Der Smith-Schock trifft St. Pauli doppelt

Eric Smith fährt sich durch die Haare
Es ist wirklich unfassbar, wie viele Blessuren Eric Smith immer wieder ereilen.

Die Platte hat einen Sprung, hätte man zu Vinyl-Zeiten gesagt und damit gemeint, dass sich ein bestimmter (Miss-)Ton ständig wiederholt. Tatsächlich ist es eine nicht enden wollende Story voller tragischer Momente zwischen St. Pauli-Profi Eric Smith und der Nationalelf Schwedens.

Mehrfach hatte St. Paulis Abwehrchef eine Einladung aus Gesundheitsgründen ausschlagen müssen, jetzt hatte es endlich geklappt – um sich beim Training der Auswahl dergestalt zu verletzen, dass er nicht nur das Debüt für sein Land verpasst hat, sondern auch seinem im Abstiegskampf steckenden Arbeitgeber fehlen wird.

FC St. Pauli: Eric Smith erneut im Schweden-Pech

„Klara för VM“ steht in großen Lettern unter einer Collage von schwedischen Nationalspielern, auch sein Konterfei ist darauf zu finden. „Bereit für die WM“, wie der Post von Eric Smith bei Instagram suggerieren könnte, ist der 29-Jährige aktuell allerdings leider nicht wirklich. Wegen einer strukturellen Muskelverletzung in der Wade hatte er das dramatische 3:2 seiner Nationalelf gegen Polen im Finale um ein WM-Ticket verpasst, er wird auch dem FC St. Pauli wegbrechen. In doppelter Hinsicht. Zumindest in Berlin, vermutlich auch noch beim folgenden Heimspiel gegen die Bayern.

Eric Smith in einem Trainingszweikampf beim schwedischen Nationalteam
Hier war noch alles gut: Eric Smith beim Training der schwedischen Nationalmannschaft am Freitag. Drei Tage später musste der St. Pauli-Profi verletzt abreisen.

„Eric ist sehr wichtig für uns. Wir alle wissen um seine Qualitäten, wie er die Bälle liefern kann“, hatte Adam Dzwigala, der die vakante Innenverteidiger-Position vermutlich einnehmen wird, analysiert. Hauke Wahl wird die zentrale Rolle Smiths übernehmen, der nicht der einzige Verteidiger ist, der in Berlin fehlen wird. Denn auch bei Tomoya Ando wird es kaum reichen, gleichwohl der 27-Jährige eigens auf die Reise zur Nationalelf Japans verzichtet hatte. Aber die Adduktorenbeschwerden ließen bislang nur leichtes Lauftraining zu. Immerhin: Neben David Nemeth ist auch Karol Mets wieder einsatzbereit.

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Aber der Schwede fehlt eben nicht nur hinten, sondern auch als kreative Alternative im zentralen Mittelfeld. Dort bricht mit James Sands bereits eine Stammkraft bis Saisonende weg und es wird spannend, wen Trainer Alexander Blessin an die Seite von Kapitän Jackson Irvine stellen wird. Möglicherweise einen der Gewinner der Länderspiel-Pause.

Smith-Ersatz? Connor Metcalfe kehrt mit Rückenwind zurück

Connor Metcalfe sammelte bei Australiens Nationalelf Spielpraxis und Selbstvertrauen, auch in Form der Wertschätzung seines Nationaltrainers Tony Popovic („Egal, wo wir ihn aufstellen, er liefert immer gute Leistungen ab“). Mit ganz viel frischer Energie wird auch Nikola Vasilj nach Hamburg zurückgekehrt sein. Der 30-Jährige hatte nicht nur unlängst erzählt, dass er im Juni erstmals Vater werden wird, er hat auch einen gigantischen sportlichen Schritt getätigt: Mit Bosnien-Herzegowina fährt der St. Pauli-Schlussmann nach dem erfolgreich geendeten Elfmeter-Drama gegen Italien zur WM.

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Selbiges ist Arkadiusz Pyrka mit Polen nicht vergönnt nach dem unglücklichen K.o. in Schweden, an dem er nicht teilhaben durfte. Pyrka stand nicht im Spieltagskader, zum Glück nicht aus Verletzungsgründen. Denn St. Pauli braucht den Schienenspieler dringend, weil Manolis Saliakas (Oberschenkel) nicht so weit ist wie erhofft und weil sich Lars Ritzka einer kleinen OP an der Schulter unterzogen hatte. Zu 100 Prozent fit für die Außenbahnen sind damit nur Louis Oppie und eben Pyrka.