Ein Profi kämpft um Anerkennung: Diese St. Pauli-Connection „ist extrem wichtig“
Von Saisonende 2020/21 bis zum vergangenen Sommer stand beim FC St. Pauli diesbezüglich die Null: Nach dem Abgang von Ryo Miyaichi fand sich lange kein japanischer Fußballer, der in irgendeiner Form ins Raster des Kiezklubs gepasst hätte. Das änderte sich mit der Verpflichtung von Joel Chima Fujita im Sommer, und inzwischen hat er bekanntlich noch zwei Landsleute an seiner Seite.
Wobei einer noch um Anerkennung in Form von Spielzeit und Toren kämpft, während die anderen beiden sofort Zeichen gesetzt haben. „Für ihn ist es natürlich auch nicht einfach“, befand Hauke Wahl in Bezug auf Winter-Zugang Taichi Hara und stellte gleich eine relativ exklusive Stärke des Stürmers heraus: „Er hat ja schon einmal eine gewisse Größe, was uns helfen würde.“ Mit seinen 1,91 Metern fällt der 26-Jährige in der Tat auch bei den Trainingseinheiten ziemlich zügig auf, bei den Profis kam er indes bisher lediglich auf drei überschaubar lange Joker-Einsätze. Die meiste Spielzeit hortete er am vergangenen Sonntag, als er eine Halbzeit lang für die U23 kicken konnte.
Taichi Hara braucht noch Zeit beim FC St. Pauli
Wahl warnt in dem Kontext vor einer überzogenen Erwartungshaltung, basierend auch auf den Erfahrungen mit Haras Landsleuten. Fujita wurde sofort zum Stammspieler, auch Tomoya Ando, von allen nur „Do“ gerufen, brauchte überhaupt keine Anlaufzeit. „Do hat einfach einen sehr, sehr guten Start erwischt“, erinnerte sich der 31-jährige Wahl. Da habe sehr viel sehr schnell geklappt. „Bei Taichi waren die Spiele, wo er dann reingekommen ist, von uns allen nicht so gut.“ Und dann laufe es eben nicht so richtig. „Man darf auch nicht vergessen, dass Taichi, auch wenn er Joel und Do hat, von einem anderen Kontinent kommt.“

Den Worten lässt Wahl, das ist bekannt, immer Taten folgen. Er kümmert sich liebevoll um die Integration aller Zugänge, auch Hara zählt natürlich dazu. „Für uns geht es darum, dass er unsere Unterstützung spürt“, sagte der Blondschopf, der mit ein paar Brocken Japanisch voranging: „Jeder hat seine eigene Art, die Leute ins Team einzubinden. Und ich versuche es einfach auf die lockere Art.“
Hauke Wahl kümmert sich um die Integration bei St. Pauli
Mal einen in den Arm zu nehmen oder einfach so ein bisschen zu berühren, „damit er das Gefühl hat, dass er sich wohlfühlen kann in unserer Nähe“. Das geschieht vor allem aus zwischenmenschlichen Gründen, aber natürlich auch, um einen positiven sportlichen Effekt zu erzielen.
Das könnte Sie auch interessieren: Eric Smiths WM-Traum lebt
„Wir brauchen einfach jeden in dieser Situation“, weiß Wahl. „Wir haben jetzt nicht den riesig breiten Kader.“ Gerade zum Ende der Saison sei es wichtiger, dass man zusammenrücke. „Und die Japan-Connection ist natürlich extrem wichtig. Man muss den Jungs einfach das Gefühl geben, dass sie einem nicht egal sind.“
Anmerkungen oder Fehler gefunden? Schreiben Sie uns gern.