Derby-Zoff um Vuskovic: FC St. Pauli bezieht Stellung – und zeigt sich „irritiert“
Angesichts der raren sportlichen Höhepunkte des Derbys am Freitagabend am Millerntor wurden die Randgeschichten zu den größeren Themen. Diejenige mit Schlagzeilen-Potenzial war jene mit HSV-Profi Luka Vuskovic, der wegen diffamierender Plakate gegen seinen Bruder Mario nicht nur kein gutes Haar an den St. Pauli-Fans ließ, sondern wohl auch in deren Richtung auf der Südtribüne und im Kabinengang gerotzt haben soll.
Letzteres hatte in Karol Mets und wohl auch Co-Trainer Peter Nemeth zwei St. Paulianer direkt auf den Plan gerufen, die sich in den Katakomben mit Worten an Vuskovic gerichtet hatten. Der Kiezklub in der Gesamtheit sieht sich durch die Vorkommnisse zu einer Stellungnahme veranlasst. Diese folgt nun im Wortlaut.
St. Pauli kritisiert Sprüche und Banner in beiden Fanblocks
„Ein Derby ist mit großen Emotionen verbunden. Dazu gehören auch Frotzeleien und vereinzelt leider auch Beleidigungen auf beiden Seiten. Diese sind für sich genommen nicht zu begrüßen und beide Seiten sollten sich davon distanzieren; solche Vorfälle werden von manchen im Wissen um das hitzige Umfeld ausgehalten, sind aber kein Maßstab für einen respektvollen Umgang“, heißt es vonseiten des FC St. Pauli zunächst.
Und weiter: „Wir stehen als Verein klar für ein respektvolles Miteinander. Dazu zählen weder herabwürdigende Sprüche von unseren Tribünen noch sexistische Banner wie im HSV-Block zu sehen noch andere beleidigende Inhalte. Wir erwarten zudem von Spielern, Trainern und Repräsentant:innen der Vereine ein angemessenes und professionelles Auftreten: sich nicht leicht provozieren zu lassen, Fans nicht zu bepöbeln und keine Grenzüberschreitungen wie Spucken in Richtung Fans oder auf den Boden und an die Wand im Kabinentrakt. Emotionen erklären vieles, rechtfertigen aber nicht alles.“
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Abschließend heißt es in dem Statement: „Vor diesem Hintergrund irritiert uns, dass teils über Tage ein Narrativ gezeichnet wird, dem zufolge nur eine Seite provozierend oder verursachend gewesen sei, während andere Vorfälle ausgeblendet werden. Insgesamt ist aber viel wichtiger und bemerkenswerter: der besonnene Ablauf eines emotionalen Derbys. Das sollte Maßstab für die Bewertung sein. Für den FC St. Pauli gilt nun: Die Spiele gegen den HSV sind abgehakt, der Blick geht nach vorn.“ Das wird auch Merlin Polzin so sehen. Der HSV-Trainer hatte in einem Plädoyer nach dem Abpfiff erklärt, dass man die unschönen Vorfälle schnellstmöglich aufarbeiten müsse, um sie danach hinter sich zu lassen.
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