St. Gallens Carlo Boukhalfa jubelt über ein Tor

St. Gallens Carlo Boukhalfa bejubelte schon acht eigene Treffer in dieser Saison. Foto: IMAGO/Steinsiek.ch

Erfolgsgeschichte: Ex-Kiezklub-Trio bläst zum Gipfelsturm in der Schweiz

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Sie hatten einst sämtlich ihre sportliche Heimat beim FC St. Pauli und haben jetzt andernorts wieder zusammengefunden, um dort den Gipfel zu stürmen: In der Schweizer Super League waren drei ehemalige Hamburger an einer furiosen Hinrunde beteiligt und können guter Dinge und voller Elan ins neue Jahr und in die zweite Saisonhälfte gehen.

Als Roger Stilz vor fast auf den Tag genau zwei Jahren seinen Job als Sportchef beim FC St. Gallen antrat, war das durchaus ein Wagnis für den ehemaligen NLZ-Leiter des FC St. Pauli. Schließlich beerbte er in Ex-Bayern-Profi Alain Sutter eine absolute Ikone, die zudem nicht so schlecht gearbeitet hatte, dass man sich von ihr hätte trennen müssen. Doch Stilz, unweit von St. Gallen groß geworden, hatte die Rückendeckung der Vereinsbosse – und zahlt jetzt auf Heller und Pfennig zurück. St. Gallen ist nach dem 2:1 am Wochenende bei Grasshopper Zürich und nunmehr 19 Spieltagen Tabellenzweiter mit 37 Punkten, drei Zähler hinter dem sensationellen Spitzenreiter FC Thun.

Ex-St. Pauli-Profi Lukas Daschner in neuer Rolle

Und das hat maßgeblich mit ehemaligen St. Pauli-Kickern zu tun. Im vergangenen Winter lotste er Lukas Daschner auf Leihbasis vom VfL Bochum, wo sich „Daschi“ nie hatte durchsetzen können, zu den „Espen“. Coach Enrico Maaßen schulte den vorherigen Offensivmann zum Sechser um, was derart erfolgreich verlief, dass St. Gallen Daschner im Sommer fest verpflichtete. Nach einer Knieverletzung ist der 27-Jährige seit November zurück und Teil des Erfolgs mit bisher acht Einsätzen und einem Treffer.

Roger Stilz holte Ex-Kiezkicker Carlo Boukhalfa

Fast noch optimaler gestaltete sich Stilz‘ Schachzug, Carlo Boukhalfa zu holen. Der hatte in der vergangenen Saison bei St. Pauli einen riesigen Entwicklungsschritt getan, blieb aber trotzdem nicht an der Elbe, weil die Chance auf Einsätze nicht eben überbordend waren. „Es war alles in Ordnung, ich schaue positiv auf die Zeit zurück“, hatte er im Gespräch mit der MOPO Ende September gesagt. Da war er bereits voll eingeschlagen – und es wurde noch besser.

Schon acht Saisontore für Carlo Boukhalfa in St. Gallen

Bei seinen 18 Einsätzen stand er immer in der Startelf, fehlte nur in Sion wegen einer Gelb-Sperre – und hat bereits sagenhafte acht Treffer plus zwei Assists auf dem Konto. Zuletzt traf er Mitte des Monats beim 2:0 St. Gallens im Spitzenspiel in Thun. Auch seine Position ist eine andere als in Braun-Weiß, Maaßen machte Boukhalfa zum Achter, „das ist ein Tick offensiver als bei St. Pauli“, erklärte er.

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Eigentlich gehört sogar noch ein weiterer ehemaliger Kiezkicker zu der ganzen Geschichte, doch der macht seit seiner Rückkehr zu seinem Heimatverein eine ziemlich heftige Zeit durch. Betim Fazliji hatte sich im November 2023 einen Kreuzbandriss zugezogen, war im Dezember 2024 zurückgekehrt – um sich zwei Monate später erneut diese schlimme Verletzung zuzuziehen. Eine Rückkehr ist derzeit nicht absehbar.

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