Die Abstiegs-Szenarien: Was Fans wissen müssen – und wie St. Pauli reagieren will
Eines ist klar im Saison-Finale: Der FC St. Pauli kann Relegationsplatz 16 nur erreichen, wenn er am Samstag sein Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg gewinnt (15.30 Uhr, Liveticker auf MOPO.de). Auch bei einem Sieg allerdings könnte es zu Rechnereien kommen – dann nämlich, wenn Heidenheim zeitgleich gegen Mainz gewinnt. Welche Szenarien im Rennen um die Relegation möglich sind – und wie St. Pauli reagieren will.
Es herrscht Punktgleichheit im Keller. Sowohl Schlusslicht St. Pauli als auch der Tabellen-17. Heidenheim und Wolfsburg, das auf dem Relegationsplatz steht, haben 26 Zähler. Auch die Tordifferenz liegt denkbar eng beieinander: St. Pauli und Heidenheim weisen -29 auf, Wolfsburg -26. Damit ist klar: Verliert St. Pauli, steht der Abstieg fest. Selbiges gilt für ein Unentschieden. Ein Sieg ist Pflicht.
Unkonzentriertheiten gegen Wolfsburg verboten
Angenommen, dieser gelänge, und Heidenheim holte parallel einen Punkt, wäre aus Kiezklub-Sicht alles gut und St. Pauli in der Relegation. Sollte Heidenheim allerdings gewinnen, was angesichts der aufsteigenden Form und des bereits geretteten Gegners aus Mainz nicht unwahrscheinlich ist, käme es auf die Tordifferenz an. Wer höher siegt, rettet sich auf Rang 16. Sollten beide beispielsweise 2:0 siegen, wären die Heidenheimer vorne, weil sie im Laufe der Saison mehr Tore erzielt haben (bislang 41, St. Pauli: 28).
Jedes Tor kann also entscheiden. Leichtsinnige Fehler und Unkonzentriertheiten wie zuletzt in Leipzig darf sich St. Pauli da keinesfalls erlauben, zu viel steht auf dem Spiel, zu knapp ist es im Tabellenkeller. Wie immer wollen sich die Hamburger auch am Samstag auf ihre Leistung konzentrieren. Das Parallelspiel völlig auszublenden, wäre womöglich aber sogar fahrlässig. „Natürlich werden wir auch nach Heidenheim schauen“, sagte Trainer Alexander Blessin. „Aber erst mal gilt es, unsere eigenen Hausaufgaben zu machen.“ Er meinte deshalb: „Wir wären falsch beraten, wenn wir die ganze Zeit am Hörer hängen oder gucken, was in Heidenheim passiert.“
Trotzdem: Falls erforderlich, werden Blessin die nötigen Informationen erreichen. Und er wird dann reagieren, auch deswegen hatte man unter der Woche lediglich ein öffentliches Training angeboten statt zweien. „Wir haben ein paar Sachen durchgesprochen mit der Mannschaft“, erklärte Blessin. „Wir haben bestimmte Varianten mal angesprochen und durchgespielt.“ St. Pauli will vorbereitet sein, um im Zweifelsfall nicht gelähmt zu sein, sondern agieren zu können.
St. Pauli verzichtet auf Zwischenergebnisse am Millerntor
Ein hypothetisches Szenario könnte sein, dass man in den Schlussminuten unbedingt einen weiteren Treffer braucht: „Dann gilt es, bestimmte Positionen anzusprechen. Wie wollen wir stehen? In welche Bereiche wollen wir kommen? Zu gucken, was haben wir für Möglichkeiten und was für Qualitäten, die wir dann in dem Moment abrufen können“, erklärte der Trainer.
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Auf die gewohnte Einblendung von Zwischenergebnissen werden die Fans am Millerntor übrigens verzichten müssen, zumindest in der zweiten Halbzeit. So müssten keine – möglicherweise Unruhe stiftenden – VAR-Einwände im Nachhinein korrigiert werden, erklärte Pressesprecher Patrick Gensing am Donnerstag. „Es wird sich auch so herumsprechen“, sagte er mit Blick auf die Zwischenstände. Sollte das Netz über dem Millerntor nicht zusammenbrechen, ist davon auszugehen.