ist eine wunderschöne Stadt und die Teamkollegen haben mich sehr herzlich aufgenommen. Ich genieße es also wirklich.“ Und das bereits in den eigenen vier Wänden, denn nach ein paar Wochen im Hotel ist Klein auf Wohnungssuche bereits fündig geworden.
St. Paulis Sam Klein staunt über Fans und Niveau bei den Tests
Und sportlich? „Die Atmosphäre bei beiden Testspielen mit den Fans war unglaublich“, staunte er über die Rahmenbedingungen bei den Partien in Altona (6:2) und Emden (3:1). „Für Vorbereitungsspiele war das etwas, das ich so noch nicht erlebt habe. Es war sehr energiegeladen und das Niveau war gut.“ Als intensiv für den Beginn der Vorbereitung habe er die Matches empfunden, daher viel Spaß gehasbt. „Und ich hoffe, dass ich das noch öfter erleben werde.“
Wird er, versprochen. Schon am Samstag in Babelsberg, wenn das Karl-Liebknecht-Stadion mit 10.787 Menschen vermutlich ausverkauft sein wird. Auch ein Grund, warum es ihn nach Europa verschlagen hat, aber nur einer von vielen. „Ich möchte gegen die besten Spieler antreten, das war immer mein Ziel“, ließ Klein durchblicken und musste deshalb auch nicht lange überlegen, als St. Pauli bei ihm vorsprach.
Ich möchte gegen die besten Spieler antreten, das war immer mein Ziel.
„Ich habe mich gegen Ende April erstmals mit den Leuten von St. Pauli unterhalten“, erinnerte er sich. „Da war natürlich noch ungewiss, ob sie in der ersten oder zweiten Liga spielen würden, aber beide Möglichkeiten haben mich gleichermaßen gereizt. Sie haben mir ein gutes Bild davon vermittelt, wie es für mich laufen könnte, und ich wollte am liebsten sofort einsteigen.“ Zumal mit gleich zwei Landsleuten im selben Verein.
Jackson Irvine und Connor Metcalfe kennt Sam Klein nicht persönlich
Eigentlich habe er Jackson Irvine und Connor Metcalfe noch nie persönlich getroffen. „Ich bin damit aufgewachsen, sie zu verfolgen – besonders Jackson ist schon lange in der Nationalmannschaft –, aber ich habe sie noch nicht kennengelernt.“ Seit er bei St. Pauli unterzeichnet hat, habe er ein bisschen mit ihnen geschrieben: „Sie haben mich sehr herzlich willkommen geheißen, und ich freue mich darauf, sie zu treffen, wenn sie zurückkommen.“ Und klar, die Geschichte des Duos hat bei seiner Entscheidung durchaus eine Rolle gespielt. „Zu sehen, dass es einen Weg für australische Spieler gibt, hierherzukommen, erfolgreich zu sein, viele Spiele für die Mannschaft zu bestreiten und wertvolle Erfahrungen zu sammeln – das war definitiv ein Faktor, der mir geholfen hat“, sagte Klein. „Ich finde es sehr wichtig zu sehen, dass es ein guter Weg ist, dem ich folgen kann.“
Der war nicht immer nur gerade und bergauf. Für das zweite Halbjahr 2023 zum Beispiel ist in seiner persönlichen Historie kein Verein vermerkt, und das entspricht auch den Tatsachen. „Ich war lange Zeit im australischen Jugendfußball aktiv und dachte mir dann, ich würde gerne mal etwas anderes ausprobieren. Also ging ich nach Norwegen“, erläuterte der Mittelfeldakteur. „Ich bin Halb-Norweger und habe dort viel Familie. Ich habe also einige Zeit dort verbracht, mit verschiedenen Mannschaften trainiert und Ähnliches, hatte aber zwischendurch etwas mit Verletzungen zu kämpfen und habe letztlich nirgendwo unterschrieben.“ Ergo habe er beschlossen, nach Australien zurückzukehren und dort wieder zu spielen.
Sam Klein will alles dafür tun, sich bei St. Pauli durchzusetzen
Mit Erfolg, wie man jetzt weiß. Und Sam Klein lässt keinen Zweifel daran aufkommen, dass er sich noch lange nicht am Ende seiner Möglichkeiten wähnt und seine Grenzen ausloten will. „Ich werde hart trainieren und an mir arbeiten, um es in das Team zu schaffen“, lautete der Credo. Und all das mit der notwendigen Prise an Offenheit und Lockerheit, die bei ihm schon nach nicht einmal zwei Wochen den Eindruck entstehen lassen, dass er schon komplett beim FC St. Pauli angekommen ist.
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